AfD raus aus dem Normalzustand - Politiker in Hamburg geoutet
Mittwoch Nacht haben wir drei AfD Politiker ihrer Nachbar*innenschaft mit Name, Foto und Adresse bekannt gemacht. Wir hoffen, dass sich unter Nachbar*innen herumspricht, wenn Rechte in ihrer Umgebung wohnen, leben und versuchen Fuß zu fassen. Kein Wohlfühloase für AfD Politiker*innen und andere Faschist*innen!
Harald Jürgen Wellmann, wohnhaft in der Bismarckstraße 58, 20259 Hamburg (Eimsbüttel)
An dem Softwareentwickler Wellmann ist gut erkennbar, wie Verschwörungsideologien und rechte Politik miteinander verzahnt sein können. Im Januar 2022 wurde er in den Hamburger Landesvorstand der Partei „dieBasis“ gewählt. Als Partei mittlerweile in der Versenkung verschwunden sind ihre Strukturen immer noch in Hamburg und Umgebung aktiv. Entstanden im ersten Jahr der Corona-Pandemie strotzt „dieBasis“ nur so vor Verschwörungserzählungen und damit verbundenen, gefährlichen Ideologien. Mutmaßlich hatte sich Wellmann durch den Wechsel zur AfD mehr Einfluss auf die alltägliche Politik erhofft, nachdem seine frühere Partei keine wirkliche Rolle mehr spielte. Heute ist er für die AfD stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbands und stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bezirk Eimsbüttel. Die von Wellmann selbst beworbene „Stadtteilkultur“ machen wir wieder antifaschistisch!
Peter Schierhorn, wohnhaft im Volksdorfer Damm 231a, 22395 Hamburg (Bergstedt)
Im Bezirk Wandsbek treibt Schierhorn sein Unwesen als Schatzmeister im Bezirksvorstand, Mitglied der Bezirksversammlung und stellvertretender Schatzmeister für den Landesvorstand der AfD Hamburg. Nach eigenen Angaben Rentner und Steuerberater, gibt sich Schierhorn selbst eher gemäßigt und tritt kaum in der Öffentlichkeit auf. Doch wie gemäßigt ist es, 2019 aktives Mitglied einer rechten Partei zu werden, die zu diesem Zeitpunkt bereits unmissverständlich klargemacht hatte, wohin die Reise gehen wird? Schierhorn tritt als Gegner von Bürokratie und Steuerlast auf, worin sich auch die Strategie der AfD als Ganzes wiederspiegelt: Sich auf der Seite der Abhängten, der Arbeiter*innen und „des kleinen Mannes“ profilieren und am Ende doch nur Politik zugunsten der Reichen machen. Während schon eine weiß-deutsche Unterschicht unter der AfD eher leer ausgehen dürfte, stellt sie für viele marginalisierte Menschen eine direkte Gefahr dar. Rassistische Hetze, Sozialkürzungen und Gerede von „Remigration“ sind klare Drohungen an Wohnungslose, Geflüchtete und alle, die nicht in ihr rassistisches, wohlstandschauvinistisches Weltbild passen. Wir lassen uns nicht spalten, nicht befrieden und auch nicht vom Bergstedter Rentner Schierhorn blenden. Für das schöne Leben für alle Menschen ohne Staat und Nation!
Eugen Seiler, wohnhaft in der Christinenstraße 12a, 21031 Hamburg (Lohbrügge)
Seiler nimmt seine Mitgliedschaft in der Partei, die die allgemeine Gültigkeit der Menschenrechte programmatisch infrage stellt, sehr ernst: Mittlerweile ist er nicht mehr nur Mitglied in der Bezirksversammlung, sondern stellvertretender Bezirksvorsitzender in Bergedorf, Schriftführer im Landesvorstand und seit 2025 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft. Schon jetzt nimmt Seiler durch seine Positionen und die Mitwirkung in verschiedenen Ausschüssen viel zu großen Einfluss auf unser Zusammenleben in der Stadt. In Anbetracht seiner letzten kleinen Anfragen und Kommentare entsteht der Eindruck, dass er es sich zur Aufgabe gemacht hat, die ohnehin unzureichend geschützen Rechte queerer Menschen weiter einzuschränken und queere Lebensrealitäten unsichtbar zu machen. Seiler stellt das Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung infrage und folgt damit der Parteilinie: Antifeminismus, das Aufzwängen „traditioneller Familienbilder“ und Propaganda gegen geschlechtsbezogene und sexuelle Vielfalt haben die Gewalt gegenüber queeren Menschen massiv ansteigen lassen und einen relevanten Teil zum Fokus auf Angriffe gegen CSDs durch gewaltbereite Neonazis beigetragen. Das Recht darauf, über uns und unsere Lebensweisen selbst entscheiden zu können, geht uns alle an und wir müssen es gegen den rechten Backlash verteidigen!
Wütende Grüße senden wir an den von einem Neonazi schwer verletzten Antifa aus Göttingen und die kürzlich wieder von Neonazis angegriffene Zelle79 in Cottbus.
Freiheit für Maja! Freiheit für alle Antifas!
Alle zusammen gegen den Faschismus!
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