Thor Steinar 'Oseberg' zugemauert - Militante Aktion oder doch nur PR-Stunt?

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Seit über 11 Jahren befindet sich der örtliche Ableger von Thor Steinar, 'Oseberg', nun in der Oleariusstraße 3, in unmittelbarer Nähe zum Hallmarkt. Seit seinem Umzug an die heutige Örtlichkeit gab es rund um den Nazischuppen ruhigere Zeiten und Zeiten, zu denen den Betreiber deutlich vermittelt wurde: "Verpisst euch!". Schon 2015 wurden die Fenster verschönert und der Laden markiert. Etliche weitere Farbattacken schlossen sich an. Jüngst spielte der Laden wieder eine Rolle: im 129er-Prozess am OLG Düsseldorf. 

Auf eine Kontinuität unterschiedlich gearteter Methoden, dem rechten Bekleidungsladen auf die Pelle zu rücken lässt sich also zurück blicken. 

So ist es erfreulich, dass eben dieser Laden erneut in den Focus gerückt werden soll. 

Und dennoch unterscheide sich die letzte Aktion von allen vorangegangenen.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die 'Internationale Jugend Halle', man habe den Thor Steinar laden zugemauert, samt dazugehörigen Foto. Mit der Aktion soll auf ihre anstehende Kundgebung aufmerksam gemacht werden. 

Was sich erstmal wie eine weitere antifaschistische Intervention ließt, wir bei genauerer Betrachtung zum PR-Gag. 

Auf dem Foto des Eingangsbereichs erkennt man eine etwa ein Meter hohe Kartonkonstruktion (?), verziert im Stile einer gemauerten Wand, welche den Eingangsbereich versperrt. Davor ist rotes Flatterband gespannt. Garniert ist die Szenerie von Stickern. Ein großes "Nazischuppe dichtmachen! IJ" prangt auf einem Zettel an der Tür. 

Im Gegensatz zu den vorangegangenen Aktionen drückt sich hier der Eindruck auf, es ginge den Urhebern nicht darum, den Laden erneut längerfristig zu markieren oder sabotieren, sondern lediglich militant anmutende Bilder für den eigenen Online-Auftritt zu generieren und ihren Marke "IJ" prominent zu platzieren.

Auch die ausschließliche Veröffentlichung auf Social-Media-Plattformen und das damit einhergehende Unbewusstsein für Repressalien auf militante Aktionen scheint hier zu fehlen oder in der Abwägung verloren gegangen zu sein. 

Dass diese Strukturen wenig, bis gar nichts mit autonomen Strukturen zu tun haben und auch in diversen anderen Bereichen dies untermauern, kann an diverser Stelle nachgelesen werden. Dass diese Strukturen junge Menschen mit diversen Aktionen verbrennen und unnötigen Repressionen aussetzen ist traurig. 

So bleibt nur zu hoffen, dass diese, bisher letzte Aktion,  am Thor Steinar Laden, so fragwürdig sie auch ist, wenigstens ein Anstoß ist, weiterhin Nazistrukturen in der Stadt anzugreifen!

Alerta Antifascista!

Aus dem Linksunten Archive:
https://linksunten.archive.indymedia.org/node/132306/index.html

Lokalpresse zum 129er:
https://dubisthalle.de/nach-ueberfaellen-auf-thor-steinar-laeden-unter-a...

Lokale kritische Stimmen zur Struktur der FKO:https://de.indymedia.org/node/497214

Antifaschistischer Werkzeugkasten: https://1312dinge.nublogs.org/index.html%3Fp=290.html

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