[KA] Unsere Uni mordet - Wir können das ändern! Antimilitaristische Aktion am KIT
Um uns gemeinsam auf den 01. Mai einzustimmen haben wir heute dem KIT einen kleinen Besuch abgestattet um ein paar Denkanstöße zum Thema Rüstungsforschung und Sicherheit hinterlassen. Grüße gehen raus an Herrn Jan Hesthaven, Jürgen Beyerer und alle Waffentüftler vom Fraunhofer.
Ein Video zur Aktion findet ihr hier: https://sendvid.com/4usmxvva
Die Eliten Uni KIT will ihre Forschung für Sicherheit und Verteidigung ausbauen. Die Universitäten soll sich mit ihrem Erfindergeist bei der „Sicherung der Demokratie und Freiheit“ beteiligen.
Es sind schwammige Formulierungen wie diese die uns vorgaukeln sollen, dass hier im Sinne aller gehandelt würde. Wir erleben gerade eine beispiellose militärische Aufrüstung in Deutschland und ganz Europa. Es wird unfassbar viel Kohle in Waffenforschung, Waffenproduktion, und -beschaffung gesteckt. Man denke an all die gegenwärtigen und zukünftigen Kriege die damit am Laufen gehalten werden. Wie sicher werden wir uns erst fühlen, wenn wir dazu aufgefordert werden unsere Arbeit niederzulegen um uns bei der nächsten Kaserne zu melden? Sicher ist dass der Krieg auch hier beginnt, am KIT.
Das Fraunhofer-Institut für Optronik betreut viele Studierende und Doktorand:innen bei ihrer Arbeit am KIT. Hier wird schon länger an Robotik, Lasertechnologien, Bild- und Zielerkennung, und Künstliche Intelligenz für militärische Zwecke geforscht.
In der modernen Kriegsführung übernimmt KI immer mehr Entscheidungen. Sie definiert und verfolgt Ziele, Sie führt Angriffe selbstständig aus. Alles wird schneller und tödlicher. Im Militärjargon wird das dann so ausgedrückt: Die Killchain wird drastisch komprimiert...Wunderbar!
Hier ein Beispiel: Vor dem 07. Oktober 2023 hatten Offiziere der israelischen Armee folgende Problemstellung. Es gab zu wenige Ziele für ihre vielen Bomben. Dank neuer KI-Programme wie „Lavender“ und „Where’s Daddy“ konnte die IDF beim Gegenangriff ihr Bombenpotential endlich voll ausschöpfen und so innerhalb kürzester Zeit mehrere Zehntausende Menschen im Gazastreifen ausradieren.
Eine solche Technologie -- nur made In The Länd -- wird auch am KIT entwickelt. für die Sicherheit...Versteht sich.
Das wir uns hier richtig verstehen: Die Vorsilben Sicherheit, Abwehr und Verteidigung ändern wenig am Gegenstand der Forschung. Angriff und Verteidigung sind militärische Kategorien und keine Legitimationsgrundlagen. Zu welchen Zwecken die Technologie eingesetzt wird hat das KIT nicht in der Hand. Das KIT stellt aber diese Technologien dem Markt zur Verfügung und garantiert die Funktion, egal für welche Schweinerei sie eingesetzt wird.
Da helfen auch keine Scheindebatten über die Vereinbarkeit mit einer angeblich geltenden Zivilklausel.
Für das saubere Image ist es dem Präsidenten der Uni auch super wichtig zu betonen wie freiwillig die Mitarbeit an der Rüstungsforschung ist. Es mag sein, dass die Beteiligung an Rüstungs-Forschung noch freiwillig ist. Durch den Trend ziviler Unternehmen, sich der Rüstungsbranche zuzuwenden und durch die massiven staatlichen Investitionen in Verteidigung schrumpft auch das Angebot der zivilen Forschung. In Folge drängen mehr Forschende in militärische Forschung mangels ziviler Alternativen.
Deshalb wurden auch still und heimlich die Ethikrichtlinen des KITs angepasst. Zuvor wurde nur die Dual-Use Forschung gestattet. Nach den geänderten Ethikrichtlinien ist jetzt auch Rüstungstechnologie Bestandteil des Forschungsbetriebs.
Dutzende Professuren am KIT haben Verbindungen zum Fraunhofer-Verbund Verteidigungs- und Sicherheitsforschung (VVS). In einer internen Mail an alle Mitarbeitenden heißt es: „In einer Klausur des KIT-Senats wurden Forschungsthemen mit Sicherheitsbezug identifiziert, in denen das KIT durch Forschung und Innovation einen Beitrag zur nationalen, wie europäischen Sicherheit und Souveränität leisten kann.
Warum fördert der deutsche Staat diese Entwicklung an den Universitäten?
Wenn sich die Bundeswehr zur größten konventionelle Armee Europas entwickeln und Deutschland seine Interessen in der Welt bald wieder militärisch durchsetzen soll wie Kanzler Merz es formulierte muss sich der Staat von externer Rüstungsproduktion und Entwicklung unabhängig machen. Deshalb werden jetzt alle Weichen gestellt um da wo möglich bestehende zivile Industrie in Waffenfabriken umzuwandeln und neue Fabriken für Rüstungsgüter zu errichten. Dafür braucht Deutschland wie eingangs erwähnt die Universitäten mit ihrem Erfindergeist.
Dagegen müssen wir uns wehren. Das hier und heute am KIT. Aber der antimilitaristische Widerstand gilt, egal wo und egal wann. Wir haben alle gemeinsam die Macht, die Kriege der Herrschenden zu sabotieren und zu stoppen.
Kommt deshalb auch heraus zur revolutionären 1. Mai Demo um 14 Uhr am Stephanplatz.
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