Aktion gegen Umspannwerk Erkrath
Bekennerschreiben Nr. 7
Liebe Leserin, Lieber Leser,
wir sind uns wahrscheinlich nie begegnet, trotzdem wissen wir ein paar Dinge über dich. Wir wissen, dass du bereits mit der Muttermilch Dioxine und PCB aufgenommen hast; dass du von klein auf einem Vielfachen der natürlichen radioaktiven und elektromagnetischen Strahlung ausgesetzt warst. Und wir wissen, dass sich in deinem Blut, deinen Nieren, deiner Leber und sogar deinem Gehirn schon mehrere Gramm Mikroplastik angesammelt haben.
Was wir nicht wissen ist: Wann wirst du diese täglichen Angriffe als solche erkennen? Wann wirst du es persönlich nehmen? Wie viel bist du bereit einzustecken? Und wofür? Wann wirst du dich wehren? Wirst du dich überhaupt wehren?
Wo liegt deine Grenze?
Unsere Grenzen sind überschritten. Deshalb haben wir vor einiger Zeit einen Brandsatz unter einen der beiden Transformatoren im Umspannwerk Unterfeldhaus angebracht. Treffen sollte es vor allem das Industriegebiet Max-Planck-Straße. Es war zu der Zeit noch recht warm; unser Ziel war nicht, die Anwohner ohne Vorwarnung frieren zu lassen. Genauer werden wir den Zeitpunkt nicht angeben - die Polizei kann sich auch mal etwas Mühe geben.
Wir hatten 9 Liter Grillanzünder in 18 0,5-Liter Plastikflaschen abgefüllt und in einen großen Kochtopf gestellt. Ein pyrotechnischer Zünder kam statt eines elektronischen zum Einsatz, um die Gefahr einer Fehlzündung durch die starken elektromagnetischen Felder des Transformators zu vermeiden. Außerdem haben wir an einer Wand in roter Sprühfarbe unser Kürzel "KAB" sowie "SWITCH OFF" geschrieben.
Wir können nicht beurteilen, inwiefern ein Schaden am Transformator entstanden ist. Die Details werden wir vermutlich erst vor Gericht erfahren. Sollte die Zündung tatsächlich ausgeblieben sein, so konnten wir zumindest zeigen, dass es kinderleicht ist, in Umspannwerke einzudringen ohne erwischt zu werden.
Liebe Grüße an die rechten Scherzkekse, die uns in ihren Foren und Kommentarspalten regelmäßig in den Knast wünschen. Spart euch die Mühe - wenn wir Angst vor dem Gefängnis hätten, würden wir's nicht machen.
Gerade weil Haftstrafen eingeplant sind, legen wir unsere Methoden und Überlegungen schon jetzt soweit wie möglich offen für andere. Wir haben in den Wochen nach der Aktion mit Zeitzündern experimentiert und uns Gedanken zum weiteren Weg gemacht. Die Ergebnisse liegen diesem Text bei.
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