Offener Brief der Besetzer*innen im Lütgenholz 43, Dortmund

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Wir haben den leerstehenden Aldi im Lütgenholz 43 besetzt. In diesem offene Brief wollen wir unsere Anliegen und Ziele erklären sowie einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen machen. Wir sind Jugendliche und junge Erwachsene, wir gehen zur Schule, studieren, machen eine Ausbildung, sind Freiberufler, arbeiten oder sind arbeitslos. Uns alle treibt ein Wunsch an: wir wollen ein soziales, selbstverwaltetes Zentrum in der Dortmunder Nordstadt aufbauen, und unterstützen damit die Initiative Avanti.

Dieses Zentrum soll unkommerziell sein, damit auch Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten hier die Chance haben am kulturellen Leben teilzunehmen. Warum wir nicht einfach ein Gebäude mieten? Eben damit wir und andere sich dort frei entfalten können, ohne unter dem Druck zu stehen, am Monatsende eine bestimmte Summe erwirtschaftet haben zu müssen um die Miete bezahlen zu können. Warum also kann ein seit Jahren ungenutztes Haus nicht für die Menschen offen stehen die es wieder mit Leben füllen können und wollen?

Wir wollen niemanden beklauen oder Räume die sinnvoll genutzt werden, ihrem Zweck entziehen. Wir setzen uns lediglich dafür ein, den Bewohnern in ihrer unmittelbaren Umgebung keine lanweiligen, toten Gebäude zuzumuten, sondern ihnen ein soziales, kulturelles, unkommerzielles Zentrum zur Verfügung zu stellen. Ähnlich wie in der St. Albertus Magnus Kirche, die letzten August besetzt und von der Initiative Avanti mit Leben gefüllt wurde. Wir bitten Sie, mit uns Kontakt aufzunehmen, da wir Sie nicht erreichen konnten. Wir wollen verhandeln.

Die Polizei wird Ihnen vermutlich dazu raten, Anzeige zu erstatten und uns räumen zu lassen. Bitte bedenken Sie, dass bei einer Räumung erhebliche, und vor allem nicht zwingend notwendige, Schäden am Gebäude entstehen können, die in vielen Fällen ähnlicher Art von der Polizei verursacht wurden. Auf diesen Schäden bleiben Sie sitzen, denn die Polizei wird dafür nicht aufkommen. (Hierzu fragen Sie gerne die Neuapostolische Kirche, die letzten Oktober besetzt wurde...) Sie sollten sich das gut überlegen, denn wir haben nicht vor, dieses Gebäude zu beschädigen. Im Gegenteil; wir wollen es schließlich nutzen. Lassen Sie sich Zeit, bedenken Sie ihre Entscheidung und lassen Sie sich nicht von der Polizei unter Druck setzen.

Es ist absolut nicht nötig, jetzt eine überstürzte Entscheidung zu treffen. In den nächsten Tagen bleibt genug Zeit, in Ruhe gemeinsam mit uns eine Lösung der Situation zu finden. Wir möchte mit ihnen persönlich sprechen.  Schicken sie uns ihre Telefonnummer an die Emailadresse: squatdo-kontakt@riseup.net

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