Falkos Einblicke - Ein Mann kämpft gegen Wohlstand, Solidarität und Islam-Kritik [AB]

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 Der Busfahrer Falko Keller sitzt für die AfD im Aschaffenburger Stadtrat. Offensichtlich verachtet er gute Löhne und seine streikenden Kollegen, genau wie antifaschistische Islam-Gegner. Dies ist die Dokumentation der verwirrten Posts eines weiteren Charakters im lokalen Kasperletheater.

 

 Randzeilen stellt sich konsequent gegen dummes Geschwätz, auch wenn es von Linken und Linksliberalen kommt, doch die Riege der Ideologen ist damit natürlich nicht vollständig abgedeckt. Es ist an der Zeit auch das Lieblingsopfer der Antifa zu erwähnen: Die AfD. In Aschaffenburg wird sie von Falko Keller repräsentiert, einem leidenschaftlichen Facebook-User, dessen offene Posting-Ausfälle sich gegen Alles richten, was er nicht begreift. Dabei sollen nicht die üblichen plumpen und fremdenfeindlichen Standartaussagen behandelt werden, denn das passiert in der interessierten Öffentlichkeit zu Genüge.

Beispielhaft für die geballte Ahnungslosigkeit sind Kellers Erklärungsversuche eines Antifa-Transparents, welches am 29.7.2020, als Reaktion auf eine Corona-Rebellen-Demonstration, vor der Kneipe Stern gezeigt wurde:

 

„Da die Antifa in Österreich seit Tagen von Islamisten verprügelt wird, sind die Pussis vom Stern plötzlich gg Islamisierung. Wenn die jetzt noch begreifen würden, daß die meisten davon als Flüchtlinge kommen, ueberpinseln sie evtl. ihr sinnloses 'Refugees welcome'“

(Falko Keller am 29.7.2020, abgerufen am 30.9.2020 auf https://www.facebook.com/falko.keller.716/posts/190156502452620)

 

Der auf dem Transparent zu lesende Text „Nieder mit Kapital, Faschismus & Islamismus“ wurde von Keller auf die Angriffe von Grauen Wölfen (siehe dazu: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1138380.ausschreitungen-in-wien-wiederholte-angriffe-von-rechtsradikalen-tuerken-auf-kurden-und-linke-in-wien.html) in Wien gemünzt, wobei er natürlich übersieht, dass es gerade der Stern e.V. war, der sich das Thema DITIB seit Jahren immer wieder kritisch vornahm. Das tat der Verein dort, wo es notwendig war, nämlich direkt vor Ort (hier nachzulesen: https://randzeilen.files.wordpress.com/2020/01/das-fest-interview.pdf) und nicht - wie manches Internet-Großmaul - vorm heimeligen Laptop. Auch Randzeilen schreibt seit 2018 gegen die menschenfeindliche Ideologie des Islam an. Das seriöse Image, das noch auf der Seite der AfD Aschaffenburg gepflegt wird, wird nicht nur hier abgelegt, wenn Keller die fotografierten Personen abfällig als „Pussis“ bezeichnet.

So richtig passen die Aktionen des Stern e.V. und Randzeilen nicht in Kellers gepflegtes Feindbild des „Linken“. Deshalb tut er in so einem Fall das, was man von Ideologen jeder Ausprägung gewohnt ist: Die Realität weitgehend ignorieren. Auf einem neuen Höhepunkt seiner traurigen Online-Aktivität brachten ihn die Gewerkschaften auf die Palme. Ganz besonders wenn sie streiken. Sein letzter geistiger Erguss zum Thema (alle Fehler aus den Original-Posts übernommen) beschäftigte sich mit dem Streik der Busfahrer, deren Kampf für bessere Lebensbedingungen ihn offenbar besonders provoziert:

 

„Und die von Linken gesteuerten Gewerkschaften haben es wieder geschafft. Kann mal bitte jemand den Rattenfängern von VERDI die Flöte wegnehmen.“

(Falko Keller am 24.9.2020, abgerufen am 30.9.2020 auf https://www.facebook.com/falko.keller.716/posts/211227977012139)

 

Was es mit der Verachtung für seine Kollegen auf sich hat, zeigte sich bereits am 9.9.2020, als er in einer Diskussion – zum gleichen Thema und unter der Zuhilfenahme mantraartiger Floskeln – erklärte:

 

„Wer mehr Geld verdienen will hätte studieren und Arzt werden sollen. Ich bin, und bleibe Arbeiter, und die wurden in keinem System der Welt reich. Allerdings war und ist mir ein freundliches Dankeschön von den Fahrgästen mehr wert. Aber das ist eine Lebenseinstellung, die zu erklären länger dauert.“

(Falko Keller am 9.9.2020, abgerufen am 30.9.2020 auf https://www.facebook.com/falko.keller.716/posts/207744267360510)

 

Im Klartext positioniert er sich damit nicht nur gegen eine bessere Bezahlung, sondern gegen jede andere Verbesserung, die durch jene Gewerkschaften erkämpft wurde und längst nicht das ausschöpft was möglich wäre, denn der DGB ist ein ziemlich zahmer Haufen. Aber Keller reicht das nicht, er träumt von einem Staat voll gehorsamer Arbeitsbienen.

 

„Die Gewerkschaften sind der lange Arm der Linken mit nur einem Ziel Zwist zu säen, und unser Land zu destabilisieren.“

(Falko Keller am 9.9.2020, abgerufen am 30.9.2020 auf https://www.facebook.com/falko.keller.716/posts/207744267360510)

 

Hier wird die pure Ideologie sichtbar, denn Keller missfällt zwar der Kampf eines Busfahrers um ein bisschen mehr Geld in der Tasche, während ihn die Einkommen von Unternehmern oder aber gesellschaftliche Grundlage der Arbeitsverhältnisse wenig interessieren. Ihn stört es nicht, dass wirtschaftliche Mechanismen – und damit auch die grassierende Armut, Billiglohn und Abstiegsangst – menschengemacht sind, oder hält sie gleich für einen unüberwindbaren Naturzustand, dem mit politischen Mitteln nicht beizukommen ist. Sein Engagement für die Betroffenen der Wäscherei-Auslagerung im hiesigen Klinikum, kann unter Beachtung dieser Standpunkte nur als Augenwischerei (auf die keine praktische Solidarität geleistet werden musste) bezeichnet werden. Vielleicht aber auch nur Unwissenheit darüber, dass gerade „fähiges“ Management besonders geübt darin ist, die Kosten zu senken – Und ein Kostenfaktor sind immer die Löhne.

 

„Ich habe in meinem Wortbeitrag genau erklärt, daß ein unfähiges Managment das Klinikum seit Jahren in die roten Zahlen treibt, was auch von Aufsichtsräten bestätigt wurde.“

(Falko Keller am 16.9.2020, abgerufen am 30.9.2020 auf https://www.facebook.com/falko.keller.716/posts/209362440532026)

 

„So vom System indonktriniert, da ist es sinnlos. In Norwegen haben wir 24 Euro verdient, aber sie wollten immer noch mehr. Glaubt ihr echt, die würden euch das Geld lassen? Sie machen ihre Sklaven nur noch mehr süchtig nach Kohle um sie zu kontrollieren, und eure super Gewerkschaften verdienen richtig mit. Ihr seit nix anderes, als die, die alleine im Auto sitzen und Maske tragen. Ihr versteht das System einfach nicht.“

(Falko Keller am 9.9.2020, abgerufen am 30.9.2020 auf https://www.facebook.com/falko.keller.716/posts/207744267360510)

 

Ironischerweise bringt Keller all diese Verachtung eines besseren Lebens gerade mit denen zusammen die er angeblich bekämpft. Es sind auch die islamistischen Strömungen, zu deren Pfeilern immer die Gegnerschaft zu allem gehört, was dieses Leben lebenswert macht. Halten die einen ihrem Gott die Treue und hoffen auf eine Belohnung im Paradies, soll es nach Keller das Land, Kultur und Volk sein, dem ohne Murren zu dienen ist. Dabei hat er es nicht einmal mit den westlichen Werten, Wohlstand und Freiheit, sondern sehnt sich wohl nach der autoritären Knute, mit der er jedem renitenten Arbeitnehmer auch noch das letzte bisschen Lebensqualität abpressen will, welches - zumindest - die kapitalistischen Staaten im Westen garantieren. Arbeitnehmer sollen zufrieden sein mit der Rolle des auswechselbaren Zahnrads, solange man es nett grüßt. Die angebliche Wahl, die wir laut Keller zwischen Chef und Arbeiter haben, scheint das einzige zu sein, was uns von den Bestandteilen eines Ameisenvolks unterscheidet. Mit den wirren Fantasien einher geht die offensichtliche Verkennung kapitalistischer Mechaniken, die darauf aufbauen dass immer jemand die schlechten und mies bezahlten Jobs ausführt und im Notfall dazu gezwungen wird. Gleichzeitig handelt es sich um einen Andock-Punkt für tatsächlichen Faschismus, dem es immer nur darum ging die ökonomischen Unterschiede zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber per Volkszugehörigkeit zu verkleistern, anstatt sie abzuschaffen.

Ein Vertreter der Arbeiter, „des kleinen Mannes“, ist Keller somit in keinem Fall.

 

Bitte hier kommentieren und ergänzen: https://randzeilen.wordpress.com/2020/09/30/falkos-einblicke/

 

 

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