Görli-Schlüssel für alle: Neue Erklärung der Osterhasen*
Weil die Mottenpost sich verplappert hat, konnte ein Presse-Event heute nur eingeschränkt stattfinden. Die Gewerkschaft der Osterhasen* kündigt an, weiter für einen offenen Görli für alle zu kämpfen. Das Presseecho ist groß. Der Senat steht mal wieder richtig doof da - für sie läuft das Projekt Görli-Schließung so richtig mies.
Bereits am Wochenende wurden Kopien des Universalschlüssels, mit dem sich alle (funktionierenden) Schlösser an den neu installierten Toren rund um den Görlitzer Park öffnen lassen, verteilt.
Die unten stehende „Pressemitteilung der Gewerkschaft der Osterhasen“ wurde u.a. auf Indymedia veröffentlicht (https://de.indymedia.org/node/725574). Ein Video zur Aktion findet sich u.a. bei TikTok (https://www.tiktok.com/@goerlizaunfrei/video/7625574927218838817?q=goerli%20zaunfrei&t=1775494533708) und bei Instagram (https://www.instagram.com/reel/DWyKIBgDJMg/).
Für heute Nachmittag hatten wir als Osterhasen* einen weiteren Auftritt im Görlitzer Park für Vertreter*innen der Presse geplant. Obwohl wir dringend um einen diskreten Umgang mit diesem Termin gebeten hatten, hat die „Morgenpost“ jedoch umgehend den genauen Ort und Zeitpunkt des Treffens veröffentlicht. Da laut dpa bereits „die Polizei ermittelt“, haben wir daraufhin auf einen persönlichen Auftritt verzichtet und statt dessen einige Kopien der Schlüssel für die Pressevertreter*innen im Park versteckt. Nach einigem Suchen wurden diese auch gefunden. So konnte die recht zahlreich anwesende Presse sich selbst davon überzeugen, dass offenbar diverse Kopien des Universalschlüssels zum Görli sich mittlerweile in den Händen der Bevölkerung und der lokalen Osterhäs*innen-Population befinden.
Häsin Magdalena von der Gewerkschaft der Osterhasen* (GdO):
„Nicht nur wir Osterhasen*, sondern auch fast alle Menschen in der Umgebung des Görli und darüber hinaus sind davon überzeugt, dass die Görli-Schließung wirklich völliger Quatsch ist. Statt die drängenden sozialen Probleme wie Obdachlosigkeit und Armut endlich zu lösen, wird hier viel Geld für einen absoluten Blödsinn verballert, während an anderen Stellen gestrichen wird.
Es wird enorm viel Geld für Zäune, Tore, Videoüberwachung, Wachschutz und anderen Quatsch wie die Olympia-Bewerbung ausgegeben, während etwa für die Reinigung der Schulen in Neukölln kein Geld mehr da sein soll. Das finden wir so richtig doof.
Wir freuen uns, dass jetzt für viele menschliche und nichtmenschliche Wesen durch den Schlüssel der Zugang zum Görli wieder zu jeder Zeit möglich ist. Wenn ihr (noch) keinen Schlüssel habt, haben wir zwei heiße Tips für euch.
In der Görli-Mauer auf Höhe Cuvrystraße hat sich ein neues Loch aufgetan, das zum nächtlichen in-den-Görli-hoppeln einlädt. Und das Drehkreuz am Eingang Lübbener Straße ist zwar nicht, wie das andere Drehkreuz letztes Jahr, gleich ganz entschwunden, hat aber seine Sperrfunktion aufgegeben. Es lässt sich problemlos in beide Richtungen drehen, also kann auch hier Mensch und Tier jederzeit zu jeder Stunde problemlos den Görli betreten.
Die bescheuerte Idee, den Görli nachts zu schließen, hat sich jetzt schon zu einem öffentlichen und praktischen Desaster für den Senat entwickelt. Zusammen mit unseren menschlichen und tierischen Freund*innen werden wir weiter dazu beitragen, dass der Görli zu jeder Tag- und Nachtzeit betreten werden kann. Und wir rufen alle menschlichen und nichtmenschlichen Wesen auf, den Druck auf den Senat zu erhöhen: Gesellschaftliche Probleme müssen endlich gelöst werden, anstatt auf immer mehr Ausgrenzung, Überwachung und Repression zu setzen!“
Gewerkschaft der Osterhasen* (GdO)
Etwas Presse:
Während die BZ vor ein paar Stunden noch schrieb, laut Cops sei das Video wahrscheinlich eine "mit KI erstellte Fälschung", schreiben sie mittlerweile, auch die Cops würden sagen, das Video sei keine Fälschung. Da können die Häsin*nen ja entspannt weiterhoppeln und sich anderen kreativen Unfug überlegen... :-)
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Ergänzungen
"Der Schlüssel passt"
... schreibt der rbb.
Nach Ostern: Kleine Presseschau
Die Osterhasen-Aktion kam offenbar bei vielen Menschen – sowohl Journalistis als auch anderen – so richtig gut an. Davon zeugen nicht nur viele Presseartikel, teils sehr wohlwollend, und viele positive Kommentare zur Aktion unter den Artikeln. So hat etwa der Instagram-Beitrag mit dem Video zur Aktion bis jetzt schon über 7.000 Likes bekommen.
Beim rbb finden sich gleich zwei sehenswerte Beiträge, einer in der heutigen rbb Abendschau und einer bei rbb24 (gute Musikauswahl!). Der rbb hatte auch kein Problem damit, mit den zur Verfügung gestellten Schlüsseln an verschiedenen Stellen die Schlösser an den Toren rund um den Görli zu öffnen.
Die Mottenpost (die offensichtlich hier ordentlich journalistisch verkackt hat, siehe oben die Osterhasen-Erklärung) sieht hinter der Aktion Aktivistis von Görli Zaunfrei. Die taz (deren Journalist es im Unterschied etwa zum rbb offenbar nicht geschafft hat, den Schlüssel richtig zu bedienen) sieht hinter der Aktion hingegen die Gruppe Görli 24/7 – also uns.
Der Tagesspiegel wiederum ist sicher nicht auf der falschen Seite, wenn er hinter der Aktion die Gewerkschaft der Osterhasen sieht. Dass bei den Bildern, die der Tagesspiegel verwendet hat, „Copyright Gewerkschaft der Osterhasen“ steht, finden wir schon recht sweet.
Die Cops wiederum lassen etwa per Berliner Kurier verlauten, bei der Aktion und dem Video müsse es sich ja um eine Fälschung handeln, weil ja ausgeschlossen sei, dass eine solche Aktion im Görli vonstatten gehen könne, ohne dass die Cops das mitkriegten: „Gerade bei dieser sensiblen Materie wäre es ungewöhnlich, wenn diese Aktion unbemerkt geblieben und nur durch die Aktivisten bekannt geworden wäre.“ Hihi…
Den letzten Satz aus dem rbb24-Beitrag wollen wir hier nicht vorenthalten: „Aber Achtung: Wer den Schlüssel zum Einbruch nutzt, könnte sich strafbar machen.“ :-)))