Aufruf zu dezentralen Aktionen gegen Rüstungsmesse DSEI im März 2027 in Hannover
Vom 9.-12. März 2027 soll in Hannover die Rüstungsmesse DSEI Germany stattfinden. Diese Messe „Defence & Security Equipment International“ (DSEI) existiert seit über 20 Jahren in London und ihr Ableger DSEI Germany wird auf Anhieb die größte Rüstungsmesse Deutschlands.
Neben klassischen Rüstungsunternehmen werden sich auch viele Zulieferer*innen zeigen – man will die “gesamte Wertschöpfungskette abbilden”. Daran wollen auch wir uns orientieren und zu dezentralen Aktionen aufrufen!
Unsere Kritik und unser Protest richtet sich nicht nur gegen die staatlichen Enscheidungsträger*innen und Militärs, sondern auch gegen die Produzent*innen, IT-Infrastruktur, Logistik, Zulieferung und damit verbundene Ausbeutung von Mensch, Natur und Rohstoffen.
In Hannover wurde schonmal eine Rüstungsmesse vertrieben1. Das Sommerbiwak hat ab 2009 zu vielfältigen Protesten in der Stadt geführt und aus Solidarität gegen damit verbundene Repression ist das Autonome Blättchen entstanden2, in dem immer noch bundesweit antimilitaristische und andere militante Inhalte verbreitet werden. Daran lässt sich anknüpfen!
Das Messgelände ist zwar groß, wird aber sicherlich gut geschützt sein. Können wir einzelne Zugänge temporär blockieren? Sicherlich. Und können wir alle Zugänge vier Tage lang blockieren? Das wird sich zeigen. Selbst ein Tag ohne Zutritt wäre für heutige Kräfteverhältnisse schon ein großer Erfolg. Wir wollen selbstbestimmte Aktionen mit Eigeninitiative und mit einem weiteren Aktionsradius! Viele Großereignisse der letzten Monate und Jahre wirkten letztendlich ritualisiert und perspektivlos. Aktivist*innen buchen Rundumsorglospakete einer großen Organisation, oder glauben es besser zu wissen, werden aber gar nicht erst aktiv. Viele sind überfordert oder resigniert – wer nicht, werfe den ersten Stein! Statt Resignationen wünschen wir uns wieder mehr Schwung und Unvorhersehbarkeit bei großen Events. Dazu wollen wir das Spielfeld und den Werkzeugkasten gerne vergrößern.
Der Zugang zum Messegelände umfasst nicht nur dessen Grundstücksgrenze, sondern auch den Messeschnellweg, Autobahnen, Straßenbahnen, Züge, Hotels, usw. Die Unternehmen, Parteien und Behörden haben Adressen über die Stadt und das Land verteilt. Häufig haben gut vorbereitete Aktionen von Kleingruppen sogar mehr Effekt und weniger Risiko als eine offene Konfrontation mit der Bullerei und sie lassen sich wunderbar mit größer angelegten Massenaktionen wie z.B. Blockaden kombinieren. Lasst uns kreativ werden und uns gegenseitig ergänzen! Wenn es an vielen Orten in der Stadt knallt, bleiben weniger Bullen, um die Messe zu bewachen und große Blockaden zu räumen. Wenn es an der Messe knallt, können ungestörter Aktionen woanders gemacht werden. Je unberechenbarer wir agieren, desto schwieriger wird es für sie, uns in Schach zu halten und dafür braucht es die Kreativität und Eigeninitiative von uns allen!
Wir schlagen den 09. März, den ersten Tag der Messe, als Fokus bzw. Höhepunkt für dezentrale Aktionen vor! Für die nächsten Monate bis März schlagen wir vor, die Messe auch überregional als Aufhänger zu nutzen, um antimilitaristische Inhalte und Interventionen sichtbarer zu machen und uns aufeinander zu beziehen. An Ausstellern und Firmenstandorten mangelt es nicht.3
Um weitere Infos aus linksradikalen Kreisen mitzubekommen, empfehlen wir diesen Mastodon-Account: https://mastodon.social/@no_dsei_h
Sie wollen Massenüberwachung, Aufrüstung und Krieg? Deutschland als “Technologieführer”? Wir bringen Chaos auf ihre Bratwurstparty und in die ganze Stadt! DSEI Germany verhindern! Kriegstreiber angreifen!
1https://www.kulturzentrum-faust.de/projekte/aktuelle-projekte/archiv-zur-demokratiegeschichte/keine-gute-idee.html
2https://archive.org/details/AutonomesBlttchen1/mode/2up
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