Analyse und Learnings von Wald statt Schutt und Wald statt Repression

<p>Die Kampagne rund um die Rümlanger Waldbesetzung und die darauf folgende Repression hat nun rund 3 Jahre gedauert. Schlussendlich waren es viele kleine bis grössere Erfolge, die eingefahren werden konnten. Wir wollen nun zurückschauen und insbesondere unsere Learnings teilen – Learnings über anarchistische Organisation, Kampagnenstrategien und Solidarität und Support bei unerwartet grosser Repression.</p>
<p><strong>Kontext</strong><br class='autobr' />
Im April 2023 besetzen einige Aktivist*innen unter dem Namen “Wald statt Schutt” den Rümlanger Wald nahe der Zürcher Stadtgrenze. Der Wald sollte abgeholzt werden, um die Schuttdeponie nebenan zu erweitern. Die Schuttdeponie, wo unsere Wohnhäuser landen, welche der Gentrifizierung zum Opfer fallen. Die Besetzung war gleichzeitig ein Ort der gelebten Autonomie und Utopie.<br class='autobr' />
Nach zwei Wochen wurde die Besetzung mit einem riesigen Polizeiaufgebot geräumt. In der Folge wurde gegen Besetzende und Unterstüzende, welche in der Nähe des Waldes kontrolliert wurden nicht nur ein Strafverfahren gestartet (Strafrecht), sondern die Polizei wollte ihnen die Einsatzkösten verrechnen (Verwaltungsrecht) und die Eigentümer*innen des Waldes ihren Aufwand (Zivilrecht).</p>
<p>In der Folge startete die Kampagne “Wald statt Repression” mit zwei zentralen Zielen:<br class='autobr' />
1. Die Betroffenen zu Unterstützen in der riesigen Repression dieser 3 Rechtsfällen und die damit verbundenen absurd hohen Kosten.<br class='autobr' />
2. Ein Präzedenzfall schaffen, dass die Überwälzung von Polizeieinsatzkosten nicht mit den Grundrechten vereinbar ist.</p>
<p>Strafrecht: Die Vorwürfe bezüglich den angeblichen Verstössen gegen das Waldgesetz und Sachbeschädigung endete schon auf der Stufe Bezirksgericht mit klaren Freisprüchen. Nur Personen die nicht freiwillig von den Bäumen herunter kamen wurden zu je 100.- Franken Busse aufgrund “Nicht befolgen einer polizeilichen Anweisung” verurteilt.</p>
<p>Zivilrecht: Die absurd hohen Rechnungen der Waldeigentümer*innen bleiben unbezahlt. Und Gegen die darauf folgenden Betreibungen wurde Rechtsvorschlag eingelegt. Nach den Freisprüchen im Strafrechtsfall zogen die Waldeigentümer*innen die Zivilforderungen nicht weiter.</p>
<p>Verwaltungsrecht: Die Polizeikostenüberwälzung wurde vom Verwaltungsgericht aufgrund fehlender Gesetzesgrundlage zurückgewiesen. Es hat jedoch verpasst darüber zu urteilen, ob eine Polizeikostenüberwälzung an sich grundrechtswidrig ist.</p>
<p>Im November 2025 hat auch das Baurekursgericht den Erweiterungsplan als rechtswidrig erklärt und somit die Deponieerweiterung blockiert. Dieses Urteil wird momentan aber von den Deponie-Betreiber*innen weitergezogen. Auch an der Abriss- und Gentrifizierungspolitik der Staat ZuReich hat sich noch nichts geändert. Die Kämpfe gehen weiter!</p>
<p>Ausführlichere Updates findet ihr hier:<br class='autobr' />
<a href="https://barrikade.info/article/5846" class="spip_url spip_out auto" rel="nofollow external">https://barrikade.info/article/5846</a><br class='autobr' />
<a href="https://barrikade.info/article/5969" class="spip_url spip_out auto" rel="nofollow external">https://barrikade.info/article/5969</a><br class='autobr' />
<a href="https://barrikade.info/article/6078" class="spip_url spip_out auto" rel="nofollow external">https://barrikade.info/article/6078</a><br class='autobr' />
<a href="https://barrikade.info/article/7274" class="spip_url spip_out auto" rel="nofollow external">https://barrikade.info/article/7274</a><br class='autobr' />
<a href="https://barrikade.info/article/7342" class="spip_url spip_out auto" rel="nofollow external">https://barrikade.info/article/7342</a></p>
<p><strong>Wald statt Schutt – Rodung verhindert, Gentrifizierung verdrängt weiter</strong><br class='autobr' />
Die Kernaussage der Kampagne Wald statt Schutt war: “Die Gentrifizierung in der Stadt ist sowohl unsozial, wie auch naturzerstörerisch”. Das Ziel: Brücken bauen. Wir wollten die Menschen in den Themen abholen, die Ihnen wichtig sind und Zusammenhänge zu weiteren Problematiken aufzeigen. Den Ökos zeigen, dass diese seltenen Käfer und wertvollen Ökosysteme nicht aus einfacher Ignoranz zerstört werden, sondern dass die Immobilienspekulation, die Profitgier des Immobiliensektors und die Skrupellosigkeit der Zement- und Bauindustrie, nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch Menschen aus ihren Lebensräumen verdrängen und beides Teil des selben Problems ist. Aber auch den Städter*innen zu zeigen, dass ihre Verdrängung auch mit der Zerstörung ausserhalb der Stadt zusammenhängt.</p>
<p>Die Vielzahl der Kampaganen-Narrative war dazu da, ein diverses Sprektrum an Menschen abzuhohlen, was teilweise gelang. Sowohl Teile aus der autonomen, revolutionären Linken, als auch bürgerlichen NGOs oder Privatpersonen konnten sich anschliessen oder zumindest solidarisieren. Hingegen war es für einige Personen auch schwierig uns einzuschätzen, aufgrund dieses Spagates.</p>
<p>Zum Rümlanger Wald sind wir auch immer wieder auf andere Akteur*innen zugegangen, welche sich für den Erhalt des Waldes eingesetzt haben. Das waren NGOs, ein Bürger*innen-Komitee und Lokalpolitiker*innen. Und wir sind überzeugt, dass die Rodung des Waldes nur verhindert werden konnte, weil sich all diese verschiedenen Gruppen aktiv und auf ihre Weise dagegen gestellt haben.</p>
<p>Doch was ist genau unser Learning?<br class='autobr' />
Eine Zusammenarbeit im engeren Sinne gab es nie. Weder mit dem Bürger*innen Komitee, noch mit den NGOs oder den Politiker*innen. Austausch fand auch relativ wenig statt aber die Solidarität stand. Wir kämpften/organisierten alle gegen die Rodung und wir respektierten bzw. schätzten die Mittel welche andere Akteur*innen dafür verwendeten (Motionen und Anfragen von Politiker*innen, Einsprachen und Gerichtsprozess von NGOs, lokale Verankerung und Kommunikation von dem Bürger*innenkomitee, Besetzung, Vernetzung mit der Städtisch-Linken Szene, Verbindung des Waldes mit dem grösseren Kontext und Kommunikation auf nationaler Ebene). Kritik an anderen Akteur*innen hat sich nie in den Vordergrund gedrängt.<br class='autobr' />
Doch unsere Kampagne war auch nicht nur ein Erfolg. Ja, der Wald wird vorerst nicht gerodet, aber dies war nur ein Teil der Kampagne. Den benötigten Wandel rund um das Abriss- und Beton-Regime bleibt vorerst aus. Und das ist auch der Teil, welcher von den bürgerlichen Akteur*innen nicht mitgetragen wurde. Die Schlussfolgerungen können hier verschieden sein:
<br /><img src='https://publish.barrikade.info/squelettes-dist/puce.gif' width="8" height="11" class="puce" alt="-" /> Die Arbeit mit bürgerlichen Akteur*innen kann radikale Forderungen nur voranbringen, wenn es wirklich eine Zusammenarbeit ist und darin dies mitausgehandelt werden kann.
<br /><img src='https://publish.barrikade.info/squelettes-dist/puce.gif' width="8" height="11" class="puce" alt="-" /> Die Arbeit mit bürgerlichen Akteur*innen kann nur bürgerliche Forderungen voranbringen.</p>
<p>Wahrscheinlich ist es aber komplexer und sehr stark kontextabhängig. Aber für uns ist klar, dass in dieser Kampagne die lose Zusammenarbeit mit bürgerlichen Akteur*innen wertvoll war.</p>
<p>War die Waldbesetzung eine passende Aktionsform?<br class='autobr' />
Unsere Waldbesetzung kam in einem Moment, wo viele Akteur*innen den Kampf bereits zur Ruhe gelegt haben. Im Kantonsrat war das Geschäft abgeschlossen und es wurde für eine Rodung gestimmt. Im Gemeinderat wurde die Erweiterung zähneknirschend angenommen und die Mitbestimmungs- und Einsprachemöglichkeiten gingen zu Ende. Es ging nur noch darum die bürokratischen Formalitäten abzuschliessen. Die Waldbesetzung war hingegen ein kreative und zugleich eine radikale Aktionsform. Denn es ist ein sichtbarer und fühlbarer Widerstand gegen die entfremdete Politik, wo sich Kapitalinteressen so gut wie immer durchsetzen. Der Rümi war ein Begegnungsort, wo utopische Träume auf den gelebten Alltag trafen. Denn ein Ort des Wiederstandes, der zugleich auch mit neuen Gemeinschafts- und Organisationsformen spielt, kann in einer Zeit der zuspitzenden Krisen viel Kraft geben. Und es war ein Ort, wo sich Menschen vernetzen und austauschen konnten. Zugleich war es auch ein Ort, wo bürgerliche Personen, welche Teile unserer Forderungen unterstützen sich genug wohl fühlen konnten, um vorbeizukommen und ins Gespräch zu kommen.<br class='autobr' />
Unsere friedliche Aussenwirkung hat bestimmt dazu beigetragen, dass diese menschen den Rümi betraten, wie auch dass die öffentlichen Medien uns gegenüber offener waren und uns sogar positiv dargestellt haben.<br class='autobr' />
Und es hat auch geholfen, dass wir in den Medien sehr positiv dargestellt wurden. Dies machte die herrschende Klasse (Gemeindeexekutive, Deponiekonzern, etc.) sichtlich sehr nervös und stellte uns in eine Position, wo wir unseren Narrativen Gehör verschaffen konnten.<br class='autobr' />
Schlussendlich brachte die Aktionsform auch eine Verletzlichkeit gegenüber Repression mit, was der Staat und die Kapitalinteressen mit aller Härte ausnutzten.</p>
<p><strong>Wald statt Repression – viel Arbeit, viel Solidarität, viel Freisprüche</strong></p>
<p>Eine Räumung, das war zu erwarten. Auch vereinzelte Vorwürfe von “Hinderung einer Amtshandlung”. Doch die Repression blieb nicht dabei. Mit den Rechnungen für die Polizeieinsatzkosten und von den Waldeigentümer*innen standen wir vor überraschend starkem (finanziellem) Druck. Es musste schnell eine Entscheidung her, wie wir mit diesen 3 Rechtsfällen umgehen und eine zentrale Frage dabei war: Können wir genügend Ressourcen schaffen die Betroffenen bei allen drei Rechtsfällen zu unterstützen?</p>
<p><i>Fundraising</i><br class='autobr' />
Viele nicht-Betroffene waren bereit die Betroffenen auch über Jahre zu unterstützen um die Rechtsfälle zu gewinnen. Somit wurde mit den Betroffenen entschieden auch alle 3 Rechtsfälle vor Gericht zu ziehen. Also musste schnell eine Struktur und schnell Geld hin. Es haben sich Arbeitsgruppen gebildet für jeden der drei Rechtsfälle, für Kommunikation, für Vernetzung und für Crowdfunding, sowie für die Absprache mit Betroffenen und es gab regelmässige Plena, wo die Entwicklungen zusammengetragen und diskutiert wurden. Gerade das Crowdfunding wurde AG-übergreifend von vielen getragen. Nach Fähigkeiten und Interessen gab es diverseste Formen, wie Soli-Partys, Fotokalender und Postkarten, Zeichnungen, Crepesstände an Events und kreative kleine Basteleien die als Merch verkauft wurden. Die Energie, welche in das Crowdfunding fliesste, brachte uns allen eine gewisse finanzielle Sicherheit und Ruhe uns um die Gerichtsfälle kümmern zu können. Die grösse der Gruppe und deren Priorisierung ihrer Kapazitäten, sowie die Diversität an Interessen und Fähigkeiten war sicher ein grosser Vorteil um diese Kampagne führen zu können.</p>
<p><i>Vernetzung</i><br class='autobr' />
Unsere Vernetzung passierte zum einen in die linksautonome Szene. Denn die Polizeikostenüberwälzung trifft die Szene hart. Wenn die Polizei sich einen Präzedenzfall schafft, um ihre Einsatzkosten zu überwälzen, dann haben alle Protestierenden eine grosse neue Repressionsunsicherheit. Dies wollten wir auch innerhalb der Szene mehr klar machen. Und natürlich um nach Synergien zu suchen. Wir sind aber auch auf NGOs zugegangen, welche zu dem Thema arbeiten oder davon auch betroffen wären und haben nach Synergien und Ressourcen gesucht. Gerade in Sachen Know How sowie Zugang in Andere Kreise war dies auch sehr wertvoll.</p>
<p>Das Bündnis gegen Repression hat sich zu diesem Zeitpunkt gerade gegen die SVP-Anti-Chaot*innen-Initiative - und damit gegen Polizeikostenüberwälzung – organisiert (die gleiche Initiative kommt übrigens bald in Basel). Auch da konnten viele Synergien geknüpft werden.</p>
<p>Auch hier war es schwierig durch unser öffentliches Framing Brücken zu schlagen. Es gab einige Personen, die es schwierig fanden uns einzuschätzen. Insbesondere aus Szenekreisen, war manchmal eine gewisse Skepsis da, weil unser Wording zum Teil sehr bürgerlich war. Im grossen und ganzen hat es jedoch relativ gut funktioniert mit diversen Akteur*innen verteilt auf dem linken Spektrum zusammenzuarbeiten und wir haben sehr stark davon profitiert davon.<br class='autobr' />
Was hingegen eher untergegangen war, ist die Vernetzung mit Politiker*innen. Auch wenn das grundsätzlich auch innerhalb unserer Gruppe umstritten ist, hätten so vielleicht noch gewisse Impulse gesetzt werden können mit direkten Auswirkungen auf die Praxis von Polizeikostenüberwälzungen oder deren rechtlichen Grundlage. Auch wenn uns bewusst ist, dass dies nur kleine Erfolge und regional stark begrenzt hätten sein können.</p>
<p><i>Struktur</i><br class='autobr' />
Unsere Aufteilung in Arbeitsgruppen ( AG) und das regelmässige Plenum gelang uns mehrheitlich gut. Insbesondere, dass die einzelnen Rechtsfälle (Strafrecht, Zivilrecht, Verwaltungsrecht) je in separaten AG behandelt wurden, war sehr wertvoll. In einer stressigen Phase gab es mal noch einen Austauschcall der noch öfter stattgefunden hat und nur “Delegierte” aus allen AG teilgenommen haben. Die Erfahrung daraus war zwiegespalten. Sorgen über Hierarchien und Intransparenz tauchten auf, wo für andere dies notwendig war für um in dieser Phase genügend Austausch zu haben und handlungsfähig zu bleiben. Dieser Austauschcalls wurde wieder niedergelegt, nachdem die intensive Phase vorbei war. Diese Anpassungsfähigkeit unserer Struktur war bestimmt ein Vorteil, auch weil die Arbeit meist in Wellen kam, geknüpft an Entwicklungen in den Gerichtsprozessen.</p>
<p>Eine Schwäche bestand darin, dass insbesondere in 2 AGs ein Grossteil der Arbeitsbelastung, Wissen und Verantwortung an einer Einzelpersonen hängen geblieben ist. Dies war in gewissen Momenten für diese Personen eine spürbare Belastung und für das Kollektiv eine Abhängigkeit. Und je länger die Personen in dieser Position waren, desto schwieriger wurde es das Wissen wieder auf mehrere Personen zu teilen. Grundsätzlich war die Arbeit und Verantwortung im Kollektiv jedoch auf vielen Schultern verteilt, was relevant war um, die Kampagne über 3 Jahren in diesem Umfang führen zu können.</p>
<p>Wertvoll war, dass wir Anfangs der Kampagne viele Menschen motivieren und miteinbinden konnten – auch Menschen die neuer in dieser Nischen-Szene waren. Je länger die Kampagne ging, desto unzugänglicher wurden wir. Dies war unkommuniziert auch kein Fokus von uns, auch wenn es in gewissen Momenten immer Hilfe gebraucht hätte. Eine Schwierigkeit war aber auch die schwankende Aktivität, da zum Teil über Monate keine Neuigkeiten aus den Prozessen kamen und so die Arbeit abflachte. Auch für bereits aktive Leute, war es in diesen Zeiten manchmal schwierig am Ball zu bleiben.</p>
<p>Was sicher eine Schwäche war ist, dass wir uns zu wenig um die Leute gekümmert haben, die plötzlich nicht mehr an Sitzungen aufgetaucht sind. Wir haben es versäumt die Gründe und Bedürfnisse dieser Menschen abzuholen. Diese Dynamik war und ist zwischenmenschlich ungerechtt und verhinderte uns die kollektive Möglichkeit darüber zu reflektieren und davon zu lernen.</p>
<p>Unschlüssig ist unser Fazit darüber, dass zu grossen Teilen “nicht-betroffene” Personen aktiv waren. Zum Einen ist es positiv, dass diese Arbeit nicht auf den Schultern der Betroffenen hängengeblieben ist. Zum Anderen wurde dadurch die Kampagne stärker geprägt von Personen, welche nicht von den Gerichtsfällen betroffen sind, auch wenn grössere Entscheide auch immer mit den Betroffenen abgesprochen wurden und ihre Bedürfnisse grundsätzlich schwerer gewichtet wurden.</p>
<p><i>Kampagne</i></p>
<p>Für uns war klar, dass die Kampagne hauptsächlich vor allem um die Polizeikosten-Überwälzung gehen soll, denn dies ist die gefährlichste Entwicklung, die einen Präzedenzfall schaffen will. Wir wussten auch, dass sich unser Fall gut eignet. Denn wir waren eine friedliche Waldbesetzung mit viel Sympathien. Dieses Potenzial nutzten wir um auch Menschen im links-bürgerlichen Umfeld zu erreichen. Denn es muss eine Mehrheitsmeinung werden, dass die Überwälzung von Polizeieinsatzkosten massiv undemokratisch ist, egal wie “friedlich” eine politische Veranstaltung ist.</p>
<p>Bezüglich Medien haben wir versucht aktiv auf sympathische Journalist*innen zuzugehen und mit Informationen zu bedienen. Damit haben wir grundsätzlich positive Erfahrungen gemacht und schlussendlich auch relativ gute Medienpräsenz erzielt.</p>
<p>Was uns gelang, war dass wir relativ gut schafften, die Kampagne und deren verbundene Tätigkeiten unseren Kapazitäten anzupassen. Wenn mehr Kapazitäten da waren, machten wir mehr und wenn weniger Kapazitäten da waren, machten wir weniger. Wir nahmen uns immer eine Reserve an Kapazität raus um wichtige Entwicklungen zu jeder Zeit begleiten zu können.<br class='autobr' />
Schade war jedoch, dass die Kampagne rund um den Wald, den Schutt und die Gentrifizierung unsererseits unterging. Den Kampf den wir eigentlich führen wollten ging unter, weil wir den Support der von Repressions-Betroffenen und die Kampagne rund um den Präzedenzfall zur Polizeikostenüberwälzung höher priorisierte. Zumindest haben die Umwelt-NGOs den Gerichtsprozess rund um den Wald gewonnen, während wir mit der anderen Kampagne beschäftigt waren.</p>
<p><strong>Fazit</strong><br class='autobr' />
Repression ist scheisse! Und leider teilweise auch erfolgreich. Aber unsere Solidarität ist stärker. Die Zusammenarbeit und Unterstützung über breite Spektren der Linken haben den repressiven Staat ordentlich zurückgewiesen.</p>
<p>Wir sind überzeugt, dass wir diese vielen Erfolge in unserer Kampagne nur erreichen konnten, weil wir Institutionen angesprochen und abgeholt haben, welche ideologisch nicht nur auf unserer Linie sind. Und dies ohne inhaltliche Kompromisse zu machen. Kooperation für gemeinsame Ziele über breitere ideologische Spektren und Organisationen sehen wir als zentrales Werkzeug auf dem Weg zum Anarchismus.</p>
<p>Wir sehen aber auch, dass es noch viel zu lernen gibt im gemeinsamen Organisieren und dass wir dringend gemeinsam aus unseren Fehlern lernen müssen. Und wir teilen daher unsere Learnings in der Hoffnung, dass wir gemeinsam als radikale Linke voran kommen.</p>
<p>Wir geben gerne auch ausführlicher Erfahrungen weiter und unterstützen gerne den ersten Polizeikosten-Überwälzungs-Präzedenzzfall nach der Umsetzung der Anti-Chaot*innen-Initiative. Ihr erreicht uns weiterhin auf waldstattrepression@systemli.org (ggf. mit etwas längerer Antwortdauer).</p>

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Montag, September 7, 2026 - 11:27