Gedenkaktion für die in Russland ermordeten Antifaschist:innen
Am 19. Januar 2026 findet in Berlin erneut die jährliche Aktion antifaschistischer Solidarität statt, die den Opfern des rechten Terrors gewidmet ist.
Staatschauvinismus unter dem Deckmantel antikolonialer Parolen, Krieg im Namen des Friedens, soziale Ungleichheit unter dem Banner nationaler Einheit. Der russische Staat ist längst zu einer orwellschen Avantgarde der globalen Reaktion geworden. Das hat viele von uns unmittelbar getroffen.
Der 19. Januar 2009 markiert eine zentrale Etappe dieser tragischen Entwicklung. An diesem Tag wurden im Zentrum Moskaus unsere Genoss:innen Stanislaw Markelow und Anastasia Baburowa ermordet durch ein Mitglied einer neonazistischen Gruppe, deren legales Umfelds von der Präsidialverwaltung des Kremls protegiert wurde.
Markelow war Anwalt und Antifaschist, Baburowa Journalistin, Antifaschistin und Anarchistin. Beide standen für eine konsequente Kritik an rechter Gewalt, staatlicher Repression und nationalistischer Ideologie.
Auch heute hat sich die Rolle des Kremls als Motor des internationalen Rechtsrucks weiter gefestigt. Während einerseits tausende Straßen-Neonazis verfolgt wurden, entstand zugleich ein internationales Netzwerk ultrarechter Kräfte: AfD, Rassemblement National, FPÖ, Identitäre Bewegung, VOX und andere wurden unterstützt, begleitet von einer umfassenden rassistischen und manipulativen Medienpropaganda.
Der 19. Januar ist daher längst mehr als ein Gedenktag für Menschen aus Russland. Er ist ein internationaler Tag antifaschistischer Solidarität in einer Welt, die sich in diesem Jahrzehnt deutlich nach rechts verschoben hat.
Der globale Aufstieg nationalistischer und anti-migrantischer Politik trägt auch die Handschrift russischer Sicherheitsapparate und politischer Strateg:innen. Während antifaschistische Bewegungen im Inneren unterdruckt werden, kommen neonazistische Gruppen im Krieg gegen die Ukraine zum Einsatz. Gleichzeitig formieren sich internationale Netzwerke der Rechtsradikalen über nationale Grenzen hinweg.
Wenn rechtsradikale Politik zur offiziellen Ordnung wird, muss der antifaschistische Kampf global werden.
Erinnern heißt kämpfen!
Wir müssen sichtbar sein!
18:00 Uhr: Kundgebung in der Silvio-Meier-Straße.
Redebeiträge von Genoss:innen aus den Ländern der ehemaligen UdSSR sowie von Antifaschist:innen und Sozialist:innen aus Deutschland und anderen Ländern.
19:00 Uhr: Demonstration durch Friedrichshain, Endpunkt Schleidenplatz.
Sicherheitsmaßnahmen
Ein Teil der Route führt durch die Rigaer Straße, die von der Polizei als „kriminalitätsbelasteter Ort“ (KbO) eingestuft wird. Dies ermöglicht verdachtsunabhängige Kontrollen. Wir bitten daher Genoss:innen ohne gültige Aufenthaltspapiere, von einer Teilnahme abzusehen. Bitte bringt außerdem keine Gegenstände mit, die zu rechtlichen Problemen führen könnten.
Kommt nach Möglichkeit nicht allein und verlasst die Aktion auch nicht allein, um Übergriffe und Provokationen zu vermeiden.
Symbolik
Der 19. Januar ist ein Gedenktag. Bitte verzichtet auf die Symbolik politischer Parteien und Organisationen sowie auf nationale Fahnen.
Foto und Video
Foto- und Videoaufnahmen sowie Livestreams sind nicht erwünscht. Personen dürfen nicht ohne ihr Einverständnis gefilmt oder fotografiert werden. Bei entsprechenden Vorfällen wendet euch bitte an das Ordnungsteam (Personen mit Westen).
Awareness
Unser Ziel ist ein sicherer Raum, der frei von Diskriminierung und Belästigung ist. Wenn ihr problematisches Verhalten erlebt oder beobachtet, wendet euch bitte sofort an das Ordnungsteam (Personen mit Westen).
Demo-Route
Start: Silvio-Meier-Str. / Frankfurter Allee
Ende: Schleidenplatz
Creative Commons by-sa: Weitergabe unter gleichen Bedingungen
