Vier Schulen in Lissabon blockiert, Fim ao Fóssil até 2030!
In Lissabon wurden im Laufe der vergangenen Woche aus dem Kollektiv Greve Climática Estudantil (GCE) heraus vier mal Schulen erfolgreich blockiert, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen. Am Samstag dem 22. November gab es eine große Demo.
In Lissabon wurden im Laufe der vergangenen Woche aus dem Kollektiv Greve Climática Estudantil (GCE) heraus vier mal Schulen erfolgreich blockiert, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen. Am Samstag dem 22. November gab es eine große Demo, aber warum das alles?
Wer ist Greve Climática Estudantil?
Das Kollektiv GCE besteht aus Schüler*innen und Student*innen und lässt sich Fridays for Future und der Kampagne EndFossil zuordnen.
Über die letzten Jahre hat GCE eine Vielzahl an Aktionsformen genutzt, von Großdemos und Übergaben von Unterschriften an Ministerien, bis hin zu Besetzungen von Hörsälen und Schulen, Farbbeutelwürfen auf den Kanzler (primeiro-ministro) und der Verschönerung von Regierungsgebäuden. In den letzten paar Jahren liegt ein weiterer großer Fokus auch auf dem Leid in Gaza; GCE bespielt aber auch andere linke Themen wie beispielsweise Transrechte, Antikapitalismus und Antifaschismus.
Der Vollständigkeit halber sollte auch noch Climáximo, die ältere Schwesterorganisation, erwähnt werden mit der sehr viel zusammengearbeitet wird.
Wasbisher so passiert ist
Vor gut einem Jahr hat GCE einen Brief mit Forderungen geschrieben und ihn zwei Monate später mit samt 1500 Unterschriften an den Kanzler übergeben. Seit dem haben Parlamentswahlen stattgefunden und es wurde weiter mit Protesten und Blockaden auf den Klimawandel aufmerksam gemacht, jedoch ohne viel Gehör in der Regierung.
Am 10.10. fand nun die 'letzte Warnung' in Form einer Demo statt mit der Ansage, dass in der Woche vom 17. - 23.11. massiv Schulen blockiert würden, wenn sich nichts ändert.
Realität ist leider, dass Portugal schon jetzt massiv von der Klimakrise betroffen ist, auch wenn Portugal natürlich als reiches Land des globalen Nordens sowohl mehr Schuld an dieser trägt, als auch weiterhin in einer bedeutend besseren Situation ist, als die meisten Ländern des globalen Südens. Konkret zeigt der Klimawandel sich immer wieder, erst letzte Woche ist ein Paar im Süden Portugals auf Grund der großen Regenfälle ertrunken. Der Sommer war durch Trockenheit, große Hitze und Waldbrände geprägt. Der momentane Plan der Regierung nimmt aber eine Erderwärmung von über 3°C in Kauf.
Rückblick auf die Woche des 17.-23.11.
Montag: Es gab Walkouts (aslo das massenhafte Verlassen von Klassenzimmern während des Unterrichts) an zwei Schulen (António Arroio und Ribeiro Sanches. Nachmittags gab es einen Paneltalk an der PhilFak (FCSH, Nova Universität). Zwischenzeitlich haben sich auch über 60 Lehrer*innen dem Brief angeschlossen.
Dienstag: Die Schule Liceu Camões wurde erfolgreich blockiert. Alle 7 Eingänge waren zu und der Unterricht fand nicht statt. Nachmittags gabe es sowohl einen PanelTalk an der NatFak (FCUL, Uni Lissabon) als auch an der MedFak (NMS, Nova Universität). Der Brief wurde auch von 30 Menschen aus dem Gesundheitswesen unterschrieben.
Mittwoch: Die Schule António Arroio wurde erfolgreich blockiert. Der Unterricht fand nicht statt, stattdessen aber eine Kundgebung vor den Toren der Schule, die schließlich um 13h00 mit einer Küfa beendet wurde.
Donnerstag: Es gab einen Paneltalk an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät (FLUL, Universität Lissabon) und eine Treffen am Unicampus, um den Rest für Samstag zu planen.
Freitag: Zwei Schulen (Liceu Camões und António Arroio) wurden blockiert. Nachdem es in Camões sehr ruhig war, da die Rektorin den Unterricht abgesagt hat, haben sich die Schüler*innen der Demo in Arroio angeschlossen. Außer einer kleinen Drohgebärde der Rektorin, die meinte die Cops rufen zu müssen, fand auch diese Blockade erfolgreich statt und wurde mit einem Plenum und Küfa beendet.
Samstag: Die große Demo zog sich durch die Innenstadt Richtung Regierungspalast in Lissabon. Lautstark wurde für eine bessere Zukunft protestiert, abgeschlossen wurde die Demo mit Reden und Plena in den entsprechenden Schul-/Unigruppen.
Fazit
Alle Blockaden haben gut funktioniert und verliefen ohne Repressalien. Öffentlichkeit konnte klar für das Thema gewonnen werden, am Samstag waren 4 große Newsoutlets vertreten. Auch konnten mehr junge Menschen mit dem Thema konfrontiert und eingebunden werden. Natürlich bleibt dies aber nur einer von vielen Steinen im Mosaik der Klimabewegung. Für echte Änderungen braucht es eine langfristige Organisierung GCE wird ein Teil davon bleiben.
Unsere Zukunft steht nicht zum Verkauf, Fim ao Fóssil!
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