Vulkangruppe : Das Rauschen im Walde und die Angst vor der eigenen Courage
AN DIE GEISTER VOM EYAFJALLAJÖKULL UND ALLE ANDEREN ZUSCHAUER
Wir haben die Einlassungen der Gruppe „Das Grollen des Eyajfjallajökull“ gelesen. Es ist schon fast rührend, wie sich die Senioren der Bewegung aus dem Jahr 2011 aus dem Off melden, um mit archäologischer Akribie Indymedia-Posts zu sezieren und Verschwörungstheorien zu spinnen, während wir damit beschäftigt sind, die Gegenwart anzugreifen. Ihr liefert uns eine Geschichtsstunde über den Sand am Markgrafen Damm. Schön. Wir respektieren das Handwerk der Vergangenheit. Aber wir legitimieren uns nicht durch Nostalgie, sondern durch das Handwerk der Gegenwart.
Ihr behauptet, wir seien ein Fake. Ihr behauptet, unsere Antworten seien von einer „KI“ oder den Bullen geschrieben, um einen Konflikt zu inszenieren. Ihr macht es euch zu einfach. Ihr flüchtet euch in eine technische Paranoia, weil ihr die politische Konfrontation scheut.
Zur Authentizität: Fakten, die nicht im Polizeibericht stehen
Die Polizei und Stromnetz Berlin schweigen sich über Details aus, um Nachahmung zu verhindern. Wir brechen dieses Schweigen gezielt an einem Punkt, um unsere Identität zu bestätigen und klarzumachen, dass wir keine Internet-Trolle sind, sondern die, die in der Nacht zum 3. Januar am Teltowkanal waren.
Es war keine High-Tech-Operation, wie ihr vielleicht in euren Agenten-Fantasien vermutet.
Wir haben die Wartungstür an der Seite der Brücke schlichtweg aufgehebelt. Das Schloss war alt, der Stahl gab nach. Drinnen haben wir die Kabelstränge nicht nur angezündet. Um den Kurzschluss absolut sicherzustellen, sobald die Isolierung schmilzt, haben wir Reste von verzinktem Maschendrahtzaun, den wir von einer Baustelle in der Nähe (Bereich Hindenburgdamm) mitgenommen haben, fest um die gebündelten Phasen gewickelt. Der Draht sorgt für den leitenden Kontakt, sobald das Feuer die Ummantelung frisst. Simpel, dreckig, effektiv.
Die Ermittler wissen das. Ihr wisst es jetzt auch. Das steht in keiner Zeitung.
Zu eurer Analyse der Texte – oder: Wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht
Ihr werft alles in einen Topf und nennt es „Desinformation“. Räumen wir auf. Ihr unterscheidet zwischen vier Texten. Wir sagen euch, was Sache ist:
Erstens: Der Text, in dem behauptet wird, man habe die Kabel mit „gezielten Schnitten“ durchtrennt (der, den ihr als Fake 2 bezeichnet).
Da geben wir euch recht. Das ist Bullshit. Wer behauptet, Starkstromleitungen mit „gezielten Schnitten“ zu durchtrennen, hat entweder keine Ahnung von Physik oder ist ein Bulle, der sehen will, wer dumm genug ist, dem zuzustimmen. Wer in eine 110kV-Leitung schneidet, verdampft oder liegt als verkohlte Leiche daneben. Diesen Text weisen wir zurück. Das waren nicht wir.
Zweitens: Der Text auf Knack.news („Theorie und Diskussion“ / Fake 4).
Ihr schreibt, der sei vielleicht solidarisch, aber ihr wisst nicht, von wem er ist. Wir stellen klar: Auch dieser Text stammt nicht von uns. Er mag gut gemeint sein, er mag viele richtige Punkte enthalten, aber er ist nicht unsere Erklärung. Wir verstecken uns nicht hinter theoretischen Abhandlungen. Wenn andere Gruppen unsere Aktionen theoretisch einbetten wollen: Bitte. Aber schreibt nicht unseren Namen darunter.
Drittens: Eure „Distanzierung“ (Fake 1).
Dass ihr euch von uns distanziert, haben wir verstanden. Das ist euer gutes Recht als Rentner der Revolte. Aber dass ihr behauptet, es gäbe uns nicht, ist lachhaft.
Viertens: Unsere Antwort auf eure Distanzierung (Fake 3).
Und hier irrt ihr gewaltig. Ihr behauptet, dieser Text sei KI-generiert und eine Falle der Ermittlungsbehörden. Ihr liegt falsch. Dieser Text stammt von uns.
Die Wut in diesem Schreiben war organisch. Sie war unsere direkte Reaktion auf die bürgerliche Arroganz, die aus eurer ersten Distanzierung sprach. Dass ihr authentischen Zorn und eine politische Zurückweisung eurer Kapitulation für einen Algorithmus haltet, zeigt nur, wie sehr ihr euch von der emotionalen Realität des Widerstands entfremdet habt. Wir haben diesen Text verfasst, um klarzustellen: Wir lassen uns nicht erklären, wen wir angreifen dürfen und wen nicht. Das war keine „Inszenierung“ des BKA, das war eine politische Notwendigkeit.
Indymedia und die Nebelkerzen
Ihr fragt, warum die Presse auf dieses „Theater“ anspringt? Die bürgerlichen Medien brauchen den Konflikt. Ein einfacher Anschlag ist eine Nachricht. Ein „Krieg der Vulkane“ ist eine Story. Indem ihr alles als Fake markiert, was nicht eure Handschrift von 2011 trägt, entpolitisiert ihr die Debatte. Ihr macht aus einem politischen Richtungsstreit (Angriff auf Infrastruktur: Ja oder Nein?) eine kriminalistische Schnitzeljagd.
Ihr wollt, dass Indymedia löscht? Wir wollen, dass Indymedia bleibt, wie es ist: Ein chaotisches Archiv des Widerstands. Wir brauchen keine Zensur, auch nicht von euch. Die Leute sind schlau genug zu erkennen, was echt ist und was nicht. Wer glaubt, man könne Starkstromkabel durchschneiden, dem ist eh nicht zu helfen.
Fazit: Wir brauchen keine Genehmigung der Ahnen
Gruppe „Eyajfjallajökull“, danke für die Geschichtsstunde. Aber wir brauchen euren Segen nicht. Ihr könnt weiter Verschwörungstheorien über KI-gesteuerte Ermittlungsbehörden spinnen. Vielleicht habt ihr sogar recht, dass der Verfassungsschutz mitliest und mitschreibt (wahrscheinlich hat er den „Schnitt“-Text verfasst). Na und? Das ändert nichts an der Richtigkeit unserer Tat.
Wir sind keine Phantome. Wir sind keine KI. Wir sind die Konsequenz aus einer Welt, die brennt.
Ein verbranntes Kabel ist ein Faktum. Ein dunkler Stadtteil ist ein Faktum. Maschendraht um Starkstromleitungen ist ein Faktum.
Alles andere ist Rauschen.
Wir werden uns nicht weiter an diesem Meta-Diskurs beteiligen. Wir haben gesagt, was zu sagen war. Wir haben die Verantwortung für Lichterfelde übernommen. Wir haben auf eure Distanzierung geantwortet. Wir haben die Fakes von den Fakten getrennt.
Jetzt gehen wir wieder an die Arbeit.
Sollen die Bullen doch 100 Ermittlungsansätze prüfen. Während sie lesen, sägen wir.
Vulkangruppe
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Ergänzungen
False Flag Aktion
Ist das Bekennerschreiben der Vulkangruppe ein KI-Slop? Brandanschlag in Berlin: False Flag Aktion muss in Betracht gezogen werden
https://www.untergrund-blättle.ch/politik/deutschland/vulkangruppe-brandanschlag-in-berlin-false-flag-aktion-muss-in-betracht-gezogen-werden-009462.html