Wuppertal: Gegen jede Überwachung! Kameras funktionsunfähig gemacht
In der Nacht vom 28. auf den 29. April haben wir auf dem Ölberg in Wuppertal alle Kameras, die wir finden konnten, mit Sprühfarbe funktionsunfähig gemacht. Wir wollen uns damit gegen die zunehmende Überwachung unserer täglichen Wege wehren.
Unternehmen wie Ring Doorbell versprechen Aufnahmen von Kopf bis Fuß durch Weitwinkellinsen, auch nachts hochauflösende Bilder und Sofortbenachrichtigungen auf dein Handy. Die Geräte sind mit Bewegungssensoren ausgestattet, welche automatische Aufnahmen ermöglichen, sobald sich eine Person nähert. Die Kameras dienen somit nicht nur der Ergänzung zur herkömmlichen Gegensprechanlage, sondern ermöglichen auch die Funktion als Überwachungskamera. Sie sind darüber hinaus mit allen erdenklichen weiteren Smart Home Geräten verbindbar. Wenn du drauf stehst total überwacht zu werden, darfst du auf keinen Fall vergessen deine Klingel mit deiner Alexa zu verbinden. Ring Doorbell ist ebenfalls seit 2018 ein Amazon-Unternehmen. Es ist bereits bekannt dafür, in vorauseilendem Gehorsam mit Ermittlungsbehörden in den USA und Deutschland zusammenzuarbeiten und Videoaufnahmen ohne Gerichtsbeschlüsse weiterzugeben. In Deutschland ist das Filmen offiziell nur auf dem eigenen Grundstück erlaubt. In der Praxis filmen die Kameras, scheinbar selbstverständlich, fast immer den Gehweg und die Straße mit. Audioaufnahmen sind in diesem Zusammenhang eigentlich gar nicht erlaubt. Betroffene müssten außerdem über Schilder darüber informiert werden, dass sie gefilmt werden. Wir haben solche Schilder, nur zur Abschreckung, ohne tatsächliche Kameras in der Nähe entdeckt und gleich mitverschönert.
Schade ist es, dass das Videomaterial, welches bei unserer Aktion entstanden ist, vermutlich häufiger von KI, als von echten Menschen analysiert und bewundert werden wird. Diese werden keine Furcht dabei empfinden, nichts von unserer Wut spüren und auch nichts von dem berauschenden Gefühl der Selbstermächtigung, dass nichts mit unseren Bewegungsmustern in Verbindung gebracht werden wird. Wir haben den Schriftzug "Gegen jede Überwachung!" mehrfach hinterlassen, um unseren Nachbar*innen zu verdeutlichen, worum es uns geht. Kameras bringen keine Sicherheit. Sie schützen uns nicht, wenn unser Ex-Partner uns auf offener Straße mit einem Messer angreift. Sie schützen auch nicht, wenn die Verhältnisse und die mangelnde Gesundheitsversorgung Menschen in sogenannte psychische Ausnahmesituationen bringen. Sie verstärken Misstrauen und Entfremdung. Wir grüßen unseren kleinen Gefährten, den Marder, welcher uns schon häufig auf nächtlichen Streifzügen begegnet ist. Bleib stabil!
Außerdem rufen wir die Nachbarschaft auf, die stetig mehr werdende Überwachung nicht auch noch mit eigenen Kameras zu unterstützen.
Lasst uns lieber solidarisch sein und uns gegen die Repressionen gemeinsam wehren!
Wir bleiben unerkannt und widerspenstig!
Heraus zum 40. autonomen 1. Mai in Wuppertal!
9:30 Uhr DGB Demo am Hauptbahnhof
13:00 Uhr autonomes Radrennen am Mirker Bahnhof
15:00 Uhr Schusterplatzfest
GEGEN JEDE ÜBERWACHUNG!
ACAB
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AZ GATHE BLEIBT!
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