[S] Nazis auf der AfD-Kundgebung am 12.11 in Stuttgart

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Die Kundgebung am 12.11 in Stuttgart, mit der sich die AfD als Stimme des Sozialprotests inszenieren wollte, war ein Stelldichein der rechten Szene aus dem Ländle. Hier eine kleine Auswahl.

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Zu sehen war neben AfD-Prominenz Dirk Spaniel und Markus Fronmaier auch Steffen Degler. Der Backnanger Stadtrat und bekennende Flügel-Anhänger wurde im Zuge eines Richtungsstreits mit der Clique um Jürgen Braun aus der AfD geworfen. Er treibt sich seitdem mit dem Flügel-nahen Stuttgarter Ortsverband herum. Seit kurzem ist er auch im Landesvorstand der Jungen Alternative, von denen einige Mitglieder ebenfalls vor Ort waren. So z.B. der Landesvorstand Marc Gerlach, der die Veranstaltung mit Mitgliedern der Identitären Bewegung besuchte.
Vom rechten Betriebsprojekt Zentrum waren Oliver Hilburger und Christian Schickart vor Ort. Bisher hielten sie sich von AfD-Kundgebungen fern, nachdem jedoch der Unvereinbarkeitsbeschluss auf dem vergangenen Bundesparteitag gekippt wurde beginnt jetzt die öffentliche Annäherung. Die Kundgebung wird außerdem zur Vernetzung mit anderen rechten Akteuren genutzt. So kann z.B. Schickart beim Plausch mit mehreren Nazis der Identitären Bewegung beobachtet werden. Oliver Hilburger unterhält sich mit Telegram-Nazi Michael Stecher, dem er nach der Demo noch bereitwillig ein Interview gibt.
Die IB war wie bereits erwähnt ebenfalls sehr präsent. Dabei übernahmen auch einige prominente Mitglieder Aufgaben, wie Michael Seybold aus Stuttgart oder Anni Hunnecke aus Augsburg, die die Veranstaltung medial begleiteten. Außerdem war die Sellner-Bande mit Symbolen präsent, wie das des IB-Projekts Castell Aurora aus Linz.
Zu guter letzt waren natürlich aus einige Vertreter der klassischen Nazi-Kameradschaftsszene vor Ort, wie das NPD/Blood and Honour-Mitglied Rene Schrade.

Alles in allem zeigt sich, dass die AfD es zwar nicht geschafft hat, normale Menschen zu mobilisieren und sich über ihre Bubble hinaus glaubhaft als Stimme des Protests zu verkaufen, aber durchaus in der Lage ist, das weitere Rechte Umfeld um sich zu scharren und für politische Aktionen zu mobilisieren. Man sieht, dass im Landesverband Baden-Württemberg nun der Flügel die Fäden in der Hand hält. Ob die AfD mit ihrer Neuausrichtung Erfolg haben wird hängt auch von uns ab: wenn wir Rechte Mobilisierungen konsequent bekämpfen und mit unserem Protest begegnen, und gleichzeitig fortschrittliche Krisenantworten aufzeigen und unterstützen, können wir dafür sorgen, dass rechte Krisenlösungen wirkungslos bleiben.

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