Legal, Illegal, Scheißegal
Kaum zu glauben, aber wahr: Nach über fünf Jahren juristischer Spielereien ist das Urteil da.Eine Klage die nach der Razzia im Oktober 2021 gestellt wurde, war erforgreich. Aber was ist eigentlich passiert?Am 6. Oktober 2021 sind Bullen in das Haus gerockt um die Identitäten der anwesenden Personen festzustellen, sie an die Anwälte des angeblichen Eigentümers zu geben, damit diese die Personen mit Räumungsklagen überziehen können. Gegen die Razzia und die damit einhergehende Weitergabe der Daten wurde damals Klage eingereicht. Vor wenigen Wochen wurde nun das Urteil gefällt, dass die Razzia damals nicht rechtens war.Das überrascht uns tatsächlich wenig, denn im August letzten Jahres gab es die gleiche Razzia nochmal - auch gegen die wurde Klage eingerichtet, hier hat das Gericht es aber geschafft, schneller zu Urteilen - und hat die Razzia (die fünf Jahre später stattfand) bereits im Frühling diesen Jahres als illegal deklariert. Übrigens: für die Razzia im August letzten Jahres wurden berlinweit über 700 Bullen eingesetzt - eine Zahl, die am Ende sogar der GdP zu hoch war, für uns bloß ein weiterer Beweis dafür, wie viel Geld der Staat bereit ist auf den Kopf zu hauen, um die Interessen des Kapitals durchzusetzen, während er an sozialen Stellen kürzt und kürzt. Aber zurück zum Thema. Seit dem Widerstand gegen die "Brandschutzbegehung" können wir eine Veränderung in der Strategie der Feinde des Hauses erkennen. Mittlerweile haben die Bullen aufgehört mehrmals im Jahr bei uns reinzurocken und überziehen das Haus auch nicht mehr mit der gleichen Art von omnipräsenter Repression, sondern versuchen ihre Räumungsbestrebungen in einen 'rechtlich wasserfesten' Rahmen einzubetten.Auch ohnen ihnen einen großen Schatz an tiefgründigen Gedanken unterstellen zu wollen kann die Frage aufkommen, warum sie erst jetzt ein Interesse daran entwickelt haben, ihre Versuche uns zu räumen rechtlich abzusichern.Vielleicht haben sie nach Jahrern des Türen Zerflexens, Fenster Zerschlagens, Menschen Traumatisierens und Koks Ziehens gemerkt, dass das nicht reicht, um unseren Widerstand zu brechen, und dass wir auf jeden Angriff und Zerstörung mit Kreation antworten.Lustig anzusehen ist im anbetracht dieser gewonnenen Klagen, dass sie dabei bisher nicht nur daran scheitern uns aus dem Haus herauszubekommen, sondern sogar an ihrem Versuch, sich selber in dem rechtlichen Rahmen zu bewegen, den sie in der Öffentlichkeit predigen. Nicht, dass ihnen diese Legalität tatsächlich wichtig wäre. Tatsächlich ist es eigentlich immer so, dass sie sich nur so lange an ihre eigenen Gesetze halten, wie es ihnen in den Kram passt - und wenn nicht, halten sie sich entweder gar nicht dran, oder ändern sich die Gesetze so zurecht, dass es ihnen wieder passt. Die besten Beispiele sind die in den letzten Jahren erfolgten Änderungen des ASOG (Polizeigesetz), das der Polizei jetzt nicht nur die Nutzung von KI-gestützter Überwachungstechnologie erlaubt, sondern auch das heimliche Einbrechen in Wohnungen und Computer und vieles mehr.Im Migrationsrecht sieht man die besonders perfiden Vorgänge: (illegale) Pusbacks schaffen Fakten bevor ein Asylantrag überhaupt gestellt werden kann, und das Recht darauf wird seit Jahrzehnten immer weiter eingeschränkt und verschärft. Ist das Ausßmaß doch ein anderes, bleibt das Prinzip hinter der Razzia in unserem Haus das gleiche. Die Exekutive macht erstmal, und wenn überhaupt wird im Nachinein geschaut, ob ihr Handeln "legal" war. Eine tatsächliche Konsequenz hat das Urteil dabei nicht, den die Fakten wurden bereits geschaffen. Legal, illegal, scheißegal. Rigaer94
Legal, Illegal, whatever who cares
Hard to believe, but true: After more than five years of legal maneuvering, the verdict is in.
A lawsuit, filed following the raid in October 2021, has been sucsesfull. But what actually happened?
On October 6, 2021, cops stormed into the house to verify the identities of the people present, intending to hand that information over to the alleged owner’s lawyers so they could file eviction suits against them. A lawsuit was filed at the time against the raid and the resulting disclosure of personal data. A few weeks ago, the court ruled that the raid was unlawful.
This actually comes as little surprise to us, because the same kind of raid took place again last August — a lawsuit was filed against that one as well, but in this case the court managed to reach a decision more quickly — and had already declared the raid (which took place five years later) illegal in spring this year.
By the way: More than 700 cops were deployed across Berlin for the raid last August—a number that even the GdP ("union" of the cops) ultimately deemed too high, but for us, it’s just further proof of how much money the state is willing to throw around to enforce the interests of capital, all while cutting back on social services.
But back to the topic. Ever since the resistance against the "fire security inspection", we’ve been able to see a shift in the strategy of the house’s enemies. The cops have now stopped storming in on us several times a year and no longer subject the building to the same kind of omnipresent repression; instead, they’re trying to embed their eviction efforts within a "legally watertight" framework.
Even without wanting to attribute a wealth of profound thoughts to them, the question may arise as to why they’ve only now developed an interest in legally safeguarding their attempts to evict us.
Perhaps, after years of kicking in doors, smashing windows, traumatizing people, and snorting coke, they’ve realized that this isn’t enough to break our resistance, and that we respond to every attack and destruction with creation.
In light of these lost lawsuits, it’s amusing to note that so far they’ve failed not only to get us out of the house, but also in the attempt to operate within their "legal" framework they publicly preach.
Not that this legality actually matters to them. In fact, it’s almost always the case that they only abide by their own laws as long as it suits them—and when it doesn’t, they either ignore them entirely or tweak the laws to suit their needs again. The best examples are the changes made in recent years to the ASOG (Police Law), which now not only allows the police to use AI-based surveillance technology but also to secretly break into homes and computers, and much more.
In immigration law, the particularly insidious practices are evident: (illegal) pushbacks create material facts before an asylum application can even be filed, and the right to asylum has been increasingly restricted and tightened for decades.
While the scale may differ, the principle behind the raid on our house remains the same. The authorities act first and if anything the "legality" is evaluated in hindsight. The ruling has no real consequences, because the facts have already been established. Legal, illegal— whatever who cares.
Rigaer94
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