Anquatschversuch durch Bremer Staatsschutz am 10.02.2026
Im Zusammenhang mit der Enttarnung des V-Mannes bei der Interventionistischen Linken Bremen hat es einen erneuten Anwerbeversuch gegeben, diesmal nicht durch den Verfassungsschutz, sondern durch den Bremer Staatsschutz.
Am Abend des 10. Februars kontaktierte ein Mitarbeiter telefonisch eine Person, die bis vor vier Jahren in einer romantischen Beziehung mit dem nun enttarnten V-Mann lebte und forderte sie unter Aufbau von Druck zu einer Zusammenarbeit auf. Die betroffene Person hat richtig gehandelt, die Aufforderung nach Zusammenarbeit vehement verweigert, das Gespräch umgehend beendet und sich ratsuchend an die Rote Hilfe gewandt.
Im Zusammenhang mit der Enttarnung des V-Mannes bei der Interventionistischen Linken (interventionistische-linke.org/beitrag/bremer-spitzel-enttarnt) hat es einen erneuten Anwerbeversuch gegeben, diesmal nicht durch den Verfassungsschutz, sondern durch den Bremer Staatsschutz.
Am Abend des 10. Februars kontaktierte ein Mitarbeiter telefonisch, mit der Nummer +49 421 36119420, eine Person, die bis vor vier Jahren in einer romantischen Beziehung mit dem nun enttarnten V-Mann lebte und forderte sie unter Aufbau von Druck zu einer Zusammenarbeit auf. Der besagte Mitarbeiter stellte sich als Herr Regensdorf von der Polizei Bremen, K63 (Staatsschutz – Politisch motivierte Kriminalität (PMK) Rechts / Links und PMK Ausländer) vor. Die betroffene Person hat richtig gehandelt, die Aufforderung nach Zusammenarbeit vehement verweigert, das Gespräch umgehend beendet und sich ratsuchend an die Rote Hilfe gewandt.
Anrufprotokolle zeigen, dass zuvor eine Kontaktaufnahme zur Mutter der Betroffenen versucht wurde. In einem späteren Telefonat hat der Staatsschutz erfolglos versucht bei dieser Angst um das Wohlergehen ihrer Tochter zu schüren, um sie so zu einer Zusammenarbeit zu drängen.
Im Telefonat bezog sich der Staatsschutzbeamte explizit auf einen am selben Tag veröffentlichten Artikel auf indymedia (https://de.indymedia.org/node/705187) und behauptete nebulös, dass sie in Gefahr schwebe, da „man bei der linksextremistischen Szene“ ja nicht wisse, was nun passieren könne. Er biete ihr einen sicheren Aufenthaltsort an - aber nur wenn sie dem Staatsschutz soweit mit Informationen entgegenkomme, dass es sich für ihn lohne. Androhungen und Schutzversprechen nur für Gegenleistungen erinnern uns an mafiöse Strukturen und Zuhälterei.
Die Betroffene des Anquatschversuchs hat dieses Vorgehen dementsprechend keineswegs als Hilfe, sondern als gezielten Erpressungsversuch wahrgenommen und sich darauf zum Glück nicht eingelassen.
Wir sehen im hochproblematischen Vorgehen des Staatsschutzes Parallelen zur Anwerbung des Verfassungsschutzes bei der IL. Damals führten Mitarbeiter ebenfalls eine Drohsituation herbei, indem sie dem späteren Spitzel nach dessen eigenen Aussagen Observationsfotos seiner Eltern vorgelegt und ihn so zu einer Zusammenarbeit gedrängt haben sollen.
Immer wieder versuchen staatliche Behörden, politisch aktive Menschen für eine Mitarbeit anzuwerben. Ziel der Anquatschversuche ist es, Informationen über politische Initiativen und linke Strukturen zu gewinnen. In diesem konkreten Fall geht es jedoch um mehr. Der Bremer Verfassungsschutz steht nach der Enttarnung ihres Spitzels unter politischem Druck.
Der V-Mann führte sexuelle Beziehungen mit Mitgliedern der IL, bestritt einen erheblichen Teil seines Lebensunterhaltes aus der Bezahlung durch den VS und war in zentrale Entscheidungsstrukturen der Gruppe eingebunden. Es liegt nahe, dass der VS Zugriff auf die Kontaktdaten des enttarnten V-Mannes hat und hier gezielt private Telefonnummern von Unbeteiligten und deren Familienangehörigen für die Kontaktaufnahme weiterreichte. Damit hat der Bremer Verfassungsschutz nicht nur rechtswidrig, sondern auch perfide gehandelt.
Dennoch haben acht Jahre Bespitzelung keinerlei Beweise für die angebliche Gewaltbereitschaft der IL gebracht. Jetzt springt der Bremer Staatsschutz dem Verfassungsschutz bei und versucht verzweifelt mit konstruierten Befürchtungen um die Unversehrtheit einer Person, das Bild gewaltbereiter Linksextremisten aufrecht zu erhalten. Dabei sind es in diesem Fall die sogenannten Sicherheitsbehörden, die mit Einschüchterung und Drohung arbeiten.
Wir, die Rote Hilfe, empfehlen bei jedem Anquatsch- oder Anwerbeversuch: Jede Form eines Gespräches entschieden ablehnen! Egal wie blöd die Situation auch sein mag: Mit den Verfolgungsbehörden zu sprechen, macht alles nur schlechter!
Wie auch dieser Fall zeigt, geht es ihnen ausschließlich darum, linke Gruppen und Initiativen auszuforschen und zu kriminalisieren.
Tipps, wie ihr euch auf Anquatschversuche vorbereiten könnt, findet ihr in unserer Broschüre:
https://rote-hilfe.de/sites/default/files/2024-02/flyer_anquatsch_2021.pdf
An Herrn Regensdorf oder wie Sie auch immer heißen mögen und die Bremer Sicherheitsbehörden: Lassen Sie uns in Ruhe linke Politik machen. Wir haben keinen Bock auf Erpressung. Eure Einschüchterungsversuche laufen ins Leere!
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