Anarchafeministisches Fanzine Nebenwidersprüche erschienen

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Cover der 1. Ausgabe von Nebenwidersprüche. Darauf ist ein stilisierter Uterus, der ein Kreuz zerbricht zu sehen.

Anlässlich des 1000-Kreuze-Marschs 2018 in München und den feministischen Protesten dagegen, haben wir ein Anarchafeministisches Fanzine namens Nebenwidersprüche ins Leben gerufen

Die erste Ausgabe unseres Fanzines beschäftigt sich dementsprechend auch näher mit dem Themenkomplex Pro Choice. Ihr könnt sie ab sofort hier herunterladen.

Die gedruckte Version unseres Fanzines wird in verschiedenen linken Räumen und bei diversen linken Veranstaltungen im Raum München erhältlich sein. Zur Finanzierung unserer Druckkosten für diese und kommende Ausgaben bitten wir um eine kleine – gerne aber auch größere – Spende.

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Ergänzungen

Nein zu Sexismus  Nein zu Kapitalismus

Wir haben Genug! Genug vom alltäglichen Sexismus, von blöden Sprüchen, Grapschereien und natürlich genug von jeglicher Gewalt gegen Frauen. Und darum sind wir zum internationalen Frauenkampftag auf der Strasse, zusammen mit hunderttausenden Frauen weltweit.

Gewalt gegen Frauen ist die extremste Form ihrer Unterdrückung. Jede fünfte Frau auf der Welt wird von ihrem Ehemann bedroht, geschlagen oder sexuell missbraucht. Auch in der Schweiz wird im Durchschnitt die Hälfte aller ermordeten Frauen von ihrem jetzigen oder ehemaligen Partner ermordet. Die Unterdrückung der Frauen zeigt sich aber in allen Lebensbereichen. Gerade die #metoo-Debatte gibt der sexuellen Belästigung im Alltag mehr Sichtbarkeit. Auf der Strasse, im Club, aber speziell auch der Arbeitsplatz sind für viele Frauen Orte der ständigen Anmache. Ist es der Boss, ist man ihr besonders ausgeliefert. «Soll ich meinem Boss sagen, dass ich seine Kommentare über meine Bluse nicht will? Riskiere ich dann Nachteile oder sogar die Kündigung?» Dieses Zitat zeigt schön, wie Abhängigkeits- und Machtverhältnisse die Grundlage für die alltäglichen Übergriffe sind. Dies gilt oft auch für Beziehungen und Ehen, wo die meisten Vergewaltigungen stattfinden.

In der Arbeitswelt haben die Frauen auch in Bezug auf die Lohn- und Arbeitsbedingungen etliche Nachteile zu erdulden. Noch immer verdienen Frauen in der Schweiz rund 18% weniger und arbeiten oft in prekären Jobs. Und als wäre nicht alles schon anstrengend genug, kommt auch noch die ganze unbezahlte Arbeit zu Hause dazu, welche auch heute noch zum grössten Teil die Frauen zu stemmen haben.

Was soll der ganze Scheiss? Wieso ist das ungleiche Geschlechterverhältnis – entgegen dem liberalen Feminismusgelaber – so hartnäckig? Weil das eben nicht nur dem patriarchalen Denken und Handeln der Männer entspringt, sondern im bestehenden System eine zentrale Funktion hat. Frauen ziehen Kinder gross, pflegen die Kranken und schauen, dass alle, wenn sie von der Arbeit kommen, was zu Essen auf dem Tisch haben. Es ist die Care-Arbeit von Frauen, welche sicherstellt, dass alle mehr oder weniger fit zurück zur Lohnarbeit kommen. In marxistischen Begriffen ausgedrückt: Es ist die Arbeit der Frauen, welche die Ware Arbeitskraft herstellt. Diese erarbeitet dann für den Kapitalisten den Profit. Für den Kapitalismus ist die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung also von fundamentaler Bedeutung. Die Folgen für uns Frauen sind fatal: Patriarchale Rollenbilder, Mehrfachbelastung, Entwertung unserer Arbeit, sexistische Übergriffe usw.

Wir verstehen den alltäglichen Sexismus und die lebenslange Erfahrung der Unterdrückung als Teil des Kapitalismus. Darum organisieren wir uns kollektiv und kämpfen für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung. In Afrin, im Norden Syriens, wird eine Gesellschaft mit dieser Perspektive aufgebaut. Und sie wird standhaft verteidigt gegen faschistische Angriffe, gegen Imperialismus und Fundamentalismus. Die Frauen dort kämpfen mit der Waffe in der Hand für ihre und auch unsere Befreiung.

Wir Frauen* bestimmen selbst, wie wir sind!

Für den Kommunismus!

Frauenkollektiv, Revolutionärer Aufbau