30 Jahre DIE SIMPSONS - Kultzeichentrick im TV

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Vorabendserien gibt es viele. Kaum eine habe icke auch in meiner Jugend so genossen wie DIE SIMPSONS. Ein fiktives Zeichentrickspektakel aus Amerika, jetzt im 30. Jahr, welches auf anarchischste Weise die Abgründe der westlichen Welt ad absurdum führt. Eine US-Unterschichtenfamilie im täglichen Leben - so könnte der Untertitel lauten. Gezeigt werden Freude und Leid, Höhen und Tiefen, gepaart mit einer gehörigen Portion Systemkritik. Nein, man muss DIE SIMPSONS nicht lieben. Vielmehr kann man sie als Exempel amerikanischer Sozietäten rekognieren ...

 

Welt. 30 Jahre ist es her, dass die US-Zeichentrickserie DIE SIMPSONS zum ersten Mal über amerikanische Mattscheiben flimmerte. Seither hat sich die fiktive Geschichte um Marge und Homer, Bart und Lisa Simpson international zum absoluten Kult entwickelt. Produziert vom Sender FOX karrikiert sich die Sendung (auch kapitalismuskritisch) mitunter selbst, spart nicht am schmierigen Image der US-amerikanischen Weltmachtsfantasien, welche gerade jetzt unter dem hoffentlich bald entmachteten DONALD TRUMP einen neuen Negativtiefstand erreicht. Auch Milliardär Rupert Murdoch, dem die FOX-Anstalten ja gehören, übernahm mal eine Synchronrolle bei DEN SIMPSONS -als schmieriger Kraftwerksbesitzer, welchem nichts mehr heilig ist als der Profit.

 

Ansonsten hält Marge Simpson die geheiligte Familie unter ihrem trotteligen, wenn auch liebenswerten Ehemann Homer, welcher am liebsten Bier trinkend auf der Couch vor dem Fernseher dümpelt, zusammen, ja, verzeiht ihm jeden Fehltritt. Nur als er versehentlich das fiktive Springfield in die Luft sprengt, weil Homer bei seiner Arbeit im Atomkraftwerk einnickt, verzeiht sie ihm nicht. Hier muss der Mann nun mal den Konflikt kitten. Dann sind da die ewig rauchenden verjungferten Schwestern von Marge. Auch sie geben der Serie mit viel Slapstick und Humor ihre Situationskomik. Bart Simpson, der Sohn, ist der typische Totalverweigerer, stets bereit, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, Was will der geneigte Vorabendseriengucker mehr. Und: Auch unter der Jugend haben DIE SIMPSONS bis heute einen besonderen Platz, was wohl daran liegt, das neben der Zurschaustellung von Abstieg und sozialem Elend auch eine gehörige Portion Unterschichtensarkasmus vorhanden ist.

 

Was bleibt, ist eine Zeichentrickserie, welche an Kapitalismuskritik nicht spart, anarchisch versucht, die bestehende Welt in ihren Grundfesten zu erschüttern - doch letztlich zu erhalten. Auch hierfür müsste es einen REVOLUTIONÄREN WEG geben. Bis dato leider - Fehlanzeige ... (doem)

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