"Free Maja!" - 80 Menschen fordern Freilassung von Antifaschistin in Ungarn
Entschlossen und lautstark versammelten sich gestern Abend rund 80 Aktivist*innen vor dem ungarischen Konsulat in Hamburg, um ihre Solidarität mit der Antifaschistin Maja und allen einsitzenden Antifas zu bekunden. Die Kundgebung war Teil eines internationalen Aktionstages, der in zahlreichen europäischen Städten stattfand.
24 Jahre Haft für antifaschistisches Engagement
Maja sitzt seit über einem Jahr unter menschenunwürdigen Bedingungen in ungarischer Haft. Ihr Vergehen: Sie soll sich gegen Nazis zur Wehr gesetzt haben. Nächste Woche wird das Urteil erwartet – die Anklage fordert drakonische 24 Jahre Gefängnis. Menschenrechtsorganisationen und antifaschistische Gruppen europaweit verurteilen das Verfahren als politischen Schauprozess, der exemplarisch Widerstand gegen Rechtsextremismus kriminalisieren soll.
Die Kundgebung war geprägt von kämpferischer Entschlossenheit. "Maja wird nicht allein gelassen", rief eine Rednerin in die Menge, während Transparente und Schilder mit der Aufschrift "Holt Maja zurück" und "Free all Antifas" zu sehen waren. In mehreren Informations- und Redebeiträgen wurde die systematische Verfolgung antifaschistischer Aktivist*innen in Viktor Orbáns autoritärem Regime angeprangert. "Während Neonazis in Ungarn faktisch Narrenfreiheit genießen, werden diejenigen weggesperrt, die sich ihnen in den Weg stellen".
Informationsbeiträge machten deutlich: Maja ist kein Einzelfall. Zahlreiche weitere Antifaschist*innen sitzen in Ungarn und anderen europäischen Ländern unter ähnlichen Vorwänden in Haft. Die Kundgebung galt allen von ihnen.
Internationale Solidarität wächst
Immer wieder hallten Sprechchöre zum ungarischen Konsulat: "Free, free Maja!" und "Free all Antifas!" Die Stimmung war entschlossen – eine Mischung aus Wut über die Ungerechtigkeit und unerschütterlicher Solidarität. "Wir lassen niemanden zurück", skandierte die Menge.
Die Organisator*innen kündigten an, dass der Druck auf die ungarische Regierung und die deutsche Bundesregierung weiter erhöht wird.
Wachsende Repression gegen linken Widerstand
Der Fall Maja steht exemplarisch für eine besorgniserregende Entwicklung in Europa: Während rechtsextreme Gewalt zunimmt und in vielen Ländern verharmlost oder ignoriert wird, werden antifaschistische Aktivistinnen zunehmend kriminalisiert. Expertinnen warnen vor einer schleichenden Aushöhlung demokratischer Grundrechte durch autoritäre Regierungen, die Widerstand gegen Rechtsextremismus als "linken Extremismus" diffamieren.
Die Solidaritätsbewegung für Maja wächst international. Neben Hamburg fanden gestern auch Kundgebungen und Aktionen in anderen Städten statt.
Anfang Februar fällt das Urteil – der Widerstand geht weiter
Das Urteil gegen Maja wird voraussichtlich am 4. Februar verkündet. Doch egal, wie es ausfällt – die antifaschistische Bewegung hat klargemacht: Der Kampf für Majas Freiheit geht weiter. "Solange Maja in Haft ist, werden wir auf der Straße sein", versprach ein Redner unter lauten Applaus.
Free Maja. Free all Antifas. Kein Frieden mit dem Faschismus.
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