Keine Zwangsräumung am Chapeaurougeweg 18

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Am 28.8. sollen Michael und seine minderjährige Tocher aus ihrer Wohnung am Chapeaurougeweg geräumt werden. Verantwortlich dafür ist die  Vereinigte Hamburger Wohnungsbaugesellschaft Hamburg (VHW), eine Genossenschaft, mit der der Mieter im Streit lag. Über die Details dieser jahrlangen Auseinandersetzung soll es hier nicht gehen. Wohl aber rufen wir dazu auf, am Donnerstag ab 9 Uhr zum Chapeaurougeweg 18 in Hamburg zu kommen, um gegen dei Zwangsräumung zu protestieren. 

 

Die Auseinandersetzung zwischen dem Mieter und der VWH geht schon einige Jahre. Es gibt auf Labournet ein ausführliches Dossier, auf dem sich Interessierte über die Details informieren können. Wir möchten betonen, dass es uns nicht darum geht, zu entscheiden, wer in diesem jahrelangen Streit Recht hatte. Wir sind empört, dass die VWH diese Auseinandersetzung zum Anlass genommen hat, um einen langjährigen Mieter zu kündigen und ihn und seine Tochter damit in die Obdachlosigkeit zu "entlassen". Ihnen dort jetzt bei Wintereinbruch die Einweisung in eine Wohnung in einem Obdachlosenasyl. Weil die noch nicht bewohnbar ist, müssen der Mieter und seine Tochter vorerst in einem Hotel unterkommen. Ein Großteil der Wohnungseinrichtung muss   in Containern zwischengelagert werden. Das ist alles mit hohen Kosten verbunden. Dabei gäbe es eine einfache Lösung, die Räumung wird einfach ausgesetzt. Dafür gäbe es viele Gründe. Es handelt sich um einen Vater mit einer minderjährigen Tochter, die mit dem Rechtsstreit gar nichts zu tun hat und trotzdem mitgeräumt wird. Zudem könnte zu Winterbeginn ein Räumungsmoratorium verkündet werden, wie es in zahlreichen europäischen Staaten durchaus üblich ist. Damit könnte die Familie weiter in ihrer Wohnung verbleiben. Zudem könnte in dem Konflikt zwischen dem Mieter und der VWH eine Vermittlung eingeschaltet werden. Es gab bereits 2019 eine Solidaritätsveranstaltung mit den Mieter*innen 

 

Genossenschaft lässt räumen

Wohnen ist ein Menschenrecht, das auch dann nicht verwirkt werden kann, wenn ein/e Mieter*in mit einger Genossenschaft im Streit liegt. Tatsächlich handelt es sich bei der VWH um eine solche Genossenschaft, die den Streit nutzte, um den Mieter erst aus der Genossenschaft auszuschließen und dann zu kündigen. Die Gerichte gaben diesen vorbürgerlichen Rechtsverständnis ihr Plazit. Dabei hatte der betroffene Mieter keine Mietschulden, er hat sich nur mit einigen Verantwortlichen bei der VWH angelegt. Wie schon geschrieben, wollen wir da inhaltich keine Stellung zu nehmen. Wir wollen aber klar protestieren, dass der Streit in einer Genossenschaft zur Zwangsräumung führt Da steht die VWH in der Genossenschaftslandschaft keineswegs allein.  Am 26.10. wurde Michel aus seiner Wohnung in der Adalbertstraße 22 geräumt. Auch dort war es eine Genossenschaft, die mit dem Mieter im Streit lag und ihm dann sein Wohnrecht in dem Haus nahm und ebenfalls von den Staatsapparaten  Gericht und Polizei gedeckt wurden. Gegen die Zwangsräumug von Michel gab es im Vorfeld und auch am Räumungstermin Proteste vom Bündnis Zwangsräumung verhindern. So rufen wir auf,   am 28.10. Proteste ab 9 Uhr zum um Chapeaurougeweg 18 zu kommen und deutlich zu machen, was sie von der  Räumung durch die VWH halten. 

 

Wir wollen, dass Michael und seine Tochter in ihrer Wohnung bleiben!

Alle zusammen gegen jede Räumung!

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Ergänzungen

Die Zwangsräumung am am Chapeaurougeweg 18 in hamburg soll heute, 28.10. um 11 Uhr stattfinden, nicht 28.8. wie versehentlich in der ersten Zeile steht. Eine Protestkundgebung soll es ab 9 Uhr vor dem Haus geben.