[MA] Antifaschistische Intervention bei rechtem GDG-Stammtisch

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Am Samstag, den 29.08., fand zum wiederholten Mal ein Stammtisch der rechtsaußen-Gruppe „Gemeinsam Deutschland Gestalten“ in Mannheim statt.

Wohl in vollem Bewusstsein darüber in Mannheim nicht willkommen zu sein, gibt die Gruppe ihre Treffpunkte nicht öffentlich bekannt. Selbst nach ausführlicher Personenprüfung durch die Organisatoren im Vorfeld erhalten Interessierte Ort und Treffpunkt des Stammtischs nur 24 Stunden vor Beginn des Treffens. Von dort geht es dann zu einem – bis zum Ankommen geheimgehaltenem - Ort, an dem der Stammtisch stattfindet. In diesem Fall war es das Eichbaum Brauhaus im Mannheimer Stadtteil Wohlgelegen.

 

 

All diese Sicherheitsvorkehrungen blieben ohne Erfolg: Eine größere Zahl lokaler Antifaschist:innen wartete zwischen Treffpunkt und Brauhaus auf die aus ca. 20 Personen bestehende Gruppe und konnte diese auf offener Straße umstellen. Die Rechten sahen sich einer personell so großen Übermacht ausgesetzt, dass einzelne Rechte bereits beim ersten Anblick der Antifas die Beine in die Hand nehmen wollten. Nach einer Ansprache an die Gruppe - in der klar gemacht wurde, dass sie, ihre Aktivitäten und ihre Politik in Mannheim nicht willkommen sind – wurden diese Worte noch mit handfestem und entschlossenem Antifaschismus unterstrichen. Die erzieherische Abreibung forderte einige Verletzte auf Seiten der GDG. Die rechte Gruppe, von der Niederlage gezeichnet, trat daraufhin in weiten Teilen die Heimreise an. Ein kleiner Rest wartete angsterfüllt auf Rettungsdienst und Polizei – die übrigens keine:n einzige:n Antifaschist:in mehr in die Finger bekam. Ein jämmerliches GDG-Überbleibsel schleppte sich tatsächlich noch mit reichlich Verspätung und unter Polizeischutz zum gemeinsamen Essen und Trinken – nur um bei der späten Abreise festzustellen, dass einige Wagen offensichtlich tiefergelegt wurden . Das dürfte der vorerst letzte Besuch des GDG im Eichbaum Brauhaus gewesen sein…. Die Eichbaum Brauerei scheint übrigens kein Problem damit zu haben, eine offensichtliche Rechtsaußen-Gruppe bei sich zu bewirten – trotz entsprechender Hinweise zur Gruppe. Und wie die tickt, lässt sich schnell herausfinden:

 

GDG, ursprünglich entstanden als Instagramseite „Gegen das Gendern“, hat sich in den letzten Monaten selbst zu einer „Bewegung“ erklärt, gründet Ableger in der gesamten BRD und veranstaltet dort Stammtische und weitere Aktivitäten wie Wanderungen und andere Ausflüge – seit einigen Monaten auch Mannheim. Es ist der Versuch ein vorwiegend junges und über Social Media radikalisiertes und vernetztes Publikum in der analogen Realität zu organisieren. Das erklärte Ziel: Mit Aktivismus, nach eigenen Angaben Demonstrationen und mehr, Einfluss auf die Politik zu nehmen. Diese Vorhaben und weitere Veranstaltungen werden bei den Stammtischen geplant und vorbereitet. Dort, und besonders auf Social Media, hält sich die Gruppe mit ihren Ausländer-, muslim- und queerfeindlichen Überzeugungen nicht zurück. Nach außen versucht man sich liberalkonservativ zu geben – ein gewohnte Verschleierungstaktik. Denn seit Beginn suchen einzelne Ortsgruppen und Mitwirkende die Nähe zur AfD und weitere rechtsradikalen Akteuren, z.B. auch in Mannheim, wo ein AfD-naher „Politinfluencer“ seit Beginn an den Treffen teilnimmt und diese bewirbt. Auch treten sie zunehmend aggressiv und militant auf. So richtete GDG Mannheim erst im vergangenen Monat ein Kampfsporttreffen im innenstadtnahen „Unteren Luisenpark“ aus – eine klare Einschüchterung, besonders gegenüber politische Feinden und Minderheiten. Diese Besetzung des öffentlichen Raums samt martialisch anmutenden Posts auf Social Media ist als Vorgehen vor allem aus Neonazi-Kreisen wie z.B. dem „Dritten Weg“ bekannt. Das ist besonders in Zeiten, in denen migrantische, queere und linke Menschen immer öfter Opfer brutaler Angriffe werden, eine klare Drohung gegen genau diese Personen.

 

 

In Mannheim wurden zuletzt queere Personen nach dem CSD von einer rechten Gruppe attackiert und durch Schläge und Pfefferspray verletzt. Auch zur Vermeidung weiterer solcher Angriffe haben wir es daher für nötig und gerechtfertig erachtet, gegenüber den Aktivitäten des GDG entschlossen, unmissverständlich und kompromisslos zu intervenieren.

 

Das tun wir bewusst abseits des bürgerlichen Staates und seiner Institutionen. Polizei und andere Repressionsbehörden sind für uns keine Verbündeten und dieser Staat Teil und z.T. auch Ursache des Problems, dem wir uns als Antifaschist:innen mit unserem Wirken versuchen entgegenzustellen: Der gesamtgesellschaftlichen Rechtsentwicklung und autoritären Verschärfung mit all seinen Antreiber:innen, Profiteur:innen und Akteur:innen. Dieses Wirken beginnt dort, wo wir Leben und Arbeiten – in Mannheim – und im ganz konkreten Kampf gegen die reaktionären Kräfte, die in eben dieser Stadt agieren. GDG hat genau das am Samstag zu spüren bekommen.

 

 

Antifaschismus bleibt notwendig – auf allen Ebenen, mit allen Mitteln!

 

 

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