Keine Räume und kein Catering dem AfD Neujahrsempfang (21.01.2026)
Am 21.01.2026 finde in der Neujahrsempfang der AfD Darmstadt statt. Aus diesem Grund wurden Nachrichten an die Vermieter*innen der Räume, sowie Unternehmen im Umkreis verschickt. Dies ist inspiriert von einer ähnlichen Aktion im Zuge der Neugründung der AfD Jugend in Gießen Ende letzen Jahres (https://de.indymedia.org/node/541537).
Sehr geehrtes Team der CentralStation,
Wie Sie vielleicht schon mitbekommen haben, will die AfD am 21.01.2026 ihren Neujahrsempfang im Ernst-Ludwig-Saal in Darmstadt Eberstadt ausrichten. Soweit ersichtlich, haben Sie hierfür der AfD diesen Saal vermietet.
Wir bitten Sie inständig, an diesem Tag der AfD den Raum nicht zur Verfügung zu stellen. Der Saal gibt der AfD Raum, sich in der Mitte unserer Stadt und unserer Gesellschaft zu entfalten und sich zu legitimieren.
Die AfD wird auf Bundesebene vom Verfassungsschutz in einem Gutachten als "gesichert rechtsextrem" eingestuft. Diese Einstufung erfolge laut dem Verfassungsschutz "aufgrund der die Menschenwürde missachtenden, extremistischen Prägung der Gesamtpartei". "Das in der Partei vorherrschende ethnisch-abstammungsmäßige Volksverständnis ist nicht mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung vereinbar".
Auch die hessische AfD wird vom hessischen Verfassungsschutz beobachtet und als "rechtsextremer Verdachtsfall" geführt. In Hessen gebe es laut Richter*innen in Kassel „tatsächliche Anhaltspunkte“ für Bestrebungen der AfD gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Diese zeigten sich mit „erniedrigenden Bezeichnungen oder unangemessenen und unhaltbaren Vergleichen“, die „Hass oder Neidgefühl“ etwa gegen Muslim*innen und Geflüchtete hervorrufen, sowie mit „Beschimpfungen, Verdächtigungen und Verleumdungen“ gegen die Bundesrepublik und ihre Organe.
Die AfD stellt eine Gefahr für uns alle dar. Mit ihren Forderungen nach "Remigration" – illegalen Massenabschiebungen, die auch deutsche Bürger*innen mit Migrationshintergrund treffen werden – greift sie direkt die freiheitlich-demokratische Grundordnung an. Sie plant, Minderheitenrechte einzuschränken und Überwachungsmaßnahmen zu verschärfen, was einen Angriff auf unsere Grundwerte und Grundrechte bedeutet.
Auch ihre Wirtschaftspolitik ist ein Angriff: Geplante Steueränderungen und Sozialkürzungen werden alle benachteiligen, die nicht eh schon reich und mächtig sind. Und schließlich isoliert die AfD Deutschland von seinen Nachbarstaaten und der EU, im Interesse chinesischer, US-amerikanischer und russischer Kräfte.
Wir müssen uns geschlossen gegen faschistische Gruppen und deren Narrative stellen und das schaffen wir nur solidarisch und gemeinsam. Sie sind herzlich eingeladen, sich uns an besagtem Tag anzuschließen und Protest zu leisten. Durch Stornierung / Kündigung bestehender Verträge können Sie sich klar gegen die AfD und ihre Werte positionieren. Hier möchten wir Sie auch nochmal explizit auf §17 1.c. Ihrer Allgemeinen Mietbedingungen aufmerksam machen:
"Die Vermieterin ist berechtigt, vom Vertrag zurückzutreten oder den Vertrag fristlos zu kündigen, wenn durch die beabsichtigte Veranstaltung eine Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder eine Schädigung des Ansehens der Stadt zu befürchten ist; Von einer Störung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung oder einer Schädigung des Ansehens der Stadt ist insbesondere auszugehen bei Veranstaltungen mit rassistischem, homophoben, fremdenfeindlichen, demokratiefeindlichen, entwürdigendem, gewaltverherrlichendem, menschenverachtendem oder sexistischem Hintergrund."
Bei der AfD ist klar, dass sowohl die Veranstalterin als auch die Teilnehmenden nicht nur rassistische, homophobe, fremdenfeindliche und demokratiefeindliche Inhalte aktiv unterstützen, sondern auch aktiv verbreiten.
Die Neugründung der AfD-Jugend (Generation Deutschland) in den Hessenhallen in Gießen Ende November hat gezeigt, dass es auch für Locations rufschädigend sein kann, die AfD zu beherbergen; so haben mehrere große Musikevents ihre Veranstaltungen aus den Hessenhallen in andere Hallen im Umkreis verlegt. Wir kennen und schätzen die Central Station als progressiven Veranstaltungsort, an dem weltoffene Künstler*innen auftreten. Daher wünschen wir uns, dass Sie dieser Haltung weithin sichtbar Nachdruck verleihen, indem Sie sich öffentlich und deutlich von der AfD und ihrer menschenfeindlichen Politik distanziert.
Für Rückfragen stehen wir gerne per e-mail zur Verfügung.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe
Mit solidarischen Grüßen
Sehr geehrte Gastronom*innen, Cateringservices und Getränkelieferant*innen,
wie Sie vielleicht schon mitbekommen haben, will die AfD am 21.01.2026 ihren Neujahrsempfang im Ernst-Ludwig-Saal in Darmstadt Eberstadt ausrichten.
Wir bitten Sie inständig, an diesem Tag die AfD nicht zu beliefern. Der Erfahrung nach bucht die AfD nicht als Partei, sondern als Privatperson, darum achten Sie bitte auf das Datum und den Ort der Lieferung.
Die AfD wird auf Bundesebene vom Verfassungsschutz in einem Gutachten als "gesichert rechtsextrem" eingestuft. Diese Einstufung erfolge laut dem Verfassungsschutz "aufgrund der die Menschenwürde missachtenden, extremistischen Prägung der Gesamtpartei". "Das in der Partei vorherrschende ethnisch-abstammungsmäßige Volksverständnis ist nicht mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung vereinbar".
Auch die hessische AfD wird vom hessischen Verfassungsschutz beobachtet und als "rechtsextremer Verdachtsfall" geführt. In Hessen gebe es laut Richter*innen in Kassel „tatsächliche Anhaltspunkte“ für Bestrebungen der AfD gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Diese zeigten sich mit „erniedrigenden Bezeichnungen oder unangemessenen und unhaltbaren Vergleichen“, die „Hass oder Neidgefühl“ etwa gegen Muslim*innen und Geflüchtete hervorrufen, sowie mit „Beschimpfungen, Verdächtigungen und Verleumdungen“ gegen die Bundesrepublik und ihre Organe.
Die AfD stellt eine Gefahr für uns alle dar. Mit ihren Forderungen nach "Remigration" – illegalen Massenabschiebungen, die auch deutsche Bürger*innen mit Migrationshintergrund treffen werden – greift sie direkt die freiheitlich-demokratische Grundordnung an. Sie plant, Minderheitenrechte einzuschränken und Überwachungsmaßnahmen zu verschärfen, was einen Angriff auf unsere Grundwerte und Grundrechte bedeutet.
Auch ihre Wirtschaftspolitik ist ein Angriff: Geplante Steueränderungen und Sozialkürzungen werden alle benachteiligen, die nicht eh schon reich und mächtig sind. Und schließlich isoliert die AfD Deutschland von seinen Nachbarstaaten und der EU, im Interesse chinesischer, US-amerikanischer und russischer Kräfte.
Wir müssen uns geschlossen gegen faschistische Gruppen und deren Narrative stellen und das schaffen wir nur solidarisch und gemeinsam. Sie sind herzlich eingeladen, sich uns an besagtem Tag anzuschließen und Protest zu leisten, ob in Person oder durch Stornierung oder Nicht-Annahme von Aufträgen für die AfD-Neujahrsfeier.
Für Rückfragen stehen wir gerne per e-mail zur Verfügung.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe
Mit solidarischen Grüßen
Creative Commons by-sa: Weitergabe unter gleichen Bedingungen
Ergänzungen
Antwort der CentralStation
Von Seiten der CentralStation erreichte uns folgende Antwort. Wir haben Namen und E-Mail Adressen aus dem Text entfernt. Es geht um die CS als Organisation, nicht um eizelne Mitarbeiter*innen.
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir bitten Sie, die verzögerte Rückmeldung zu entschuldigen, die auf die allgemeine Urlaubszeit und eine notwendige enge Abstimmung mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt zurückzuführen ist.
Zu Ihrer Anfrage nehmen wir wie folgt Stellung:
Die Centralstation Veranstaltungs-GmbH als Unternehmen der Wissenschaftsstadt Darmstadt steht klar und unmissverständlich zur Charta der Vielfalt und stellt sich gegen jedwede Form von Diskriminierung und Antisemitismus. Zudem steht die Centralstation fest auf der Werteordnung unserer Verfassung und setzt auf die demokratischen Mittel wie Diskurs und Demonstrationsfreiheit gegen die Verbreitung von menschenverachtenden Ideologien. Eine funktionierende demokratische Gesellschaft ist hierbei wesentlich. Hierzu gehört auch das hohe Gut der Meinungsfreiheit und der Gleichbehandlungsgrundsatz.
Mit der Vermietung des Ernst-Ludwig-Saals agiert die Centralstation im Auftrag und im Namen der Wissenschaftsstadt Darmstadt, die sich den gleichen Werten tief verbunden fühlt.
Mit der Entscheidung vom 02. Mai 2025 hat das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) die Partei Alternative für Deutschland (AfD) bundesweit als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ eingestuft.
Rechtlich bleibt die AfD vorerst jedoch eine gleichgestellte politische Partei. Ein Parteiverbot kann ausschließlich das Bundesverfassungsgericht nach Art. 21 Abs. 2 GG aussprechen. Solange ein solches Verbot nicht vorliegt, bestehen folglich Ansprüche auf Gleichbehandlung mit anderen Parteien, auch hinsichtlich des Zugangs zu Veranstaltungsräumen öffentlicher Einrichtungen. Eine solche Einrichtung stellt der Ernst-Ludwig-Saal dar.
Dennoch unterziehen wir den aktuellen Sachverhalt einer erneuten juristischen Überprüfung, die jedoch aufgrund der Vielschichtigkeit noch nicht final abgeschlossen werden konnte.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an <Mensch> (<E-Mail>).
Mit freundlichen Grüßen
<Mensch>
i.A. <Mensch>
Presse-und Öffentlichkeitsarbeit
Unsere Antwort:
Hallo <Mensch>, Hallo <Mensch>,
wir sind natürlich sehr interessiert am Ausgang der erneuten rechtlichen Prüfung. Wie hoffen und sind selbst überzeugt, dass eine Kündigung möglich sein wird. Wann, denken Sie, ist mit einem Ergebnis zu rechnen?
Wir verstehen, dass Ihnen unter Umständen die Hände gebunden sind, aber am Ende des Tages nutzt die AfD ihren Neujahrsempfang vor allem für Reichweite, Inszenierung und Normalisierung. Selbst wenn Sie das Event nicht absagen können, so können Sie hier als Centralstation trotzdem eingreifen und sich medienwirksam und öffentlich positionieren.
Ihre Werte, "[die CS steht] unmissverständlich zur Charta der Vielfalt und stellt sich gegen jedwede Form von Diskriminierung und Antisemitismus", haben Sie hier in dieser Mail genannt, aber Werte im stillen Kämmerchen kann jede*r haben. Doch gerade in diesen Zeiten müssen wir laut sein, für unsere Werte einstehen und sie verteidigen, damit wir sie nicht verlieren. Daher bitten wir Sie - seien auch Sie laut, distanzieren Sie sich öffentlich von der AfD und ihrer menschenfeindlichen Politik.
Der Instagram Post, der unsere initiale E-Mail veröffentlicht hat, hat mittlerweile fast 500 Likes und viele Kommentare. Er zeigt deutlich, dass sich auch viele andere Ihrer Besucher*innen ein stabiles Auftreten gegen Rechts und rechte Politik von Ihnen wünschen!
Mit solidarischen Grüßen