Wanderung zur KZ-Außenstelle Schwarzenforst

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Anfang 2026 trafen sich Antifas, um gemeinsam zur ehemaligen KZ-Außenstelle Schwarzenforst bei Rövershagen zu wandern. Am Gedenkort erinnerten wir an die Opfer des Nationalsozialismus, indem wir eine Rede hielten und nach einer Schweigeminute Blumen niederlegten.

 

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Liebe Anwesende,

der Nationalsozialismus hat seine grauenhaften Spuren auf der ganzen Welt hinterlassen. Die Spuren dürfen nicht verwehen, sondern wir müssen die Erinnerung an dieses Verbrechen wachhalten. Es ist wichtig, dass wir heute hier sind, im ehemaligen KZ-Außenlager Schwarzenforst in der Nähe von Rövershagen.

Das KZ-Außenlager Schwarzenforst bestand aus dem Verlagerungsbetrieb der Heinkel Flugzeugwerke in Schwarzenforst und dem Unterkunftslager für die Häftlinge in Oberhagen. 1943, nach besonders starken Bombardierungen der Stadt Rostock, wurden kriegswichtige Rüstungsproduktionsstätten der Heinkel Flugzeugwerke an gut getarnten Orten ausgelagert, um sie, auch in Schwarzenforst, wieder aufzubauen. So sollte ein großer Betrieb auf einem Gelände von ca. 100 ha errichtet werden. Fast ausschließlich KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter wurden für dieses Vorhaben missbraucht. Unter schwersten Bedingungen mussten die Männer und Frauen in der Flugzeugfabrik arbeiten, die sich im Wald befand. Unter Aufsicht der SS fristeten die rund 1.000 bis 1.500 ausgemergelten Menschen ein erbärmliches Leben, ohne ausreichende Kleidung, Essen, Hygiene und medizinische Versorgung. Deutsche, Ungarn, Holländer, Bulgaren, Norweger, Polen, Ukrainer, Russen, Tschechen, Jugoslawen und jüdische Menschen waren hierher verschleppt worden. Mit dem Vorrücken der Front wurde das Lager am 1. Mai 1945 geräumt und die Gefangenen über Markgrafenheide in Richtung Hohe Düne getrieben. Die SS erschoss die Häftlinge, die vor Erschöpfung und Schwäche nicht weiter konnten. Als die Wachmannschaft erfuhr, dass die Rote Armee bereits in Warnemünde stand, setzte sie sich in Zivilkleidung ab. Wie viele Menschen das Lager Schwarzenforst überlebt haben, werden wir wohl nie erfahren.

Der Kampf gegen den Faschismus ist weder gewonnen noch beendet. Wir müssen weiter gegen den Faschismus auf der Straße und im Parlament kämpfen. Wir müssen uns weiter erinnern, was geschehen ist, auch abseits von festen Gedenktagen und für den Staat bequemen Sichtweisen.

Erinnern heißt Kämpfen!

Wir bitten euch nun um eine Schweigeminute, die wir mit dem Schwur von Buchenwald einläuten wollen:

"Wir werden den Kampf erst aufgeben, wenn der letzte Schuldige vom Gericht aller Nationen verurteilt ist. – Die endgültige Zerschmetterung des Nazismus ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ideal." "

Anschließend wanderten wir durch die Rostocker Heide zum Strand, um dort ein Solifoto für Antifas im Untergrund und in Haft zu machen. Antifaschismus ist und bleibt notwendig!

AK Erinnern & Kämpfen

 

 

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