"SuperReturn" Treffen 8. - 12.06.: Den Investoren die Stimmung vermiesen! (B)

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Vom 8. - 12.06. findet in Berlin eines der weltweit größten Investoren-Treffen von privatem Kapital statt. Der Name ist Programm: SuperReturn, also Super-Profite, sollen erwirtschaftet werden. Egal ob mit Waffen, Gesundheit oder Wohnungen - Hauptsache, die Rendite stimmt. Es gibt bereits eine Bandbreite an angekündigten Protesten. Es ist aber auch noch viel Platz für kreative, vielfältige, wütende, lustige, widerspenstige Aktionen und Interventionen.

Einige tausend Teilnehmende (vor allem Typen) werden sich nächste Woche wieder in Berlin versammeln, um gemeinsam zu beratschlagen, wie sie den Planeten noch besser ausplündern, die Beschäftigten drangsalieren, die Mieter*innen schikanieren und Druck auf die Politik ausüben können, um ihre Profite nach oben zu treiben. Das lassen sie sich einiges kosten: Alleine der Eintritt für das Treffen beträgt 8.000 Euro pro Person. Peanuts für diejenigen, die da kommen. Es sind die Vertreter*innen riesiger Investmentfonds und Banken, es sind Manager*innen und Superreiche, die das Hotel Interconti (Budapester Straße 2) und die anliegenden Hotels bevölkern, für die alle anliegenden Cafés und Restaurants exklusiv reserviert sind, und für die auf die Straße noch etwa 40 Tiny Houses für diskrete Verhandlungen gestellt werden.

Auch unsere allerseits geliebe Gas-Lobbyistin Reiche, die dank dem ehemaligen Blackrock-Manager Friedrich Merz nun ihre Lobby-Tätigkeit als Ministerin durchführen kann, wird im Kontext von Superreturn ihre Lobby-Arbeit betreiben. (Das Verhältnis von "Future at the Table" und "Superreturn" ist nicht ganz klar, auch nicht wo genau Reiche auftreten wird.)

Doch die Proteste nehmen zu. Letztes Jahr gab es bereits eine Presse-Aktion von verschiedenen NGOs und eine größere Demonstration des Mietenwahnsinn-Bündnisses. Dieses Jahr könnte es interessant und vielfältig werden.

Ein Überblick über die angekündigten Proteste findet sich bei nosuperreturn.org. Am Donnerstag gibt es eine größere Demonstration. Bereits am Montag gibt es um 11 Uhr eine Presseaktion von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Gruppen

Doch es gibt natürlich noch sehr viel mehr, das getan werden könnte - kreativ, subversiv, bunt, dunkelbunt, widerspenstig, renitent, lustig und ernsthaft. Eine Beschreibung der Situation vor Ort findet sich bei superreturn.noblogs.org: "SuperReturn" enteignen, vergesellschaften, stören, zerschlagen!

Ein Ziel haben die angekündigten Proteste bereits erreicht: Es wird nicht mehr so einfach für die milliardenschweren Investoren und Superreichen sein, sich mit einer großen Selbstverständlichkeit im öffentlichen Raum zu bewegen. Direkt vor dem Hotel soll eine "polizeiliche Sperrzone" eingerichtet werden. In den letzten Tagen haben die Bullen bereits großflächig Info-Zettel an die Hauseingänge in der Umgebung gehängt, um über zu erwartenden Einschränkungen zu informieren.

Ein paar Banker blicken zurück auf die SuperReturn 2025:  “Die Super Returnwächst stetig weiter. In diesem Jahr nahmen mehr als 5.000 Branchenvertreter der globalen Private-Equity-Industrie bei besten Wetterbedingungen wieder weite Teile der Budapester Straße rund um das Hotel InterConti in Beschlag... Rollende Eisstände und gar ein ganzer Bus, innovative „Tiny Houses“ als mobile Besprechungszimmer auf der Straße… auch 2025 dehnte sich die inoffizielle Konferenzfläche weit über die formelle hinaus aus. Die Tiny Houses wuchsen von einem vor drei Jahren auf jetzt mehr als dreißig an... Meetings in angrenzenden Hotels und Gastronomien, immer mehr spezielle Lounge-Bereiche, Speed-Networking-Sessions und Dinner-Veranstaltungen geben den Teilnehmern die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, Partnerschaften zu schmieden und neue Geschäftsmöglichkeiten zu entdecken.

Wie werden sie auf die SuperReturn 2026 zurückblicken?

Vielleicht habt ihr eh schon was geplant, oder Lust spontan aktiv zu werden? Warum nicht mal bei den ganzen Tiny Houses freundlich (und wiederholt) klopfen und nett fragen, ob mensch hier nicht angesichts der durch Investoren und Immobilienkonzerne verursachten Wohnungsnot direkt einziehen könnte? Oder mit Sekt und Konfetti auftauchen und mit entsprechendem Sarkasmus die hohen Profite feiern, die auf Kosten von Mieter*innen, Patient*innen und Landwirt*innen erziehlt werden? Oder den ganzen Superreichen und Fondmanager*innen, die ja nicht nur das Hotel Interconti, sondern auch die anliegenden Restaurants und Cafes exclusiv bevölkern, in die Suppe spucken (symbolisch oder praktisch)? 

Wir dürfen diese Welt nicht dem Kapital und der ihnen hörigen Politik überlassen. Sie haben schon genug Unfug angestiftet und durchgeführt. Holen wir uns die Straße zurück, holen wir uns die Stadt zurück, holen wir uns die Welt zurück!

Texte zu Superreturn, Private Equity und den Protesten 2025: Finanzwende, Mieterecho, Böckler Stiftung, verdi, taz 

SuperReturn? Protestieren, enteignen, nerven, vergesellschaften, stören, zerschlagen!

 

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Ergänzungen

Das Setting rund um das SuperReturn Investoren-Meeting ist dieses Jahr deutlich angenehmer als letztes Jahr.

Letztes Jahr konnten sich die Banker, Manager*innen und Superreichen fast komplett ungestört im öffentlichen Raum bewegen, siehe auch Zitat im obigen Text. Bullen waren kaum vor Ort, und wenn dann eher diskret, es gab kein einziges Absperrgitter.

Dieses Jahr ist das anders. Die Nordseite der Budapester Straße ist komplett gesperrt. Vor dem Interconti ist eine "Sicherheitszone" abgegittert. Die Bullen haben viel Material aufgefahren, sowohl in der Umgebung als auch direkt vor dem Hotel. Auch Orte in der direkten Umgebung, wie das griechische Restaurant gegenüber, sind abgegittert und für Normalsterbliche nicht zu betreten.

Natürlich macht das fette Bullenaufgebot Aktionen schwieriger. Aber es ist schon schön, dass jetzt Investoren und Superreiche offenbar als bedrohte Spezies eingeschätzt werden, die mit viel Aufwand geschützt werden müssen. 

Anwohnis sind ordentlich genervt, und zwar (soweit wir das in direkten Gesprächen mitgekriegt haben) über die Absperrungen und letztlich über die Investorenkonferenz, und nicht über Protest und Widerstand gegen dieses Treffen. Die massiven Absperrungen und breit verteilten Aushänge der Bullen sorgen dafür, dass alle mitkriegen, was für ein richtig doofes Treffen diese "Superreturn" eigentlich ist. Dass etwa Gesundheit und Wohnen keine Ware sein darf, die gegen Maximalprofit verkauft wird, sondern gemeinnützig und für alle organisiert werden müssen, stößt meist auf direktes Verständnis und muss nicht groß erklärt werden.

 

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Ein Bündnis unterschiedlicher NGOs, zivilgesellschaftlicher Gruppen und Bündnisse protestierte ebenfalls gestern morgen vor dem Hotel Interconti gegen das SuperReturn-Treffen.

Pressemitteilung

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