15.02. Auf die Straße gegen Naziaufmarsch, Opfermythos und Antisemitismus! Kommt in den antifa against antisemitism Block

Event Datum: 
Samstag, Februar 15, 2025 - 06:00
Stadt/Region: 
Das Deutsche, polit-ökonomische Konstellation und Besonderung der allgemeinen nationalen Vergesellschaftung, fand ihre in der Konsequenz liegende Form im Nationalsozialismus und den Vernichtungslagern von Auschwitz. Die moderne gesellschaftliche Totalität, in der alle sozialen Beziehungen durch den universellen Herrschafts- und Wertzusammenhang erfasst und als versachlichte Zwänge strukturiert werden, tendierte letzthin nicht nur zur universalen Anpassung, sondern auch zur Ausmerzung der Differenz, welche sich in Rassismus und Vernichtungsantisemitismus verwirklichte. Auch 80 Jahre nach dem NS und der Bombardierung von Dresden trainiert Deutschland fleißig weiter, um den Status als Erinnerungsweltmeister zu verteidigen und so hört man in dem selbstverliebten Schwadronieren von den armen Opfern und der Beteuerung, aus der Geschichte gelernt zu haben, die einen eh als diktiert erscheint, die Rettung des völkischen Gemeinschaftsempfinden in die Nachkriegszeit. Ganz nach dem Motto "Nichts gelernt und nichts vergessen" schafft es die deutsche Seele sich weiterhin durch das Freisprechen und Abwehren von Schuld, nicht nur endlich zu rehabilitieren, sondern betreibt in Form der neuen deutschen Erinnerungskultur durch Moralisierung, Entkontextualisierung und Universalisierung eine Verallgemeinerung von Schuld, Leid, Tätern und Opfern.

Diese abstrakte Gleichheit, das geschichtslose Nebeneinander von Tätern und Opfern als "Menschen", ist die Grundlage, um die Notwendigkeit der Bombardierung zu verdrängen (danke Bomber Harris) und damit auch den Vernichtungsantisemitismus der Deutschen zu relativieren. Besonders deutlich wird das im Mythos von Dresden, der aus der NS-Propaganda stammende Mythos, Dresden sei eine unschuldige Kunst- und Kulturstadt, dient zur Instrumentalisierung vermeintlich unschuldiger deutscher Opfer. Die Bombardierung Dresdens wird historisch als Vergeltungsakt für die Taten des NS dargestellt. So können nicht nur Neonazis aus der ganzen Welt, sondern auch die Stadt Dresden durch abstrakte Kontextualisierung mit reinem Gewissen zum Gedenken aufrufen„Ein Deutscher, ist ein Mensch, der keine Lüge aussprechen kann, ohne sie selbst zu glauben.". Die Menschenkette als ausdrucksstärkster Teil des Gedenkens der Stadt bedient sich als "neutrales" Symbol des Friedens der eben genannten Mechanismen und Narrative. In der Selbstbezeichnung als "gesellschaftliche Mitte" bereits von jeder Verantwortung "daß Auschwitz sich nicht wiederhole, nichts Ähnliches geschehe" sich freisprechend, halten sich die Nachkommen der Täter bei den Händen und legitimieren die Grundlagen, auf der die Deutschen Täter geworden sind und mit dieser Kontinuität nie brachen. Aber nicht nur im rumgeopfere, der Volkstümelei und dem bürgerlichen Gedenktheater wird die Relativierung der deutschen Schuld deutlich, auch selbsternannte Revolutionäre sämtlicher leninistischer Strömungen sprechen von den Deutschen als Opfer des "Hitler Faschismus". Diese Einschätzung kommt nicht nur aus dem Unverständnis und den verkürzten Analysen zum Nationalsozialismus, sondern auch aus der eigenen ideologischen Motivation sich weiter durchgängig positiv auf das deutsche Proletariat als "revolutionäres Subjekt" beziehen zu können. Hinzutritt, dass hier die Vollendung der Wiedergutwerdung der Deutschen aufscheint. Das Bewusstsein von der historischen Kontinuität des NS getilgt, kann sich wieder positiv auf Kategorien bezogen werden, die den Weg in Barbarei mitbeschritten haben und anstatt diese Kontinuitätenimmer wieder in das Bewusstsein zu heben, wird der Klassenkampf proklamiert, hinter dem sich die Sehnsucht nach dem (unschuldigen) Volk verbirgt. So werden die ersten Rufe aus der autoritäre Linken laut, die Erinnerungen an das Banner der NPD adressieren: Gestern Dresden, heute Gaza. Damit wird die geschichtliche Notwendigkeit Israels, Schutzraum der Juden und Jüdinnen dieser Welt, torpediert und vernichtungsantisemitischen Tendenzen der Weg bereitet. Um eine tatsächliche Kritik in Zeiten allgemeiner Regression auf die Straße zutragen, organisieren wir auf der Großdemonstration zum 13. Februar den "Antifa againstAntisemitism Block" Kommt mit auf die Straße gegen die deutsche Volkstümelei, den sich immer offener hervortretenden Antisemitismus und das Dresdner rumgeopfere.  Genaue Informationen zu den Demonstrationen wie auch zu dem Block wird es wenige Tage vorher geben, sobald es genauere Infos zu dem Naziaufmarsch gibt. Also bleibt up to date!

 

Lizenz des Artikels und aller eingebetteten Medien: 
Creative Commons by-sa: Weitergabe unter gleichen Bedingungen