Antiableistische Stadtführung durch diskriminierende Orte der linken Szene Plauens
Dies ist eine gekürzte Fassung eines rundschreibens, welches in den letzten Tagen an zahlreiche emanzipatorische Gruppen in ganz Sachsen ging und soll auch hier dokumentiert werden.
Ich bin nonbinär, autistisch und musste massives menschenverachtendes Verhalten in Plauen erleben. Das soll an dieser Stelle dokumentiert werden. Aufgrund autistischer Einschränkungen habe ich massive Probleme etwas kurz in drei Sätzen zu erklären und bitte deshalb um Nachsicht. Ich versuche mich bereits auf die notwendigsten Elemente zu beschränken, trotzdem beträgt die Lesezeit in dieser GEKÜRZTEN FASSUNG ca. 15 Minuten. Um trotzdem die Lesbarkeit zu erhalten und Aufmerksamkeitsspannen nicht zu überzustrapazieren, präsentiere ich meine Thematisierung erlebten menschenverachtenden Verhaltens in einer Stadtführung in Textform:
Antiableistische Stadtführung durch diskriminierende Orte der linken Szene Plauens
Hallo ich begrüße alle ganz herzlich zu meiner alternativen Stadtführung durch ableistische Orte der linken Szene in Plauen. Plauen ist eine Stadt mit etwas mehr als 65.000 Einwohnern. Neben der üblichen CDU-AfD-Mehrheit existieren sich als links verstehende Menschen. Ich sage bewusst als links verstehend, denn ich finde einige angeblich „linke Inhalte“ sehr verstörend. Darüber möchte ich jetzt in Form einer antiableistischen Stadtführung berichten, welche durch verschiedene meinerseits erlebte Ausgrenzungsstationen führt. Stellt euch einfach vor, wir stehen genau jetzt am Plauener (oberen) Bahnhof und ihr begleitet mich auf meiner alternative Stadtführung zu verschiedenen Orten in der linken Szene, an denen ich z.T. haarsträubende Ausgrenzungserfahrungen machen musste.
Zunächst möchte ich mich auf dem Weg zu unserer ersten Station einmal vorstellen. Ab Oktober 2023 zog ich hierher wegen einer hoch angesiedelten technisch spezifischen Funktion bei einem Automobilzulieferer, der wegen Insolvenz im September 2025 schloss. Vor meinem Zuzug wurden mir ableistische Ausgrenzungserfahrungen von weggezogenen Menschen geschildert. Diese haben entweder Handicaps oder bestimmte psychische Diagnosen und sind inzwischen wegen diskriminierender Erlebnisse auch durch Linke aus Plauen weggezogen. Bei der Nennung der Gründe nannten sie übereinstimmend gleiche Muster: Mit ihren Spezifika wurde unangemessen umgegangen, die Betroffenen entwürdigt und es fand weder Reflexion noch Aufarbeitung statt. Ziel dieses Textes ist deshalb auch, neurodivergenten Menschen, Menschen mit Handicap oder psychischen Diagnosen die gleichen Erfahrungen zu ersparen. Als ich zunächst die Arbeitswoche über nach Plauen zog, wählte ich aufgrund der mir zugetragenen Ausgrenzungen folgende Strategie: Viele Menschen gehen eher schamhaft mit „psychisch anders“ empfundenen Eigenschaften um. Der Scham wird mitunter als eine Art „Schwäche“ gesehen und zweifelhafte Charaktere nutzen dies aus, um sich aufzuspielen – nicht nur in der linken Szene. Deshalb ging ich offen und selbstbewusst mit meinem Autismus um. Zusätzlich holte ich mir zur Fehlervermeidung regelmäßiges Feedback von meiner Umgebung ein, weil ich einige soziale Elemente nicht so gut kann wie neurotypische Menschen.
In diesem Bericht verwende ich den Begriff „behindert“ – und es gibt Gründe, weshalb ich diesen in Anführungsstriche setze. Meine Selbstbezeichnung ist autistisch aufgrund entsprechender ärztlicher Aussagen. Fällt mein Autismus nicht auf, gelte ich als „normal“ und erlebe keine Diskriminierung. Werden autistische Elemente bei mir bemerkt (z.B. durch bestimmte Sprachmuster), kann ich manchmal als „behindert“ wahrgenommen werden und erfahre mitunter Ausgrenzung. Mein Autismus bringt verschiedene Einschränkungen mit, die in dieser Gesellschaft als behindert aufgefasst werden. Genauso kann ich vieles überdurchschnittlich gut. Das ich eine hoch angesiedelte technische Qualifikationen mit Bestnoten erreichte hat Gründe. 2024 outete ich mich in Plauen als nonbinär, in meiner Geburtsurkunde befindet sich kein Geschlechtseintrag.
Jetzt sind wir auch schon bei unserer ersten Station meiner antiableistischen Stadtführung. Ich fange gerne mit einem positiven Beispiel an und zeige euch zunächst einen der wenigen Orte in Plauen, bei dem es problemlos klappt - das Colorido, gleich da drüben schräg über der Kreuzung. Wenn es an den anderen Stationen in der linken Szene ähnlich verlaufen wäre wie im Colorido, wäre diese Stadtführung nicht entstanden. Ich verweise auch deshalb auf das Colorido, weil mir diskriminierend unterstellt wird, ich wäre wegen meines Autismus „zu blöd“, um mich auf sozialer Ebene überhaupt bewegen zu können – das Colorido beweist, dass diese Behauptungen falsch sind. Die über mich verbreiteten Verschwörungstheorien - ich wäre wegen meines Autismus zu bekloppt, um mich vernünftig benehmen zu können und zu behindert, um das zu bemerken, weshalb man gar nicht erst mit mir reden solle… - das Colorido zeigt wie es funktionieren könnte, wenn man denn wöllte. Ich fühle mich z.B. beim Mittwochscafé oder beim queeren Treffpunkt gern gesehen und akzeptiert. So einfach könnte es eigentlich überall gehen.
Allerdings ist das Colorido als „sozialer Ort“ nicht ganz die Form vonlinkem Engagement, die ich für mich suchte. Deshalb ging ich im Oktober 2023in das lokale AZ, das Projekt Schuldenberg. Ich besuchte dieKüfaund gingdort offen mit meinem Autismus um. Die erste Reaktion war „Ein bisschen bekloppt sind wir alle“ - ernst genommen fühlte ich mich nicht. Mit meinen kommunikativen, empathischen und sozialen Einschränkungen kann ich Mitmenschen auch etwas auf die Nerven gehen. Eigentlich nichts großartiges, es sind kleine Dinge bei denen auffällt, dass ich eben autistisch bin. Darüber kann man hinweg sehen und die meisten tun dies auch. Um niemanden zur Last zu fallen holte ich mir sicherheitshalber von verschiedenen Personen im Schuldi ein Feedback. Alle sagten übereinstimmend, dass mein Verhalten okay wäre, ich mir nichts zuschulden kommen ließ, ich gern wieder in den Schuldenberg kommen kann - und mir eigentlich viel zu viele Gedanken darüber mache. Aufgrund der positiven Resonanz erwähnte ich mir vorzustellen, mich in dem Team vom Schuldenberg zu engagieren. Keine:r der Anwesenden hat er etwas dagegen. Ich erwähnte auch kritisches: Während der Küfas wurde einige Male das Lied „Durstige Männer“ von Dimple Minds gespielt, ein ziemlich sexistisches Machwerk. Als Betroffene:r sexualisierter Gewalt im Jugendalter möchte ich nicht rechtfertigen müssen ein Problem zu haben mit einem nicht konsensbasierenden Sexualverständnis. Auch das Lied „Weischlitzer Jungs“ könnte hinterfragt werden.Meine Kritik wurde positiv aufgenommen und andere Anwesende sahen es ähnlich. Vielleicht haben einige Loits vom Schuldi das als eine Art „Fehlverhalten“ betrachtet, dass „so jemand“ Teile ihrer Leitkultur in Frage stellt.Davon bemerkte ich zunächst noch nichts. Weder auf meine Kritik noch auf mein späteres Bekunden über social media, am nächsten Konzert im April ´24 teilnehmen zu wollen, erhielt ich negative Reaktionen.
Vor dem Betreten eines Punkkonzerts am 12.4.2024 wollte ich zunächst mein Fahrrad abstellen.Dabei kam die in Plauen äußerst umstrittene und als Mitglied des Schuldbergs auftretende Steff auf mich zu und motzte: „Du bist hier unerwünscht, verschwinde!“ Eine sachliche Begründung wurde verweigert.
In unserer Gesellschaft ist es nicht gerade selten, dass „so jemand“, also ein als „behindert“ empfundener Mensch, bereits aufgrund der persönlichen Existenz als „störend“ empfunden wird, deshalb unerwünscht ist und dann augenblicklich „zu verschwinden hat“. Ich empfand Steffs Verhalten daher als „gesellschaftlich normales“ Diskriminierungsverhalten, bei der das Weglassen der Begründung für den diskriminierenden Rauswurf den „selbstverständlichen“ Charakter unterstreichen soll, dass ein „behindert“ empfundener Mensch „hier nix zu suchen hat“. Das Weglassen einer Rechtfertigung impliziert, dass der Rauswurf von "so jemand" keiner weiteren Erklärung bedarf. Es includiert die unausgesprochene Forderung an uns eigenverantwortlich nachzuweisen, dass wir trotzdem irgendwie "gut genug" sind oder in der Lage wären uns "zusammenzureißen", wobei letzteres bedeutet, dass wir unsere "behinderten" Eigenschaften verstecken sollen, weil ihr euch aufgrund der Sichtbarkeit belästigt fühlen könntet. Aufgrund des verletzenden Verhaltens radelte ich am 12.04.24 mit einem Nervenzusammenbruch heulend in meine Unterkunft. In meinem Kopf überlagerte sich das ausgrenzende Erlebnis in dem angeblich linken Club mit zahlreichen vorangegangenen Diskrimnierungserfahrungen. In Folge dessen war ich erst drastisch überlastet, hatte einen autistischen Shutdown und saß mehrere Stunden mutistischda. Mein damaliger Mitbewohner erzählte mir, dass er überlegte einen Krankenwagen zu rufen.
Dieses Verhalten vom Schuldi ist auf mehreren Ebenen diskriminierend. Zunächst ist da einmal die überhebliche Haltung an sich zu sehen, mit welcher mich Steff mit Herrenmenschen-Atitude aus dem Schuldi kegelte. Hinzu kommt die verweigerte Begründung. Durch die Verweigerung wurde mit mega diskriminierenden Elementen gearbeitet, welches den meisten Behinderten bekannt vorkommen werden. Aber das war nur der Anfang.
Weil ich von einem sich antifaschistisch bezeichnenden Club doch deutlich andere Erwartungen hatte, schrieb ich das Schuldenberg an. Dem Schuldi war ich genauso wenig wertvoll für eine Antwort wie Steff. Stattdessen schrieb mir ein zentraler Mensch aus dem Schuldenberg, mit dem ich fortan bezüglich des Schuldenbergs kommunizierte. Er gilt in Plauen als inoffizieller Chef des Schuldi und behauptete, es wäre angeblich eine Privatveranstaltung von Steff gewesen - diese Veranstaltung war aber nirgendwo als solche gekennzeichnet und wurde genauso beworben wie jede Veranstaltungen auch. Es entstand der Eindruck, sie versuchen das Verhalten von Steff irgendwie zu rechtfertigen. Ich hatte z.B. gefragt, warum sie ihre Absage nicht bereits auf meine Social-Media-Nachricht sendeten. Aufgrund meiner Nachricht wussten sie bereits einige Tage vorher, dass ich erscheinen werde und hätten ihre Absage weniger verletzend gestalten können – dann hätte Stefanie L. aber auch keinen Herrenmenschen raushängen lassen können. Vordergründig klang ihre Antwort schlüssig, dass sie ihre Social-Media-Accounts nur unregelmäßig pflegen würden. Allerdings antworteten sie zuvor innerhalb weniger Stunden - ich schrieb mehrere Tage vor dem Konzert. Ging es Steff um den erniedrigenden Auftritt, um die Wirkung auf mich mitzubekommen und um sich auch einmal wie ein „überlegener Herrenmensch“ fühlen zu können?
Als Rechtfertigung für Steffs Verhalten wurde mir vom Schuldenberg mitgeteilt, dass es angebliche Warnungen aus meinem Herkunftsort Freiberg gegeben hätte, von mir wären frühere Mitstreitende an die Faschoszene verraten worden. Ich bot an, diesen Quatsch zu widerlegen, aber daran bestand kein Interesse – weil man sich sonst gegenüber „so jemand“ hätte entschuldigen müssen? Da diese Vorwürfe ziemlich heftig sind möchte ich darauf eingehen: Zuvor wohnte ich in Freiberg und war dort seit Jahrzehnten politisch aktiv. Das Spektrum meiner Aktivitäten war weitreichend, ich war an der Gründung einiger linker Gruppen beteiligt. Aufgrund des Wirkens einer seit einigen Jahren aktiv gewordenen extrem charismatischen Person E wurde ich systematisch hintergangen, als behindert bloßgestellt und daraufhin massivst diskriminiert. Wegen des nun folgenden massiven Mobbings war ich so verzweifelt, dass ich im Februar 2024 einen Suizidversuch unternahm (ich wohnte zu diesem Zeitpunkt nur noch am WE in Freiberg). Um sich szeneintern nicht rechtfertigen zu müssen, Genossii mit menschenverachtenden Mitteln in einen Suizidversuch zu treiben, wurden aus dem Umfeld der Täter:innen im Jungen Netzwerk Freiberg Verschwörungstheorien über mich verbreitet.
Zum damaligen Zeitpunkt (zwischen März und Sept. 2024) veröffentlichte das Königreich Deutschland unter falschem Namen angebliche Interna über die linke Szene Freibergs. Mit manipulierten Mitteln wurde mir aus Netzwerkkreisen verschwörungstheoretisch unterstellt, die eigentliche Urheber:in dieser Outings zu sein – mir wurde ein gefakter Verratsvorwurf untergejubelt, um sich der Kritik an ihrem diskriminierenden Mobbings zu entziehen, welches meinem Suizidversuch voran ging. Wer eine Betrachtung des Freiberger Konflikts aus Sicht eines Dritten sucht, wird im Internet unter dem Titel „Aktuelle Information: So spalten VerschwörungstheoretikerInnen unsere Szene“ fündig. Dort ist das Bekennerschreiben eines Aussteigers aus dem Königreich Deutschland zu finden, welcher sich zu den bewusst mir falsch angelasteten „Outings“ bekennt und gleichzeitig eine neutrale Außensicht auf den Freiberger Konflikt bietet.
Ich habe aufgrund massiv erlebter sexualisierter Gewalt in meiner Jugendzeit Erfahrung darin, aus psychisch belastenden Situationen wieder heraus zu kommen. Daran wollte ich nach dem Suizidversuch mit meinem Komplett-Umzug nach Plauen anknüpfen. Mein Besuch des Konzerts im Schuldi im April 2024 erfolgte auch, um den Schmerz hinter mir zu lassen, der mich wenige Wochen zuvor zu dem Suizidversuch motivierte. Ich wollte die negativen Erfahrungen mit positiven überlagern, den ganzen Scheiß eigentlich vergessen – aber Steff verhinderte es. Sie steht in persönlichen Kontakt zu einigen der Täter:innen aus Freiberg. Das war mir zwar bekannt, ich hatte jedoch nicht mit einem solchen niederträchtigen Verhalten durch Steff bezüglich eines vorangegangen Suizidversuches gerechnet.
Für den Quatsch mit dem Verratsvorwurf gibt es bis heute keinen sachlichen Beleg - um sich szenekompatibel diskriminierend aufzuspielen reicht es scheinbar. Ich erklärte mich mehrfach bereit mich den Vorwürfen in einer offenen Diskussion zu stellen und alle Anschuldigungen zu widerlegen. Doch niemand im Schuldenberg oder in der restlichen linken Szene Plauens schien Interesse an einer sachlichen Klärung der Vorwürfe zu haben – sich aufzuspielen war wichtiger. Deshalb wurde der Dreck hinter meinem Rücken über mich verbreitet und ich werde seitdem von den meisten Szeneangehörigen gemieden. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen, dass ich mir zu diesem Zeitpunkt (und auch bis heute) in Plauen absolut nichts zu schulden kommen ließ. Sämtliche Feedbacks bezüglich meines Sozialverhaltens bezüglich der genannten Orte waren positiv.
Steff ist scheinbar in vielen Communities in Plauen umstritten, teilten mir gleich mehrere Personen nach dem Vorfall mit. Es würde ihr weniger um politisches Engagement gehen, sondern um ihr Ego. Ich wäre nicht die erste Person, bei der Steff angebliches Fehlverhalten erfindet, um sich in Konflikten einen Vorteil zu verschaffen. Vielleicht haben sich deshalb die Freiberger an sie gewendet. Trotz ihrer Umstrittenheit hat sie scheinbar ausreichend Einfluss um Verschwörungstheorien über „Behinderte“ zu verbreiten. Seit Steffs sich im Schuldenberg diskriminierend aufspielte, fühle ich mich von vielen Szeneangehörigen kollektiv gemieden, im Gegensatz zu vorher.
Menschen aus dem Colorido sprachen die von mir genannte zentrale Person des Schuldenbergs (mit der ich per Mail kommunizierte) im Sommer 2024 auf das diskriminierende Verhalten an. Die zentrale Person behauptete, mein Rauswurf wäre ausschließlich eine Aktion von Steff gewesen. Ihr allgemeines Verhalten wäre ihnen peinlich. Steff ist nicht mehr Mitglied im Schuldenberg und darauf würden sie großen Wert legen. Theoretisch könne ich wieder vorbeikommen. Da die Leute vom Schuldenberg das Verhalten von Steff zunächst rechtfertigten, fühlte ich mich nicht mehr sicher. Weil es nicht einmal ansatzweise reflektiert wurde, befürchtete ich erneute diskriminierenden Handlungen. Deshalb schrieb ich dem Schuldi, wenn sie das Verhalten von Steff tatsächlich ablehnen, dann könnten sie sich ja davon distanzieren, sich für Steffs Verhalten zu entschuldigen und mir garantieren, dass es nicht erneut vorkommt. Dann wäre ich auch für mich die Sache gegessen. 1,5 Jahre ging ich auf das Schuldenberg zu, doch sie waren sich bei „so jemand“ zu fein dafür. Inzwischen scheint es den Loits vom Schuldi peinlich zu sein, auf die Verschwörungstheorie aus Freiberg über den angeblichen Verrat hereingefallen zu sein. Obwohl sie schriftlich per Mail bestätigten, dass lediglich die Freiberger Verschwörungstheorien für Steffs Verhalten ursächlich waren, erfinden sie jetzt den nächsten Quatsch und betreiben Täter-Opfer-Umkehr, statt ihr Verhalten zu reflektieren. Dazu komme ich später.
Nun sind wir am nächsten Ort meiner Stadtführung durch die ableistische linke Szene in Plauen. Nach der Pleite mit Herrenmenschen-Steff vom Schuldi war ich auf der Suche nach einem anderen Betätigungsfeld. Den Plauener CSD hatte ich schon länger im Blick. Für eine provinziell geprägte Region wie das Vogtland ist der extrem wichtig. Als das „Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtland“ als Veranstalter:in Mitstreitende für die CSD-Orga suchte meldete ich mich voller Enthusiasmus sofort.
Dort lernte ich nach Steff die zweite in Plauen umstrittene Person kennen, den sich als führenden Kopf des „Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtland“ ausgebenden Thomas R. Bei meiner Vorstellung in dem Bündnis nannte ich autistische Einschränkungen in der Hoffnung respektvollen Umgangs. Das Gegenteil trat ein, oft fühlte ich mich nicht ernst genommen. Scheinbar ist die Kombination aus Nichtbinarität, Autismus und der Ausübung einer leitenden beruflichen Funktion dort nicht vorgesehen. Während der Gespräche mit Thomas hatte ich mehrfach den Eindruck, er möchte mich auf einer Ebene mit Beratungsbedarf (durch ihn) sehen, nicht als selbstbewusste Mitstreiter:in. Wobei ich mich fragte worauf dieser Beratungsanspruch beruht – entsprechende Kompetenzen konnte ich nicht feststellen.
Das Bündnis stellte sich scheinbar auch als ein Versuch von parteipolitischen Akteur:innen (SPD/Grüne) heraus, denen es weniger um zivilgesellschaftliches Engagement geht, sondern um dessen parteipolitische Instrumentalisierung. Die zahlreichen SPD-Vertreter:innen im Bündnis versuchten z.B. Wahlkämpfer:innen als Redner:innen auf dem CSD 2024 einzusetzen und hatten in der Freien Presse bereits des SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert als CSD-Redner für Plauen richtig groß angekündigt. Die beiden anwesenden Queers in dem ansonsten meist heterosexuellen cis-Bündnis erklärten „ein CSD ist politisch, aber nicht parteipolitisch“ und verhinderten die parteipolitische Vereinnahmung des CSD 2024. Daraufhin untersagte der SPD-Moderator des CSDs mehreren Queers auf der Demo über Ausgrenzungserfahrungen zu sprechen, weil dafür „leider, leider“ kein Platz da wäre. Stattdessen wurde die Gute-Laune-Musik einer Kirchenband (!) gespielt. Es gab noch eine Menge weiterer kritischer Dinge.
Die von mir geäußerte Kritik an dem bevormundenden Verhalten wurde zunächst zerredet. Dabei kamen wiederholt ableistische und sexistische Narrative zum Vorschein: Wenn ich etwas kritisierte, behauptete Thomas er müsse mir den Sachverhalt „nochmal erklären“. Bewusst weckt er dabei den Eindruck, meinerseits wäre keine ernsthafte Kritik vorgetragen, sondern ich hätte Schwierigkeiten in der kognitiven Erfassung des Sachverhalts, als wäre ich quasi zu „dumm“ dafür. Ich empfand dies bevormundend, manipulierend und entwürdigend. Das diskriminierende Verhalten im Bündnis gipfelte darin, dass ich mir auch noch „lustige Sprüche“ über autistischen Einschränkungen anhören musste, nachdem bei der Kritik an den Bevormundungen einige sprachliche autistische Handicaps sichtbar wurden. Aufgrund der gruppeninternen Akzeptanz eines Behindertenwitzes in Form eines „lockeren Spruchs“ als Reaktion auf meine autistischen Kommunikationsschwierigkeiten verließ ich das Bündnis.
Wie geht das „Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtland“ damit um? Zunächst erhielt ich keine ernsthafte Reaktion. Weil sie von mir die Hinnahme des kritisierten Verhaltens erwarteten ging ich an die Öffentlichkeit, aber erst dann. Auf einem Vernetzungstreffen des Netzwerkes „Tolerantes Sachsen“ wurde Thomas R. im Juli 2025 mit meinen Diskriminierungsvorwürfen konfrontiert. Seine Reaktion wurde mir von einem seit Jahrzehnten in Plauen aktiven Menschen zugetragen: Thomas behauptete, angeblich hätte ich mit einer Aussage beim Staatsschutz frühere Genossii aus Freiberg verraten (mit der Quellenangabe „Das hat mir jemand vom Junges Netzwerk Freiberg erzählt“).
An dieser Stelle möchte ich einmal klarstellen: ACAB! Ich habe noch nie in meinem Leben wissentlich und willentlich gegenüber dem Staatsschutz eine Aussage gemacht! Thomas R. möchte sich offensichtlich meiner Kritik entziehen, in dem er Unwahrheiten über mich erzählt. Allerdings ist seine Glaubwürdigkeit allgemein in Plauen umstritten. So fällt Thomas immer wieder dadurch auf, dass er sich gegenüber Dritten als der eigentliche Initiator vieler politischer Initiativen ausgibt, welche er über das Bündnis lediglich begleitet, und gilt als Aufschneider. Nachdem ich eine lokale Stellungnahme bezüglich seines verleumdenden Spitzelvorwurfs von Thomas abgab, reagierten die Meisten: „Thomas erzählt oft Quatsch, ich höre ihm längst nicht mehr zu und möchte nichts mit ihm zu tun haben“.
War es ein Fehler in diesem Bündnis sowohl offen mit den Vorwürfen aus Freiberg als auch mit dem Konflikt im Schuldenberg umzugehen? Möglicherweise animierte die Kenntnis eines kürzlichen Suizidversuchs aufgrund vorangegangenen Mobbings und die damit verbundene psychische Vulnerabilität einige sich mir gegenüber aufzuspielen. Sie bekamen mit, welche Schwierigkeiten ein als „geistig behindert“ ausgrenzbarer Mensch hat, ernst genommen zu werden, und sie konnten daraus ableiten, dass sie ihr diskriminierendes Verhalten ohne negative Konsequenzen für sie ausgestalten können. Letztendlich hatten sie mit dieser Annahme zumindest in Plauen recht. Dieser Text hier ist auch ein Versuch das zu ändern.
Auf dem Weg zu unser letzten Station möchte ich zwischendurch am Altmarkt auf das SPD-Büro verweisen. Ich habe diesen Ort nicht als linke Station geführt weil der linke Charakter der SPD umstritten ist. Die Behindertenwitze, wegen der ich das „Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtland“ im Januar 2025 verließ, wurden von einem Kommunalpolitiker der SPD geäußert. Theoretisch setzt sie sich stark für die Gleichberechtigung sogenannter „behinderter“ Menschen ein. Weil die Behindertenwitze des SPD-Kommunalpolitikers diametral der Position der SPD widersprechen, fragte ich im Januar 2025 den Ortsverband. Sie versprachen sich nach der Bundestagswahl im Februar mit meiner Beschwerde gründlich auseinanderzusetzen. Danach meldeten sie sich nie wieder, hatten dies vermutlich auch nie vor und „behindert“ empfundenen Menschen etwas vorzumachen scheint hier zum allgemeinen Verständnis zu gehören. Leider kommt der einzige einigermaßen progressive Rechtsanwalt in Sachen Arbeitsrecht der Region aus diesen Reihen. Wer sich die „Frechheit herausnimmt“, offen Kritik an der SPD zu üben, darf sich einen auswärtigen Rechtsanwalt suchen.
Im Frühling 2025 unternahm ich einen neuen Anlauf politischen Engagements. Zunächst besuchte ich einige Veranstaltungen des Plauener Syndikats der FAU. Dort begegneten mir die Menschen vorgeblich aufgeschlossen und fragten mich zum Beispiel, ob ich Mitglied werden möchte. Ich verneinte erst, weil ich aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit theoretisch Personalverantwortung hatte, was den Statuten der FAU widerspricht. Nachdem der Betriebsschließung war dies hinfällig und ich wollte Mitglied werden.
Hier erlebte ich am 24.10.2025 mein krassestes diskriminierendes Erlebnis der linken Szene in Plauen. Eine Mitgliedschaft wäre unmöglich, weil ich das diskriminierende Verhalten im Schuldenberg kritisiert hatte, zwei vom Schuldi Mitglied der FAU sind (u.a. Steff) und diese nun ein Veto gegen meine gleichberechtigte Teilhabe einlegten. Dann erklärte mir ein Mensch von der FAU Plauens, mangels Namenskenntnis nenne ich ihn X, die FAU hätten den Sachverhalt bezüglich des Schuldenberg genauestens geprüft. Er behauptete, ich würde mich an einer Lappalie aufhängen, um ein angebliches Fehlverhalten meinerseits zu kaschieren. Ich erwiderte verwundert, dass der Schuldenberg mir via Mail bestätigte, dass das von mir als diskriminierend kritisierte Verhalten des Schuldenbergs ausschließlich mit den Vorwürfen aus Freiberg in Zusammenhang steht und mit nichts anderem. X von der FAU behauptete das Gegenteil zu beweisen, blieb aber den Beweis trotz Nachfrage schuldig. Der Schuldenberg hätte in der Mail laut X ein angebliches Fehlverhalten im Schuldenberg genannt, weswegen Steff mich zwingend hätte entfernen müssen und mein Diskriminierungsvorwurf wäre ein Versuch, das angebliche Fehlverhalten zu kaschieren. Statt ein konkretes Verhalten nennen zu können, stellte er vage in dem Raum, ich hätte mich im Schuldi „zu behindert“ verhalten, wäre „zu bekloppt“ um das zu begreifen, solle meine angebliche „Sozialunfähigkeit“ therapieren lassen und wäre auch allgemein aufgrund meiner autistischen Einschränkungen untragbar. X behauptete, mein Diskriminierungsvorwurf wäre ein Ausdruck meiner Kritikunfähigkeit und bot mir großzügig an, die Vorwürfe des Schuldenbergs zu zeigen. Natürlich nahm ich das Angebot sofort an, aber trotz mehrfacher Aufforderung konnte mir BIS HEUTE weder er noch irgendwer sonst mitteilen, welches Fehlverhalten ich im Schuldenberg angeblich begangen hätte, mit dem sie Steffs Herrenmenschen-Auftritt rechtfertigen.
In einem zweiten Teil seiner Begründung „diagnostizierte“ X von der FAU mein Sozialverhalten als angeblich „sozial-unfähig“, weswegen ich ein „zu großer Aufwand“ für die FAU wäre. Als „Diagnosegründe“ wurden ableistische Vorurteile herangezogen, meine autistischen Einschränkungen drastisch übertrieben bzw. zusätzliche erfunden – mir wurde mit diskriminierenden Gründen faktisch auf sozialer Ebene das Existenzrecht abgesprochen. Übereinstimmend erwarteten die FAU-Leute totalitär auch noch mein Verständnis, dass sie meine Einschränkungen drastisch übertreiben, neue dazu erfinden, meine Persönlichkeit auf diese reduzieren und mich als Mensch deshalb ab- und entwerten. Es wurde bereits als Bestätigung einer angeblichen „Kritikunfähigkeit“ betrachtet, die diffamierenden küchenpsychologischen Pseudodiagnosen dieses medizinischen Laien nicht hinzunehmen. Das wording, wie mich X als „sozial lebensunfähig“ hinstellte, erinnerte mich an die Kampagnen gegen sogenannte „Erbkranke“ zu Beginn der Nazizeit. Da hatten die Faschos noch nicht so viel Macht, uns physisch zu vernichten, so dass sie uns zunächst „nur“ auf sozialer Ebene ausgrenzten – mit ähnlichen Narrativen. Zusätzlich behauptete X, ich würde eine massive passive Aggressivität an den Tag legen, wenn ich mich im Schuldi, im Malzhaus oder in der Alten Röste bewegen würde. Angeblich hätten an all diesen Orten bereits mehrfach Menschen regelrecht das Weite gesucht, weil mein Verhalten so unangemessen wäre.
[Ich verweise noch einmal darauf, dass ich mir im Schuldi vor dem diskriminierenden Rauswurf regelmäßig Feedback einholte und dabei mein Verhalten als „absolut okay“ bezeichnet wurde. Auch im Colorido gab es keinerlei Probleme. Allerdings können mir wegen meines Autismus tatsächlich kleinere soziale Fehler unterlaufen. Meistens bemerke ich diese in der Regel später (und bitte dann um Entschuldigung). Sicherheitshalber fragte ich nach: Im Malzhaus war keinerlei Negatives über mich bekannt, ich solle mir keine Gedanken machen. Die Orga-Loits von den Oi-Konzerten in der Alten Röste beschrieben mich als durchweg unauffällig. Die genannten Vorwürfe eines angeblich „passiv aggressiven Verhalten“ wurden frei erfunden.]
Als sich am 24.10.25 X von der FAU vor mir aufbaute und mich als „sozial lebensunfähig“, „zu großer Aufwand“ und „dringend therapiebedürftig“ (eine semi-höfliche Umschreibung für „so jemand gehört in die Klapse“) als quasi „sozial lebensunfähig“ aus der „linken“ Szene Plauens heraus selektierte, fehlte eigentlich nur die Rampe. Seine Argumentation lief darauf hinaus, mir allgemein das Existenzrecht in dieser Gesellschaft zu entziehen. Wären von der FAU vorgebrachten Ausschlussgründe rechtlich zulässig, dürfte mir z.B. jeder Supermarkt das Einkaufen verweigern. Scheinbar sah mich X als eine Art „niedere Lebensform“ bzw. ging er so mit mir um.
Mehrfach wurde als legitimer Ausschlussgrund genannt, dass einige sich in meiner Gegenwart so unwohl fühlen, dass sie Raum verlassen hätten. Ich wüsste gerne mal, wer das sein soll – mir ist diesbezüglich niemand aufgefallen. Diese Argumentation ist ziemlich perfide. So muss sich ein als „behindert“ ausgegrenzter Mensch nichts zu schulden kommen lassen, macht keine Fehler, wird aber trotzdem rausgeworfen, weil sich jemand „unwohl fühlt“, wenn „behinderte“ Menschen gleichberechtigt dabei sind.
Die FAU betonte das Vorhandensein früherer autistische Mitglieder. Sie würden sich mit dem „Krankheitsbild“ (sic!) voll und ganz auskennen, mich aber angeblich nicht wegen des Autismus ausgrenzen – während sie gleichzeitig mich mit massiven ableistischen Narrativen traktierten. Trotz (oder vielleicht genau wegen?) dieser Kenntnisse bisheriger autistischer Mitglieder präsentierten sie ihre Ablehnung auf eine Weise, dass ich drastisch überlastet wurde: Zu Beginn redeten gleich mehrere Menschen auf mich ein – Autist:innen sind bekannt dafür, in einer solchen Situation nicht mitzukommen. Hinzu kommt die Aggressivität der Sprache, mit der ich im Prinzip als „(sozial-) lebensunfähiger Untermensch“ hingestellt wurde. Wenn ich anderslautende ärztliche Aussagen und Diagnosen vorbringen wollte (nie kam eine:r der mich untersuchenden Psycholog:innen auch nur auf den Gedanken, dass ich mich nicht in sozialen Kontexten bewegen könne oder gar eine Therapie dafür benötigen würde), kam ich nur in Ansätzen zu Wort und X behauptete einfach, der angebliche Bedarf einer Psychotherapie wäre offensichtlich. Inzwischen redete nur er, aber die restlichen FAU-Leute schienen seine Auffassung zu teilen. Bereits aufgrund der aggressiv vorgebrachten in sich unlogische Argumentation angeblichen Fehlverhaltens im Schuldi, hatte ich einen massiven Overload. Das zwischenzeitlich mehrere auf mich einredeten wirkte verstärkend. Hinzu kam die maximale Überraschung aufgrund der Akzeptanz eigentlich nationalsozialistisch geprägter ableistischer Narrative durch anderen FAU-Mitglieder. Ich fühlte mich richtig fertig gemacht.
Im Prinzip erlebte ich an diesem Tag ein nationalsozialistisch geprägtes Ausgrenzungsverhalten. Die lässt sich u.a. mit einem vergleichbaren wording belegen, mit dem zu Beginn der 30er Jahre die Nazis agierten, bevor sie zu einer physischen Vernichtung behinderter Menschen übergingen. Es gibt zudem Parallelen in der massiv zugespitzten Darlegung „behinderter“ Eigenschaften, der Reduzierung auf diese, die darauf basierende Be- und Abwertung, sowie in der resultierenden Entmenschlichung. Ich hatte bei X sowie der folgenden Kommunikation mehrfach den Eindruck, sie verweigern „so jemand“ bereits das Recht auf eine eigene Wahrnehmung bzw. eigenständige Meinungsäußerungen. Ich fühlte mich komplett entmündigt.
Nachdem dieses menschenverachtende Verhalten in der FAU-Geschäftsstelle stattfand, versuchte ich die mir gegenüber getätigten Angaben zu verifizieren. Das Schuldenberg weigerte sich eine Stellungnahme abzugeben, was sie mir inzwischen zusätzlich vorwerfen (und betonten kurz darauf in einem Insta-Beitrag ihre freundschaftliche Verbindung zur FAU). In Folge telefonierte ich mit dem Colorido darüber. Als ich erzählte, das Schuldi behauptete gegenüber der FAU, ich hätte wegen eines angeblichen Fehlverhaltens entfernt werden müssen, fielen sie aus allen Wolken. Diese Vorwürfe waren der Person vom Colorido unbekannt, obwohl sie sich ausgiebig mit dem Schuldi darüber unterhalten hatten. Die in der FAU genannten Gründe, womit die Menschen vom Schuldenberg nun ihre victim-blaming betreiben, war in den 1,5 Jahren seit dem Vorfall nie zur Sprache gekommen. Auch gegenüber dem Colorido hatte der Schuldenberg kommuniziert, die zu meinem diskriminierenden Ausschluss führenden Beweggründe wären ausschließlich aus Freiberg gekommen. Ein Problem dabei ist, dass sogenannten „Behinderten“ oft pauschal die Glaubwürdigkeit abgesprochen wird. Würde jemand vom Colorido mit der Faust auf den Tisch schlagen „Die Gründe hat das Schuldi noch nie vorgebracht, früher etwas ganz anderes behauptet und ich höre diese zum ersten Mal. Das haben die sich ausgedacht!“, würde das als glaubwürdige Widerlegung ausreichen und das Thema wäre gegessen. Bei „Behinderten“ ist das völlig anderes.
Natürlich war mir bewusst, dass ich bei einer Mitgliedschaft in der FAU mit diskriminierenden Menschen aus dem Schuldi zu tun hätte. Diesen wollte ich genauso aus dem Weg gehen, wie ich es früher bei rechten Jugendlichen in meiner Berufsausbildung. Ich habe aus dieser Zeit umfangreiche Erfahrung mit einem angemessenen Umgang mit politischen Gegner:innen und war für meine Fairness bekannt.
Mit insgesamt zwanzig Seiten setzte ich mich mit dem diskriminierend empfundenen Verhalten der Plauener FAU auseinander. Zunächst weigerten sich die FAU mir ihre Ablehnung schriftlich zu geben. Ich betonte, dass ich mir aufgrund meiner Einschränkungen die zahlreich Kritiken nicht alle merken könne und dies selbst neurotypischen Menschen schwer fällt. Daraufhin wurde mir von der FAU unterstellt, eine „Sonderbehandlung“ (sic!) zu erwarten. Besser kann eigentlich nicht deutlich werden, dass ihnen nicht um die Abstellung eines wie auch immer gearteten Fehlers meinerseits geht (da sie das angebliche Fehlverhalten nicht einmal benennen können/wollen), sondern um die prinzipielle Ablehnung unter einem Vorwand. Allerdings waren sie immerhin so nett, mir auf Insta zu schildern, wie die Plauener FAU angeblich „mit der gebotenen Sachlichkeit“ (O-Ton X) meine Vorwürfe gegen das Schuldenberg geprüft wurden: „Allerdings ist der Fakt, dass du eine ziemlich dreckige Schmutzkampagne gegen eines unserer Mitglieder geführt hast...“ Für die FAU Plauen bedeutet also eine „sachliche Prüfung“ von Diskriminierungsvorwürfen gegen ihre Mitglieder, ausschließlich die Täter:innenperspektive zu betrachten, sachlich begründete Diskriminierungsvorwürfe pauschal als „Schmutzkampagnen“ zu sehen,Täter:innen zu schützen, Betroffene bloßzustellen und diskriminierendes Verhalten auszubauen. Mir wurde von der FAU über Insta sogar übel genommen, dass ich die massiv diskriminierenden Projektionen sachlich widerlegte. Dies wurde von der FAU Plauen ohne inhaltlich darauf einzugehen pauschal als „Zeichen deiner Kritikunfähigkeit“ gesehen und als Bestätigung empfunden, dass „so jemand“ ein „zu großer Aufwand“ wäre.
Nun könnten wir uns fragen, wer hier tatsächlich kritikunfähig ist: Wenn ich auf insgesamt zwanzig Seiten auf mich projizierte ableistische Narrative sachlich widerlege – oder die Antwort der FAU, welche lediglich daraus besteht sachliche Widerlegungenpauschal als Zeichen angeblicher „Kritikunfähigkeit“ zu betrachten. Darüber hinaus behauptete die FAU Plauen: „Deine Art und weise wie du über Text nun mit uns Kommuniziert bestätigt unsere Annahmen dahingehend auch. Du würdest damit schlicht und ergreifend unsere Strukturen lahmlegen. Und das können wir uns mit unserer größe nicht erlauben. “
Wer diskriminierende Narrative von FAU-Mitgliedern nicht einfach hinnimmt ist also ein zu großer Aufwand und legt ihre Strukturen lahm? Möchte sich die Plauener FAU vielleicht auch deshalb bei schriftlichen Antworten zurückhalten, weil ich sonst weitere Vorurteile nachweisen könnte? Scheinbar wird in der FAU Plauen von sogenannten „Behinderten“ erwartet, menschenverachtende Narrative und Diskriminierungen kritiklos hinzunehmen, weil durch eine sachliche Betrachtung ein „großer ‚Aufwand“ entstehen könnte. Eigentlich nimmt sich die FAU Plauen zum Anspruch, JEGLICHE Diskriminierungsform konsequent abzulehnen. Bei einem solchen Anspruch sollte doch erwartet werden, dass auf eine umfangreiche Widerlegung ihrer diskriminierender Narrative mehr zu erhalten, als eine Selbstbestätigung diskriminierender Menschen. Zum anderen kann bei einem solchen Anspruch konsequenter Ablehnung jeglicher Diskriminierung einer Organisation erwartet werden, das der eigentlich kümmerliche Diskriminierungsschutz aus Artikel 3 GG und dem AGG als zu verbessernder Mindeststandard gesehen wird. Laut dieser Paragraphen ist niemand wegen Behinderung Teilnahme und Teilhabe zu verweigern – die FAU Plauen hingegen sieht in autistischen Eigenschaften legitime Grundlagen, „behindert“ empfundenen Menschen das soziale Existenzrecht zu entziehen. Allgemein gilt es als ableistisch, „behinderte“ Menschen auf ihre Handicaps zu reduzieren und deshalb abzuwerten – am 24.10.2025 erlebte ich dieses Verhalten als Teil deren Organisationsverständnisses. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich den Eindruck, es geht diesen Menschen darum, dass ich tatsächlich vorhandene Fehler abstelle. Wie soll ich angeblich von mir begangene Fehler reflektieren, wenn sie sich bis heute weigern mir diese einmal aufzulisten? Die FAU behauptete ausdrücklich, ihre Ablehnung würde sich nicht auf die Vorwürfe aus Freiberg beziehen. Das kann richtig sein, muss es aber nicht.
Um den von den Freibergern gegen mich verbreiteten gefälschten Verratsvorwurf zusätzlich zu legitimieren bzw. um sich meiner Kritik zu entziehen, wurden aus dem Umfeld des Jungen Netzwerks Freiberg vergleichbare Verleumdungen einer angeblichen „geistigen Umnachtung“ verbreitet. Steff ist mit einem der Freiberger Täter befreundet. Auch vom Jungen Netzwerk Freiberg wurde ebenso die Hinnahme abstrusester Theorien über meinen Autismus erwartet, jegliche Sachargumentation meinerseits ignoriert, sachliche Widerlegungen ebenso als pauschales Zeichen angeblicher Kritikunfähigkeit gewertet und ich massiv entmenschlicht wie in Plauen. Das kann zufällig sein. Sich sachlicher Kritik eines „behindert“ empfundenen Menschen zu entziehen, in dem die Psyche der Betroffenen pathologisiert und darüber die Sachargumentation entwertet wird, ist auch in vielen anderen Communities sozial akzeptiert.
Ich habe bisher in jedem der hier genannten Fälle eine offene Diskussion angeboten – stattdessen werde ich gemieden und hinterrücks verleumdet. Inzwischen zeigen die mich diskriminierenden Akteure Plauens aufeinander, bestätigen sich gegenseitig in der Behauptung, ich wäre zu behindert um mich überhaupt benehmen zu können – und ignorieren geflissentlich das Colorido, wo es halt klappt. Wer möchte sich schon von Fakten verwirren lassen? Natürlich erlebte ich in Plauen nicht nur in der linken Szene diskriminierende Situationen. Als ich nach einen langen Arbeitstag drastisch überlastet in der Apotheke in der Galerie ein Hustenmedikament holen wollte, drängelte sich jemand für alle sichtbar aggressiv vor. Er sagte laut, „wennde so komsch dastehst biste selba schuld“, lachte mich laut aus – und wurde vom Kassenpersonal der Apotheke bedient. Bei „so jemand“ ist vordrängeln sozial akzeptiert.Auf meine Beschwerde wurde mir mitgeteilt, dass wäre nur mein Problem.
In einem Fahrradladen wurde ich falsch beraten und bekam einen ungeeigneten Reifen. Während des Umtauschversuchs verhaspelte ich mich beim Sprechen, mein Autismus fiel auf – und der Mechaniker lachte mich aus, führte mich vor und verweigerte den Umtausch. Ich schrieb den Fahrradladen an, erklärte den Sachverhalt und bestand auf dem Umtausch. Der Besitzer entschuldigte sich in aller Form. Den Umtausch nahm er persönlich vor. Währenddessen erläuterte er mir umfangreich, dass er ein solches Verhalten konsequent ablehnt, dies seiner „Berufsehre“ widerspricht und auch persönlich peinlich ist. Für mich ist der Vorfall damit abgehakt, ich nehme den Vorfall nicht weiter übel und nenne bewusst keinen Namen des Fahrradladens, da die Sache geklärt ist. Hätte sich das Schuldi auch nur ansatzweise entschuldigt, die Sache wäre längst erledigt und dieser Text nie entstanden.
Trotz meiner Führungsposition erlebte ich auch auf Arbeit diskriminierende Momente. Weil ich manchmal anders spreche, weigerten sich z.B. einige AfD-nahe Kolleg:innen mit „so jemand“ soziale Gespräche zu führen (worauf ich aber auch verzichten kann). „Wenn de dich nich zsammenreißn kaast biste selbst schuld, wenn niemand mid dir sprichd“ wurde als Begründung sozial akzeptiert, aber nicht von allen (das geforderte „Zusammenreißen“ bedeutet die Unsichtbarkeit autistischer Elemente). Gleichzeitig schüttelten viele Kolleg:innen darüber den Kopf und wir unterhielten uns ganz normal (und niemand im Betrieb erwartete totalitär „Verständnis“ für soziale Diskriminierung wie z.B. die FAU). Genauso kann ich mich im Colorido ganz normal unterhalten, während FAU, Projekt Schuldenberg und das Toleranzbündnis über mich behaupten, ich wäre zu bekloppt dazu.
Was macht das Colorido eigentlich anders, weil hier funktioniert, was andere für unmöglich halten? Im Colorido wurde mir zugehört, ich fühlte mich ernst genommen – statt „wir sind hier alle irgendwie bekloppt“ wie im Schuldi. Die im Colorido machten sich selbst ein Bild statt Projektionen zu folgen. Als die Falschverdächtigungen über mich in Plauen verbreitet wurden leisteten sie sich als einzige den „Luxus“, die Glaubwürdigkeit von sachlichen Belegen abhängig zu machen – die Kompetenz einer sachlichen Überprüfung scheint außerhalb des Colorido drastisch unterentwickelt zu sein. Da ich hier den gleichen Umgang erfahre entsteht kein lautstarker Streit – manchmal kann das Leben wirklich einfach sein. Bevor ich mit einem gefälschten Verratsvorwurf aus dem Schuldi geworfen wurde, konnte ich auch mit anderen der linken Szene interagieren. Seitdem fühle ich mich oft schräg von der Seite betrachtet, gemieden und als eine Art „niedere Lebensform“ beäugt. Ich weiß nicht, warum Steff mir das antut. Ich hatte und habe mir nichts zu schulden kommen lassen, hatte nie wirklich Kontakt zu Steff oder gar Streit mit ihr. Vermutlich ist es ihr bereits zu viel, wenn „so jemand“ in der Szene auch nurexistiert - mögliche Gründe werden im Anhang genannt.Das Colorido ist für mich einer der wenigen Ort überhaupt in Plauen, wo ich mich als richtiger Mensch gesehen fühle und nicht nur als „Bekloppte:r“. Dieser Text soll auch ein Versuch sein die Ausgrenzungsspirale zu beenden und den ableistischen Konsens zu durchbrechen.
Jetzt sind wir wieder am Bahnhof - damit ist meine Stadtführung ist auch schon zu Ende. ch bedanke mich bei allen Teilnehmenden für ihre aufgewendete Zeit sowie die Anteilnahme und wünsche eine gute Rückfahrt.
Für Rückfragen und weitere Informationen stehe ich unter heidi.von.sojafeld@proton.me zur Verfügung.
Creative Commons by-sa: Weitergabe unter gleichen Bedingungen