Zum Angriff auf das Casa in B/ Hellersdorf und die Beteilung von Leuten aus Rigaer 94
Solidarität mit den Besetzerinnen gegen Antisemitismus. Verachtung für die Rigaer 94.
Als ehemaliger Freund der Rigaer 94
Spätestens nach eurer Stellungnahme zum islamistischen Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 war für mich Schluss. Seitdem gibt es keinen positiven Bezug mehr zur Rigaer 94. Früher stand das Haus für Militanz, Widerständigkeit und den Willen, sich Staat und Nazis entgegenzustellen. Heute steht es für mich vor allem für Israelhass, Antisemitismus und den politischen Totalausfall eines Milieus, das jede Orientierung verloren hat.
Wer sich links nennt und ausgerechnet den jüdischen Staat zum Hauptfeind erklärt, wer den größten Massenmord an Jüdinnen und Juden seit der Shoah relativiert oder mit dümmlichen Parolen begleitet, hat den Boden emanzipatorischer Politik längst verlassen. Ihr seid nicht radikal. Ihr seid reaktionär.
Es ist mir völlig egal, ob ihr Tunnel baut, ohne Genehmigung Wände durchbrecht oder euch jetzt eine Heizung zusammenschustert. Hoffentlich bringt ihr mit eurem Pfusch wenigstens keine Gäste oder Nachbarinnen in Gefahr. Für den Schaden, den ihr anrichtet, seid ihr selbst verantwortlich.
Der endgültige Bruch kam für mich am Wochenende vom 5. auf den 6. Juli.
Ein Bewohner des Casa in Hellersdorf wurde nach meinem Kenntnisstand wegen massiver Konflikte und antisemitischer Positionen innerhalb des Projekts umgesetzt. Solche Entscheidungen sind nie angenehm. Linke Hausprojekte mussten sich schon immer mit Menschen auseinandersetzen, die Projekte zerstören oder politisch untragbar werden. Das gehört zur Geschichte autonomer Strukturen.
Aber was Leute aus eurem Umfeld daraus gemacht haben, ist eine politische Bankrotterklärung.
Wer ein antifaschistisches Hausprojekt im Herzen einer ehemaligen Neonazi-Hochburg angreift, stellt sich gegen Antifaschismus. Punkt. Wer glaubt, Konflikte mit Einschüchterung, Gewalt und Machtdemonstrationen lösen zu können, unterscheidet sich in seinem autoritären Auftreten kaum noch von den Schlägern, gegen die wir früher gemeinsam auf der Straße standen.
Spätestens an diesem Punkt seid ihr für mich keine Genossinnen mehr. Ihr seid zu dem geworden, was ihr früher selbst bekämpfen wolltet: eine autoritäre Clique, die jede Kritik mit Gewalt beantwortet und ihre eigene politische Verwahrlosung für Radikalität hält.
Schon eure Stellungnahme zum 7. Oktober hat euch in weiten Teilen der autonomen Bewegung isoliert. Nicht, weil alle plötzlich »Anti-Deutsche« geworden wären, sondern weil viele schlicht keinen Antisemitismus dulden wollen. Alte Mietverträge wurden gekündigt, langjährige Weggefährtinnen haben euch den Rücken gekehrt – nicht wegen des Staates, sondern wegen euch.
Ihr feiert eure Siege über »AntiDs« und »Zios«. Tatsächlich feiert ihr nur euren eigenen politischen Verfall. Aus einem autonomen Hausprojekt ist ein Ort geworden, an dem Antisemitismus verharmlost, islamistische Gewalt relativiert und antifaschistische Strukturen angegriffen werden. Darauf könnt ihr stolz sein, wenn ihr jeden Kompass verloren habt.
Für mich ist die Rigaer 94 kein Symbol des Widerstands mehr. Sie ist ein Symbol dafür, wie eine politische Szene sich selbst zugrunde richten kann.
Null Solidarität mit Freundinnen des islamistischen Terrors. Null Solidarität mit denen, die antifaschistische Projekte angreifen. Null Solidarität mit einer Rigaer 94, die sich selbst aus der emanzipatorischen Linken verabschiedet hat.
In voller Verachtung.
Ein ehemaliger Freund des Hauses.
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