Die Rechte und der Wal.

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Ein Unternehmer krempelt die Ärmel hoch und nimmt sich dem gestrandeten Wal an. Er scheut keine Kosten und Mühen. Ziel sei es ihn in den Atlantik zu bringen. Das wäre eine leicht verschrobene, recht rührselige Gesichte, die keinen Artikel auf Indymedia begründen würde. Doch geht es hier vielleicht doch um mehr?  Warum sollten sich auch Antifaschist*innen für die neue Entwicklung in Poel interessieren? 

Das Thema des gestrandeten Wales eignet sich für Rechtextreme hervorragend zur Instrumentalisierung.  Emotional extrem überhöht, wird von ihrer Seite eine fundiert sachliche, nicht ganz unberechtigte Kritik an wissenschaftlicher Expertise sowie dem Auftreten verschiedener Politiker und Medien  durch den gewohnt, maßlos übertriebenen Rundumschlag ersetzt. Es wird gehetzt und geschwurbelt, in gewohnter Manier. Fakten haben in diesen Kreisen noch nie eine Rolle gespielt. Hier soll der auf  einer Sandbank liegende oder sich im Schlick festgeschwommene Wal, insgesamt für das gesamte traurige Schicksal einer ehemalig großen deutschen Nation stehen.  Die nicht erfolgte Rettung versinnbildliche das komplette Versagen der Herrschenden. Der Wunsch sei, dass die schlafende Masse der deutschen Bevölkerung endlich erwache und sich in ihrer Wut und Empörungen gegen die unerträglichen Zustände erhebe.

 

 Eine kurze Recherche ergibt verschiedene Beiträge zum Thema, inhaltlich erwartet unerträglich. Wer es sich antun will, beschäftige sich aus Recherchezwecken mal mit Videos und Shorts z.B. vom Bündnis Deutschland, Nius, Steffen Magnat (Auf 1), Nicole Hess (AFD) oder Dr. Waltaud Berle,  die sich alle dem Wal annehmen.  Auch die Epoch Times macht sich das Thema zu eigen.  Dazu später mehr, denn hat sehr viel mit dem eigentlichen Thema zu tun.  

 

Das sicherlich vielen traurig machende Schicksal des Wales könnte Anlass dafür sein, über die Verantwortung des Menschen für Tierleid zu reden. Denn ohne Menschen, wäre er wahrscheinlich nicht in die Situation gelangt, ohne sie kommt er jetzt aber nicht heraus. Stellnetze, Plastikmüll, Klimawandel, Überfischung sind nur einige Probleme in diesem Zusammenhang, die angegangen werden müssen. Das Thema professionelle Walrettung ist sicherlich auch entwicklungsbedürftig. 

 

Viele erkennen in Walter Gunz jetzt eine Art Helden, der in Aktion tritt, während die Verantwortlichen nur geredet hätte.  Aber wird es gerecht, ihn als selbstlosen, reichen Mann zu erkennen, der aus Mitleid handelt und sein Geld ohne eigene Agenda ausschüttet? Oder steckt mehr dahinter? Wir wissen nicht, wie er wirklich zu den Äußerungen rechter, völkisch nationaler Gruppen steht, Parallelen gibt es allerdings.  

 

Der  Bezug des Unternehmers zur Epoch Times lässt sich leicht recherchieren und könnte ein Hinweis sein.  Von Beginn in sämtliche Planungen einbezogen hat er diese Zeitung bereits am 8. März exklusiv ein Interview zu seiner Rettungsabsicht gegeben.  Die Zeitung hat inzwischen einen Ticker geschaltet und sie ist auch Live vor Ort.

 

Quelle: 

 

epochtimes.de/gesellschaft/mediamarkt-gruender-walter-gunz-will-wal-timmy-retten-ohne-finanzielle-beschraenkung-a5454917.html

 

epochtimes.de/epoch-tv/vor-ort/neue-rettungsaktion-fuer-wal-timmy-ministerium-gibt-gruenes-licht-a5461371.html (dort auch das Video mit Walter Gunz)

 

Einigen  sollte die Epoch Times bekannt sein, als Zeitung, der seit langem ihre rechtspopulistischen Inhalte und ihre Nähe zur AFD vorgeworfen werden. Irgendwie scheint sich dann doch der Kreis zu schließen. 

 

Gunz kann sich die Rettung leisten und er steht als Macher, da, der sich gegen das Establishment gewendet hat. Der Zustand des Wales und der Ausgang der Aktion st egal, er hat es wenigstens versucht. Die Wut wird sich kaum gegen ihn richten, selbst wenn er scheitert.

 

Als Antifaschist*innen sollten uns gelegen sein, zu informieren und kritisch aufzuarbeiten, was hier  gerade passiert. Zu einer eindeutigen Abgrenzung gibt es keine Alternative. Es ist nicht zu tolerieren, wie hier der Epoch Times Reichweite verschafft wird und dafür trägt W. Gunz eindeutig die Verantwortung.    

 

Aktuell ist noch unklar, ob noch weitere rechtsextreme Medien oder Influencer angelockt werden, direkt vor Ort zu erscheinen.   Die Möglichkeit besteht jedenfalls. Interessant ist es auch, wie die anderen Anwesenden auf die Anwesenheit von Rechtsextremist*innen reagieren.  Einige dürften ihnen nahestehen, bei vielen dürfte es aber auch Unkenntnis der Situation geben. Hinzunehmen ist es auf jeden Fall nicht.

 

Es geht hier schon längst nicht mehr nur um einen einzelnen Wal. 

 

 

 

 

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