LLL: Antimilitaristische Aktion gegen Waffenfabrik in Berlin-Wedding

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Anlässlich LLL-Wochenende: Werk von Rheinmetall in Berlin-Wedding markiert

 

Am Freitagnachmittag hat eine Gruppe antimilitaristischer Aktivist*innen das Werk von Rheinmetall Waffe Munition in Berlin-Wedding besucht und dort mehrere Botschaften gegen Krieg und Hochrüstung hinterlassen. Ab dem Sommer soll an dem Standort in der Scheringstraße Munition produziert werden.

Vor dem Eingang zum Werksgelände wurden mehrere Liter blutroter Farbe ausgekippt, um deutlich zu machen, dass die Produktion von Kriegsgerät für Tod und Zerstörung verantwortlich ist. Wir richten uns mit der Aktion nicht gegen die Beschäftigten, sondern stellen uns gegen die Bosse, an deren Händen Blut klebt und die mit dem Geschäft mit dem Tod gigantische Profite einfahren.

Außerdem wurde ein Banner mit dem Zitat von Rosa Luxemburg aus dem Jahr 1916 angebracht, welches lautet: „Die Dividenden steigen und die Proletarier fallen“. Angesichts der aktuellen Lage, die geprägt ist von kapitalistischer Krise, Rüstungswahnsinn und der Gefahr eines Weltkrieges, ist dieser Ausspruch hochaktuell. Die Reichen rüsten zum Krieg, auf Kosten der Arbeiter*innen weltweit.

Ein weiteres Banner mit der Aufschrift „Rheinmetall zu Altmetall“ wurde ebenfalls angebracht. Des Weiteren wurden Stencils mit den Slogans „Krieg dem Krieg“, „Sozialismus statt Weltkrieg“ und „No war but class war“ gesprüht. In der Nähe des Geländes wurden Wandzeitungen verklebt, um die Beschäftigten und Anwohner*innen über die Hintergründe von Militarisierung und Aufrüstung zu informieren. Es wurden auch kleine Schnipsel verstreut mit dem Text: „Keine Waffenproduktion im Wedding!

Am Humboldthain soll ab 2026 Munition produziert werden. Diese Munition bringt weltweit Leid und Zerstörung. Stellen wir uns gegen den Rüstungswahnsinn und die drohende Kriegsgefahr! Sozialismus statt Weltkrieg!“.

Die Aktion ist ein Beitrag zur Mobilisierung zum Luxemburg-Liebknecht-Gedenkwochenende. Am 11. Januar werden tausende sozialistische und kommunistischen Genoss*innen zum Friedhof ziehen, um den Ermordeten zu gedenken. Die Demo ist aber nicht nur wichtig wegen dem Gedenken, sondern hat auch einen aktuellen Bezug zu unseren heutigen Kämpfen und sie ist ein wichtiger Ausdruck gegen Imperialismus und Krieg. Die Perspektive einer befreiten kommunistischen Gesellschaft, wie Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht sie anstrebten, ist heute noch genauso aktuell wie damals.

 

Text der Wandzeitung: 

Krieg dem Krieg

Keine Waffenproduktion im Wedding!

  

Die Aufrüstung wird immer stärker vorangetrieben. Rheinmetall, das größte deutsche Rüstungsunternehmen, stellt den Produktionsstandort Pierburg im Wedding am Humboldthain auf die Produktion von militärischen Komponenten um. Der Autozulieferer Pierburg GmbH wurde zur Rheinmetall Waffe Munitions GmbH. Statt Autoteilen soll ab Mitte 2026 Munition produziert werden. Diese Munition bringt weltweit Leid und Zerstörung.

Wir richten uns mit unserem Protest nicht gegen die Beschäftigten des Werkes. Die Entscheidung zur Rüstungsproduktion wurde von den Bossen getroffen. Die Beschäftigten dürfen nicht mitbestimmen. Der Betriebsratsvorsitzende sieht die Entscheidung der Umstellung von ziviler Produktion zur Rüstungsproduktion allerdings als alternativlos an. Dabei gäbe es sehr wohl Alternativen, um die Arbeitsplätze zu sichern! Eine Umwandlung hin zu einer sozial und ökologisch sinnvollen Produktion wäre eine Option, die allen zugutekommt.

Statt den Frieden und ein gutes Leben für alle sicherzustellen, rüsten die Herrschenden für den Krieg. Rüstungskonzerne wie Rheinmetall sind die Profiteure dieser Entwicklung. Die staatlichen Mittel für Gesundheit, Soziales und Bildung werden immer weiter zusammengekürzt. Errungenschaften der Arbeiter*innenbewegung wie der Acht-Stunden-Tag und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall werden angegriffen. Gleichzeitig werden Milliarden für Militär und Rüstung ausgegeben.

Gerechtfertigt wird diese Aufrüstung mit einem angeblichen Bedrohungsszenario. Nato-Generalsekretär Rutte sprach kürzlich von einen drohenden Angriff Russlands auf Europa und einem kommenden Weltkrieg. Die Hochrüstung sichert aber keinen Frieden, sondern steigert vielmehr die Kriegsgefahr, die bis zu einem Atomkrieg eskalieren kann.

Die Leidtragenden von Krieg und Militarisierung sind auf allen Seiten die Arbeiter*innen. Was die Sozialistin Rosa Luxemburg 1916 schrieb, gilt noch immer: »Die Dividenden steigen und die Proletarier fallen«. Die Ursache für die kriegerische Entwicklung ist die kapitalistische Wirtschaftsordnung, die auf der Konkurrenz um Märkte und Ressourcen beruht.

Stellen wir uns gegen den Rüstungswahnsinn und die drohende Kriegsgefahr! Als Arbeiter*innen haben wir die Macht den Herrschenden in den Rücken zu fallen und die kriegerische Eskalation zu stoppen. Unsere Perspektive ist eine Gesellschaft ohne Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung. Wir kämpfen für eine sozialistische Gesellschaft, in der die Produktion den Bedürfnissen der Menschen und der Umwelt dient!

 

Der Hauptfeind steht im eigenen Land! Sozialismus statt Weltkrieg!

 

 

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Ergänzungen

Berliner Morgenpost:
Farbattacke und Schmierereien
https://archive.is/b1CUd