Adbustings in 3 Bundesländern gegen Tag der Bundeswehr

 

Pünktlich zum Tag der Bundeswehr in Weißenfels hängten Antimilitarist:innen am Freitagabend veränderte Bundeswehrplakate in die Bahnhöfe Jena, Leipzig und Weißenfels. Mit Pinsel und Farbe verwandelten die Aktivist:innen die aktuelle Werbekampagne für den Tag der Bundeswehr in Kritik an Aufrüstung und Militär. Auf den sogenannten Adbustings steht nun  "Unser Auftrag: Töten für den Kapitalismus" statt "Unser Auftrag ist mehr als heisse Luft" oder anstelle von "Unsere Technik muss sich nicht verstecken" heißt es jetzt "Unser Wettrüsten muss sich nicht verstecken".Unten links entstellt der Schriftzug "#Kriegspropaganda" die Militärwerbung. Sprecher:in Rosa Stein findet: "Diese verschwenderische Waffenpropagandashow im Volksfestgewand gehört abgeschafft."

 

 

Beim jährlichen Tag der Bundeswehr zeigt die Armee ihre Waffen, wie auch am Kasernenstandort Weißenfels in Sachsen-Anhalt, wo am Samstag Kriegsminister Boris Pistorius auftreten wird.
Die Bundeswehr empfiehlt die Anreise nach Weißenfels per Zug, der in Jena und Leipzig startet, wo die militärkritischen Plakate gut sichtbar für Reisende vor den Bahnhofseingängen in Werbevitrinen platziert sind.  Da sich die Bundeswehr aufgrund von Protest in den vergangenen Jahren nur noch in Städte traut, die so klein sind dass ihre Bahnhöfe keine Werbevitrinen haben, hängten die Aktivisten ein Plakat an die Wand vom Bahnhof Weißenfels. 

 

 

 

https://www.bild.de/regional/berlin/berlin-aktuell/gunnar-schupelius-mein-aerger-bundeswehr-weicht-in-berlin-vor-linksextremisten-z-83180440.bild.html

 

 

Mackern, Morden, Milliarden verschwenden

 

Der Tag der Bundeswehr wirbt mit schwerem Kriegsgerät, wie Panzern, Düsenjets und U-Booten, die in Shows dem Publikum imponieren sollen. Damit stellt er sich in eine Reihe mit Militärparaden, im Stile autokratischer Regime. Das phallische Zeigen von Kriegsgerät ist Sinnbild patriachaler Ideale von Potenz, Stärke und Männlichkeit, die das Grundgerüst militärischer Strukturen bilden. Die gezielte Rekrutierung junger Männer beim Militärfest nutzt dabei Symptome der sog. "male loniless epidemic".
"Das Sexismus in der Bundeswehr an der Tagesordnung steht, verwundert nicht bei diesem mackerhaften Tag der Kriegsgeilheit" beklagt sich Sprecher:in Rosa Stein.

 

https://tu-dresden.de/bu/der-bereich/chancengleichheit/fun/news/factfriday-male-loneliness-epidemic

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/insider-soldat-kaserne-alkohol-drogen-sexuelle-gewalt-bundeswehr-zweibruecken-100.html#SexualisierterGewaltundMobbing

 

 

Gegen die Wehrpflicht

 

Mit zwei Plakate weisen die Antimilitarist:innen auf die Gefahr einer Wehrpflicht für junge Menschen hin. Der Originalspruch "Für euch tauchen wir auf" wird zu „Euch suchen wir auf“ und warnt vor zunehmenden Zwangsmaßnahmen, wie den kürzlich eingeführten Wehrerfassungsbrief. Dieser müsste eigentlich verpflichtend von allen 18 Jährigen mit persönlichen Informationen ausgefüllt und an die Bundeswehr gesendet werden. Denn die Bundeswehr möchte mehr Soldat:innen. Aber 1/4 der Briefempfänger haben wohl keine Lust auf Kriegsdienst und antworteten nicht. Das Krieg kein spaßiges Abenteuer ist, wie die Bundeswehr gerne suggeriert, zeigt das Poster mit dem Spruch „Wir verbrauchen euch auf dem Schlachtfeld“.

 

 

 

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bundeswehr-wehrdienst-frageboegen-100.html

 

 

Nazis dürfen zugreifen 

 

Die Bundeswehr wirbt mit dem Spruch "Unsere Technik muss sich nicht verstecken". Die Antimilitaristen ergänzten darunter "Nazis dürfen zugreifen". Damit verweisen sie auf die etlichen Vorfälle, in denen Soldat:innen Waffen der Bundeswehr entwendet haben. In Sachsen-Anhalt klauten Unbekannte zuletzt im Dezember 2025 20.000 Schuss Munition aus Bundeswehrbeständen. Dass Rechtsextremismus in der Bundeswehr auch in Sachsen-Anhalt schwelt, ist kein Geheimnis.
"Dass die Bundeswehr ihre "Technik" noch nie versteckt hat, beweisen die Unmengen geklauter Waffen, mit denen Rechtsextreme auf dem Schießstand für Tag X trainieren," analysiert Rosa Stein, "Das einzige was die Bundeswehr gut verstecken kann sind die Nazis in ihren Reihen."

 

 

 

https://www.volksstimme.de/sachsen-anhalt/hitlergrusse-und-rechtsextreme-aussagen-in-sachsen-anhalt-vier-soldaten-entlassen-3968279

 

 

 

 https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/magdeburg/jerichow/burg-bundeswehr-munition-diebstahl-118.html

 

 

Militär braucht kein Mensch

 

Mit ihrer Aktion kritisieren die Antimilitarist:innen die Institution "Militär" da Armeen von Nationalstaaten die kapitalistischen und ausbeuterischen Herrschafts- und Besitzverhältnisse schützen und somit einer emanzipatorischen, solidarischen Gesellschaft im Wege stehen. Die Aufrüstung der Bundeswehr verschlechtert die Lebensbedingungen der Menschen in Deutschland. "Während der Sozialstaat zugunsten höherer Militärausgaben abgebaut wird, fallen Bildung und Kultur im aktuellen Aufrüstungswahn gänzlich hinten runter", erklärt Rosa Stein. Doch nicht einmal im sogenannten „zivilen“ Sektor der Bundeswehr kommen die Milliarden an Steuergeldern den Menschen zu Gute. Denn Kommunen müssen für sogenannte zivile Einsätze der Bundeswehr aufkommen. Die Stadt Wernigerode in Sachsen-Anhalt bekam dies finanziell zu spüren, nachdem ihr die Bundeswehr "einen horrenden Kostenbescheid" nach Löscharbeiten im Harz ausstellte. https://www.dielinke-fraktion-lsa.de/detail/news/kosten-fuer-bundeswehreinsatz-im-harz-duerfen-kommune-nicht-belasten/

 

 

Adbusting-Tradition?

 

Bereits in vorherigen Jahren entstellten Adbustings immer wieder die Militärparaden am Tag der Bundeswehr. Doch militärkritische Plakate zogen in der Vergangenheit auch staatliche Kriminalisierung mit sich, von Hausdurchsuchung bis Terrorabwehrzentrum. Diese überbordenden Repressionsversuche, laufen aber regelmäßig ins leere wie zuletzt bei einem Freispruch in Schwerin. Auch Hausdurchsuchungen wegen Adbustings sind, dank einer erfolgreichen Verfassungsbeschwerde, nicht rechtmäßig. Rosa Stein verkündet: „Bis der Tag der Bundeswehr abgeschafft ist, müssen wir uns mit kreativen Mitteln gegen diese über finanzierte Kriegspropaganda wehren!“

 

 

 

https://tob21.noblogs.org/

 

 

 

https://www.nordkurier.de/regional/schwerin/alles-wegen-eines-plakats-tumulte-und-schmerzgriffe-bei-prozess-gegen-anti-bundeswehr-aktivsten-4420626

 

 

 

https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/bverfg-az2bvr174920-unverletzlichkeitderwohnung-grundrechte-adbusting-durchsuchung-wohnung

 

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