[Rom] Für Sara & Sandrone

Am Morgen des 20. März wurden die beiden Anarchist*innen Sara und Sandrone im Parco degli Acquedotti in Rom tot aufgefunden.
Wir dokumentieren ein Poster aus dem Norden - und einen Text des "Centro di documentazione anarchico l’Arrotino" aus Lecco.

„LIEBEN. GELIEBT WERDEN.
DIE EIGENE BEDEUTUNGSLOSIGKEIT NIEMALS VERGESSEN.
SICH NIEMALS AN DIE UNSÄGLICHE GEWALT UND DIE GROTESKE
UNGLEICHHEIT DES LEBENS UM EINEN HERUM GEWÖHNEN.
FREUDE AN DEN TRAURIGSTEN ORTEN SUCHEN.
DIE SCHÖNHEIT BIS ZU IHREM URSPRUNG VERFOLGEN.
KOMPLIZIERTES NIEMALS VEREINFACHEN UND EINFACHES
NIEMALS VERKOMPLIZIEREN.
STÄRKE RESPEKTIEREN, NIEMALS MACHT.
VOR ALLEM: BEOBACHTEN. VERSUCHEN ZU VERSTEHEN.
NIEMALS WEGSCHAUEN.
UND NIEMALS, NIEMALS VERGESSEN.“
ARUNDHATI ROY

Am 20.03.26 erreichten uns die schrecklichen
Nachrichten das zwei anarchistische Mitstreiter*innen, Sara und
Sandrone, durch eine Explosion getötet, in der Nähe von Rom
aufgefunden wurden.
In diesem Moment der Traurigkeit denken wir an unsere
Mitstreiter*innen, an die die den beiden nah waren, sie kannten
und senden eine Umarmung aus dem Norden.
Es wird kein Rezept, keine Lösung und keine einfache Heilung
geben und wir wollen sie auch nicht.
Wir wollen das diese Welt stoppt sich zu drehen und aufhört so
zu tun, als sei ihr Elend genannt Normalität akzeptabel. So wie es
für unsere Mitstreiter*innen nicht akzeptabel war in Frieden mit
dieser Welt voll von Krieg und Unterdrückung zu leben.
Die Narben die dieser Moment hinterlassen wird, werden bleiben.
Lasst uns also dafür sorgen, dass auch die geteilten Momente
voll Schönheit und Freude, die wir miteinander Seite an Seite in
unseren Kämpfen erlebt haben nicht vergessen werden. Lasst uns
unsere Existenz als Anarchist*innen als eine Form der subversiven
Rache an dieser Welt verstehen. Mit all dem in unserem Gepäck
was wir brauchen um auf unserem Weg immer wieder anzugreifen:
Solidarität, Liebe, gegenseitige Hilfe
und revolutionäre Gewalt.
Für Sara und Sandrone
Für Anarchie
Anarchist*innen aus dem Norden

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Ciao Sara und Sandrone

Mit Schmerz haben wir vom Tod von Sara und Sandrone in dieser Nacht erfahren.

Wir wissen nicht, was wirklich passiert ist, noch können wir den Verlautbarungen der Polizeibehörden vertrauen. Jenen Behörden, die von einer „Cospito-Gruppe“ sprechen – worauf wir mit denselben Worten antworten, die Sara in ihren Prozesserklärungen verwendet hat: „Die individuelle Verantwortung ist ein Grundpfeiler des Anarchismus. Ich nehme keine Befehle an und gebe keine: weder von jemandem noch an irgendjemanden. Ich handle, indem ich nur meinem Gewissen folge, das keine Maßstäbe von Interesse oder Vorteil kennt und das die einzige Stimme bleibt, auf die ich hören kann.“

Findet euch damit ab, liebe Ermittler: Anarchisten haben keine Anführer oder Generäle!

Sandrone und Sara haben wir bei Versammlungen und Camps kennengelernt, wo über Anarchie, Solidarität, Gefängnis, das uns umgebende Herrschaftssystem und darüber gesprochen wurde, wie man es bekämpfen kann.

Es interessiert uns nicht im Detail, was in jenem Landhaus passiert ist, in dem sie den Tod gefunden haben. Wir wissen mit Sicherheit, dass in ihren Herzen jene Idee von Freiheit und Anarchie lebte, die auch wir empfinden; wir wissen ebenso, dass in dieser Welt, in der der Krieg immer mehr unschuldige Opfer fordert, auch revolutionäre Gewalt notwendig ist, um gegen ihn zu handeln.

Angesichts einer Gegenwart, die von Bombardierungen von Krankenhäusern, Schulen, Märkten und Wohnhäusern, von Kriegen und Völkermorden im Namen von Geld und Macht überflutet ist, glauben wir, dass der mutige Wille notwendig ist, jedes Mittel gegen dieses System einzusetzen.

Es schmerzt uns, ihnen auf unseren Straßen nicht mehr begegnen zu können, doch wir wissen, dass sie immer an unserer Seite sein werden, unabhängig davon, wie der Staat sie jetzt darstellen will.

Es lebe die Anarchie!

Es lebe der Kampf!

Mit Sara und Sandrone im Herzen!

Anarchistisches Dokumentationszentrum „L’Arrotino“

Anarchistische Individuen

Antiautoritäre aus Valtellina

https://leccoriot.noblogs.org/post/2026/03/20/ciao-sara-e-sandrone/

 

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