Gegen die Wehrpflicht: Nächtlicher Besuch bei Bundeswehr in Kassel

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In der letzten Nacht haben wir zwei Niederlassungen der Bundeswehr in Kassel besucht. 

Am neuen "Karrierecenter" in Kassel-Marbachshöhe haben wir großflächig die Parolen "Nie wieder Wehrpflicht" und "Stop War" angebracht. Im Eingangsbereich des Gebäudes in Kassel-Waldau, in dem auch die Bundeswehr einige Büros hat, haben wir rote Farbe und zerbrochene Scheiben hinterlassen. 

In einem wahnwitzigen Tempo soll Deutschland kriegstüchtig gemacht werden. Das bedeutet: Massive Umverteilung von Steuergeldern auf die Bankkonten der Investoren von Rheinmetall, KNDS und Co. Und wenn die Waffenkammer erstmal gefüllt ist; wieso dann nicht benutzen?

Dazu fehlt dann noch das nötige Frontlinienfußvolk, und das sollen wir werden. Die Armee wird sich sicher nicht aus den Söhnen und Töchtern der Reichen und Mächtigen rekrutieren. Wer hier eh nix zu melden hat und vom Klassenaufstieg bloß träumen kann, ist gerade noch gut genug "seinem Land zu dienen". Das heißt konkret: In der Ausbildung erniedrigt und vielleicht missbraucht, um dann in ein paar Jahren im Schützengraben dafür zu beten, nicht von der nächsten Drohne zerfetzt zu werden oder für Im- und Export den Seeweg nach Europa freizuschießen. Danke, nein!

Es ist eine Frechheit, dass uns die Herrschenden weismachen wollen, die Aufrüstung diene der Sicherheit und dem Frieden in der Welt. Für die Herrschenden kommt jede Diktatur als Geschäftspartner in Frage, hauptsache die Außenhandelsbilanz stimmt, der Standort Deutschland profitiert oder es kann dorthin abgeschoben werden.

Das ist ihre "wertebasierte Weltordnung", die wir verteidigen sollen. Und dem selben Kalkül entsprechend wird in Zukunft über Krieg und Frieden entschieden. Wenn der Zugriff auf Rohstoffe, der sog. "Freihandel" oder was auch immer dann die "deutschen Interessen" sein mögen in Gefahr ist, sollen wir die wehrpflichtigen jungen Männer und Frauen irgendeines anderen kapitalistischen Staates totschießen, die selbst nichts anderes wollen als in Frieden und Freiheit leben.

Es gibt viele Dinge auf der Welt, für die es sich lohnt zu kämpfen, ja vielleicht sogar sein Leben dafür zu riskieren. Aber die Interessen des deutschen Kapitals gehören nicht dazu.

Schon der letzte Schulstreik hat gezeigt, dass sich viele Jugendliche nicht mit einer Welt der Kriege abfinden wollen. 

Wir werden uns nicht zu Soldaten erziehen lassen, die für diesen Staat in den Krieg ziehen. Wir werden uns nicht zu den Männern und Frauen machen lassen, die sie haben wollen: Abgehärtet an der Front oder aufopferungsvoll zu Hause, aber immer bereit ihr Leben für diesen Staat zu geben. Wir wollen ein Leben, in dem wir für einander da sind, nicht für dieses Land. 

Eine Welt des Friedens und der Freiheit ist möglich, wenn wir dafür kämpfen!

Darum schließen wir uns den Aufrufen an, sich heute am Schulstreik und allen folgenden Protesten gegen die deutsche Kriegsvorbereitung zu beteiligen!

Niemals kriegstüchtig!

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