[HRO] Antifaschistische Bustour auf den Spuren des Nordkreuz Netzwerkes

Wir haben heute, am 14.03.2026, eine antifaschistische Bustour in Mecklenburg-Vorpommern organisiert. Ziel unserer Aktion war es, über die Umtriebe von Nordkreuz als Teil eines rechtsterroristischen Netzwerks in Polizei und Bundeswehr aufzuklären, aber auch ein gemeinsames Erlebnis zum Austauschen und Vernetzen zu schaffen.

 

Hinter dem Begriff Nordkreuz verbirgt sich ein rechtsterroristisches  Netzwerk aus Mitgliedern in Polizei, Bundeswehr und anderen Behörden. Einzelne Polizisten und Bundeswehr Angehörige haben sich in Chatgruppen organisiert, Namen von politischen GegnerInnen und Leuten gesammelt, die nicht in ihr rechtes Weltbild passen. Im Falle eines gesellschaftlichen Zusammenbruchs (in Nazi Kreisen Tag X genannt), sollten die Menschen, welch auf den Feindeslisten standen, abgeholt und in sogenannte Safe Houses gebracht werden.  

Mitglieder dieses Nordkreuz Netzwerkes haben über 55.000 Schuss Munition und  diverse Waffen gesammelt, außerdem wurden Bestellungen von Löschkalk und Leichensäcken gefunden.Mit diesen Mitteln sollten an einem vermeintlichen Tag X Linke und andere, die auf den Feindeslisten gesammelt wurden, erschossen werden. 

Dieser Skandal hat zwar bei seiner Aufdeckung 2017 viel Aufmerksamkeit erregt, diese ist aber nach einigen Monaten wieder abgeflacht. Das haben wir mit der antifaschistischen Bustour geändert: 

 

Mit rund 60 Leuten und zwei Reisebussen von unseren FreundInnen vom Solibus eV  sind wir morgens in Rostock gestartet, um in verschiedenen Orten in MV über die Umtriebe der rechtsterroristischen Nordkreuz Mitglieder aufzuklären. Jeden Stopp nutzten wir, um eine kleine Kundgebung zu einem Themen-Schwerpunkt abzuhalten. 

Den ersten dieser Stopps legten wir in Güstrow ein und hielten eine kurze Kundgebung auf dem Marktplatz ab. Güstrow ist einer der Orte an denen wir halt gemacht haben, weil sich hier wichtige Ereignisse des Nordkreutz Netzwerkes abgespielt haben. 

Neben einer aktiven Neonazi Szene betreibt ein Nordkreuz Mitglied, Frank Thiel, hier den Schießplatz "Baltic Shooters". Dort traineren die Eliten der Polizei und Bundeswehr ihre Spezialkräfte. Es ist davon auszugehen, dass dieser Schießplatz Dreh- und Angelpunkt für rechte Elitesoldaten und Polizisten war und ist. Und dass dieser Schießplatz auch der Ort ist, an dem Nordkreuz Mitglieder Jahre lang unentdeckt riesige Bestände an bundesweiter Behördenmunition entwenden konnten um damit ihre rechtsterroristischen Fantasien in die Tat umzusetzen. Auf dem Güstrower Marktplatz hörten wir  einen Redebeitrag der Falken, welcher einen allgemeinen Überblick über den Nordkreuz Komplex gab. Auf dem Weg zum Bus wurde rechte Propaganda des III. Wegs entfernt oder unkenntlich gemacht. 

 

Weiter ging es nach Neukloster, wo wir einen Redebeitrag der Linken hörten, der sich um  Haik Jäger drehte. Haik Jäger ist ebenfalls Mitglied des Nordkreuz Netzwerkes, hat jahrelang als Polizist gearbeitet und versucht nun seit eingen Jahren in der Kommunalpolitik von Neukloster Fuß zu fassen. Sein erster Versuch, sich als AfD-Bürgermeisterkandidat aufstellen zu lassen konnte verhindert werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass er auch bei der nächsten Wahl versuchen wird anzutreten. Während unserer kurzen Kundgebung zogen wir die Aufmerksamkeit einiger Nazi-Kinder auf uns, die sich offensichtlich daran störten, dass wir ihre Hakenkreuze, SS Runen und Anti-Antifa Sticker an der örtlichen Parkbank entfernten. 

 

Der dritte Stopp fand am Schweriner Schloss statt. In Schwerin gab es dann nicht nur eine längere Pause mit gemeinsamem Essen, sondern auch ein Input von NSU  Watch zu der gescheiterten justiziellen Aufarbeitung des Nordkreuz Netzwerkes und der Arbeit des Parlamentarischen Untersuchungsausschuss.

Bevor es zur Abschlusskundgebung nach Rostock ging, legten wir einen Stopp vor dem Hauptsitz des Landeskriminlamates Mecklenburg Vorpommern in Rampe ein. 55.000 gute Gründe für gelebten Antifaschismus war die Message, die wir dem LKA hinterlassen haben. Marko Groß, ein weiterer Nordkreuz Beschuldigter war lange im Sonder Einsatz Kommando des LKA tätig. Bei einer Hausdruchsuchung 2017 wurden knapp 55.000 Schuss Munition bei ihm zu Hause gefunden. 

 

Zum Ende des Tages kamen wir ein letztes Mal in Rostok zu einer kurzen Abschlusskundgebung zusammen. 

 

Nach einem langen Tag können wir auf eine erfolgreiche Aktion zurück blicken. Insbesondere die Aktionsform der Bustour lief sehr gut. So konnten wir an ganz vielen verschiedenen Orten kurze antifaschistische Intervention organisieren und vor allem uns und unsere FreundInnen über die Machenschaften des Nordkreuz Netzwerkes aufklären und uns einmal mehr vor Augen führen, weshalb Antifa-Arbeit notwendig ist und bleibt. Neben der inhaltlichen Ausgestaltung unseres Tages war die Tour auch ein guter Anlass zur Vernetzung und um gemeinsamen aktiv werden. 

 

Am Ende bleibt uns nur noch zu sagen: 

 

Nordkreuz entwaffnen und konsequent aufklären!

Nazis raus aus Polizei und Bundeswehr! 

  

 

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