NSDAP-Mitglieder im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen

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Hier können die NSDAP-Mitglieder im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen heruntergeladen werden:
https://www.swisstransfer.com/d/5b342244-a618-4ebe-9fdd-add4667c678b

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Im Frühjahr 2026 veröffentlichte das National Archiv der USA deutschen NSDAP-Mitglieder veröffentlicht:            
https://catalog.archives.gov/search-within/12044361            
            
Am 7.5.2026 berichtete und veröffentlichte der SPIEGEL die NSDAP-Mitgliederkartei:            
https://www.spiegel.de/geschichte/nsdap-mitgliederkartei-die-wichtigsten-fakten-ueber-die-nazi-datenbank-a-6c7882bb-68a6-448f-86e6-52fb78e6e7fe            
            
Aus Datenschutzgründen hat der SPIEGEL alle vor weniger als 100 Jahren Geborenen herausgefiltert.            
Die Handschriften sind teilweise schwer lesbar und wurden sehr oft maschinell falsch erkannt, was die Suche erschwert. Trotzdem wurden in aufwendiger Suche viele Neuburger NSDAP-Mitglieder gefunden.

Wie heute bei der AFD sieht man, dass auch damals sehr viele einfache Leute, die "bildungsfernen Schichten" Hitlers NSDAP unterstützten. Man findet sehr viele Arbeiter, Landwirte, Dienstknechte, sehr wenige Frauen, wenige Lehrer, Studenten, Kaufleute, Beamte, aber auch einige SS-Wachleute. Die Veröffentlichung soll eine Warnung vor allen extremistischen und demokratiefeindlichen Tendenzen HEUTE sein.            
            
Menschen, die Verwandte in der NSDAP-Kartei finden, sollten es als Mahnung und ihre besondere Verantwortung ansehen, für eine demokratische Gesellschaft und gegen radikale Bewegungen einzutreten und zu engagieren.            
            
Zwar wurden Teile der NSDAP-Mitgliederkartei vernichtet, allerdings gab es zwei Karteien, die Zentralkartei und die Regionalkartei, teilweise mit Foto. Insgesamt dürften 80-90% erhalten sein. Lücken bestehen bei den Anfangsbuchstaben G, K, L und M.            
Die Nazis vergaben die Mitgliedsnummern fortlaufend. Je höher die Nummer, desto später der Eintritt. Parteigenossen unter 100.000 (vor Oktober 1928) erhielten das Goldene Parteiabzeichen.            
Am 1. Mai 1933 verhängte die NSDAP eine Aufnahmesperre bei 922.000 Mitgliedern (davon mind. 600 Neuburger). Ab dem 01. Mai 1937 wurde sie wieder geöffnet. Danach wuchs die Mitgliederanzahl bis 1945 auf knapp 9 Mio. Mitglieder. Später nach der Machtergreifung Hitlers 1933 eingetretene wurden als „Märzgefallene“ und „Konjunkturritter“ verspottet.            
            
Der NSDAP ging es um Loyalität zum Führer. Nach der Machtergreifung war eine Karriere im öffentlichen Dienst oder als Lehrer ohne Parteizugehörigkeit kaum vorstellbar. In der Datei sind deshalb hauptsächlich die frühen, besonders gesinnungstreuen NEUBURGER enthalten, die bis zum 01. Mai 1933 NSDAP-Mitglied wurden. Später, bis 1945 Eingetretene sind nur vereinzelt enthalten.            
            
Die Wahrheit muss ans Licht, aber die Veröffentlichung soll keine pauschale persönliche Verurteilung sein. Wir können aus den Listen nicht erkennen, wie groß die Verantwortung jedes einzelnen ist, Aber:            
            
Je früher der Eintritt desto größter die Unterstützungsbereitschaft für Hitler!            
            
Darum haben wir diese Kategorisierung vorgenommen, die sich an den Beurteilung des SPIEGEL orientiert:            
            
Nazi-Kategorie    Mitglied ab    Mitgl.Nr. ab    Kategorie
1    1.1.1925    1    Alte Kämpfer
2    1.1.1930    200.001    Straßenkämpfer
3    1.1.1932    850.001    Handlanger noch vor der Machtübernahme
4    1.1.1933    1.400.001    Karrieristen nach Machtübernahme bis zur NSDAP-Aufnahmesperre
5    1.5.1937    3.960.001    Gesinnungstreue nach Öffnung der NSDAP für Neumitglieder
6    1.5.1939    7.000.000    Opportunisten, Karrierevorteile, sicherer Arbeitsplatz
7    1.1.1942    9.000.000    Hauptsächlich Hitlerjugend und Bund Deutscher Mädel
            
Für uns hat sich die Frage gestellt: Sollen die Namen der NSDAP-Mitglieder veröffentlicht werden oder nicht?            
            
Wir meinen: Wenn wir über solche Namen verfügen, dann dürfen wir die Wahrheit über die Geschichte nicht verbergen.            
Aber wir meinen ebenso: Die Veröffentlichung eines Namens ist noch kein Urteil über die Menschen.            
Aber Eine Demokratie muss sich ihrer Geschichte stellen.            
Sie darf nicht vergessen, wer eine Diktatur getragen hat. Sie darf nicht vergessen, wer ihr gedient hat. Sie darf nicht vergessen, wer geschwiegen hat, wer mitgemacht hat und wer sich ihr entgegengestellt hat.            
Aber gerade weil wir die Diktatur kennen, müssen wir uns davor hüten, ihre Methoden in anderer Gestalt fortzusetzen.            
Eine Namensliste ist noch keine historische Wahrheit.            
Wer Mitglied der Partei war, kann überzeugter Nationalsozialist gewesen sein. Er kann Funktionär gewesen sein. Er kann sich an Verbrechen beteiligt haben. Er kann aus Opportunismus beigetreten sein. Er kann unter Druck gestanden haben. Er kann später Widerstand geleistet haben.            
Das geht aber aus den Mitgliedskarten nicht hervor. Man sieht nur, wenn jemand eingetreten, ausgetreten und evtl. erneut eingetreten ist.            
Deshalb sollte man sich nicht einfach darüber empören, sondern sorgfältig forschen, welche Verantwortung hinter diesen Namen stand.            
Welche Stellung hatte er? Welche Entscheidungen fraf er? Wem diente er? Welche Verbrechen unterstützte er? Hat er von der Diktatur profitiert? Hat er sich ihr widersetzt?            
Das sind die Fragen, die eine demokratische Gesellschaft stellen muss.            

 

Wir dürfen die Geschichte nicht beschönigen. Wer die Namen der Nationalsozialisten verschweigt, erleichtert das Vergessen.            
Wer aber jeden Namen ohne Unterschied zum Beweis persönlicher Schuld erklärt, verfälscht ebenfalls die Geschichte.            
            
Deshalb die Eingruppierung nach Zeitpunkt des Eintritts in die NSDAP:            
            
Kategorie 1 bis 3: Wer bis zum 31.12.1932 Mitglied wurde trägt dafür Verantwortung, dass Hitlers NSDAP an die Macht kam.            
Kategorie 4: Wer direkt nach der Machtübernahme eintrat war wohl mit der Machtübernahme zumindest einverstanden oder wollte von ihr profitieren.            
Kategorie 5 bis 7: Wer später ab 01.05.1937 eintrat kann auch zum Eintritt gedrängt oder gezwungen worden sein.            
            
Wir schulden den Opfern des Nationalsozialismus keine bequeme Erinnerung. Wir schulden ihnen die Wahrheit.            
Und wir schulden den kommenden Generationen eine Demokratie, die aus der Geschichte gelernt hat.            
Darum: Ja zur historischen Transparenz. Ja zur Veröffentlichung, wenn sie der Aufklärung dient.            
Aber ebenso entschieden: Nein zur pauschalen Vorverurteilung. Nein zur Geschichtsfälschung durch Vereinfachung.            
"Denn wenn wir heute die Freiheit verteidigen wollen, müssen wir sie auch dort verteidigen, wo sie uns schwerfällt. Das ist die Prüfung der Demokratie.            "            
Und wir sind überzeugt: Eine freie Gesellschaft kann diese Prüfung bestehen. Nicht indem sie vergisst.            
Sondern indem sie sich erinnert – und dabei dem Recht treu bleibt.            

 

 

 

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