Oliver Welzel - Linker, Fußballfan, Vergewaltiger

Im Folgenden wird vor der Person Oliver Welzel, einem verurteilten Sexualstraftäter, gewarnt.

TW: sexualisierte Gewalt

Oliver Welzel (08.03.1981 - Budapester Strasse 30, 20359 Hamburg) ist durch seine Aktivität in der Fanszene des FC St. Pauli, seiner politischen Aktivität und seinem Sport Muay Thai bundesweit in linken Kreisen gut vernetzt. Sein Umfeld ist vornehmlich in Hamburg und seiner alten Heimat in Sachsen gewesen. Er pflegte aber, über diese Orte hinaus, auch Kontakte zu befreundeten Fanszenen, zu progressiven Kampfsportkreisen und ins anarchistische Milieu.

Hier hat er sich über die Jahre einen Status als “reflektierter Macker” aufgebaut, hat sich als “Feminist” und “Ally” verstanden. Diese Fassade bekam erste Risse im April 2022, als interne Awareness-Strukturen auf ihn aufmerksam gemacht wurden. Dabei ging es in erster Linie um das Ausspielen seiner Machtposition innerhalb der Szene, um aufdringliches Verhalten und dass er ein “Nein” wirklich nur akzeptierte, wenn es mit Nachdruck formuliert wurde. Auch im Kontext seiner Tätigkeit als Sozialarbeiter sind uns Vorfälle übergriffigen Verhaltens bekannt geworden, welche zum Teil entkräftigt, zum Teil auch von ihm zugegeben wurden, aber nicht die genügende Aufmerksamkeit von uns bekommen haben. Im Folgenden wurde ihm ein Strukturverbot auferlegt. Er erhielt verschiedene Auflagen, zudem wurden Termine für ihn bei einer Beratungsstelle bezahlt. Nach einem Jahr wurden, in Rücksprache mit den Betroffenen die mit der Awareness-Struktur in Kontakt standen, Sanktionen schrittweise wieder aufgehoben. Er selbst gab sich dabei als weiterhin “stark im Reflexionsprozess”. Er konnte im persönlichen Kontakt seine Fehler benennen und gab sich nach außen selbstkritisch. Er legte ein performatives Verhalten an den Tag, las feministische Literatur, trug T-Shirts mit entsprechenden Aussagen etc.

Im Herbst 2025 verschwand Oliver von der Bildfläche, was sehr untypisch war. Sowohl bei Veranstaltungen, Demos und Fußballspielen innerhalb Hamburgs, als auch auf Auswärtsfahrten des FC St. Pauli war er nicht mehr anzutreffen. Im Januar 2026 erhielten wir dann die Nachricht, dass er in seiner Heimat in Sachsen in Untersuchungshaft sei. Er verweigerte seinen Bezugspersonen (auf Nachfrage) die Auskunft über die Haftgründe. Im weiteren Verlauf erfuhren wir schließlich (im Sommer 2026), dass er wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs  an einer minderjährigen Person angeklagt wurde. Am 08.07.2026 wurde er vor dem LG Görlitz zu 3 Jahren und 2 Monaten Haft verurteilt. Zur Anklage kamen 6 Taten, die im Zeitraum 2018 bis 2022 stattfanden. Schuldig gesprochen wurde er in 3 Fällen wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger und in einem Fall der Vergewaltigung. In zwei Fällen wurde er freigesprochen. Im Laufe des Gerichtsprozesses gestand er eine “Schwäche” für heranwachsende, minderjährige Personen zu haben. Aktuell ist er in einem weiteren Fall in Hamburg angeklagt, die betroffene Person ist zum Tatzeitpunkt ebenfalls minderjährig gewesen.

Es haben sich nun Personen aus verschiedenen Strukturen zusammen gesetzt und ausgetauscht. Es ergibt sich mittlerweile ein Gesamtbild von der Person Oliver Welzel, welches uns an eine erfolgreiche Resozialisierung dieses Menschen nicht mehr glauben lässt, da er über Jahre auf verschiedene Art und Weise schwer grenzüberschreitend gehandelt hat, sein Verhalten trotz mehrfacher Möglichkeit der Reflektion und auch Sanktionierung nicht wirklich änderte. Im Rahmen des Aufarbeitunsprozesses sind uns mittlerweile auch weitere Fälle von Vergewaltigung bekannt geworden und womöglich gibt es noch weitere, uns nicht bekannte Taten.

Es muss hier selbstkritisch eingeräumt werden, dass wir ihm trotz unterschiedlicher Vorbehalte nach seinem temporären Szeneausschluss 2022-2023 eine Reintegration ermöglicht haben. Dies hätte zwar keine der vor Gericht verhandelten Fälle verhindert, aber wir kennen auch nicht das gesamte Ausmaß seines Handelns. So hatte er zumindest wieder eine Position inne, die ihm Machtmissbrauch ermöglicht hat. Außerdem hätten wir in Teilen deutlich härter mit ihm ins Gericht gehen müssen, ihm weniger guten Willen zuschreiben und seinen Aussagen weniger Gewicht einräumen dürfen. Auch die Tatsache, dass er längerfristige Beziehungen mit deutlich jüngeren Personen hatte, hätte noch kritischer bewertet werden müssen. Ein ehrlicherer Austausch innerhalb der Szene hätte wahrscheinlich schon früher sein manipulatives Verhalten aufdecken können und seine mangelnde Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten offenbart. Aus einem unguten Bauchgefühl heraus hätten sich im Austausch Fakten ergeben können, die vermutlich eine Reintegration verhindert hätten. Es zeigt sich zudem, dass sein ganzer performativer Feminismus in erster Linie eine Masche war, die zwar kein Alleinstellungsmerkmal bei linken Männern ist, die er aber gut verinnerlicht und sich in erster Linie zur Verfolgung seiner Ziele angeeignet hat. Zudem ist er stark manipulativ, kann im persönlichen Kontakt sehr überzeugend sein und die Wahrheit stets zu seinen Gunsten verdrehen.

Dieser Text ist Teil eines längeren Aufarbeitungsprozesses, bei dem wir noch ganz am Anfang stehen. Wir möchten mit diesem Text in erster Linie vor Oliver Welzel warnen, da wir aufgrund unserer Erfahrungen mit ihm, wie oben geschildert, nicht an eine Resozialisierung glauben. Oliver hat sämtliche Möglichkeiten, die ihm zur Reflexion seines Verhaltens eingeräumt wurden, dazu genutzt, seine Taten und deren Ausmaß besser zu verstecken. Wir gehen davon aus, dass er auch weiterhin gefährlich sein wird. Wir wollen hiermit zumindest den Versuch unternehmen, dass er in unseren und ähnlichen Strukturen zukünftig keinen Fuß mehr fassen kann.

 

 

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