Wir zahlen nicht mehr! – Erste Kölner Vollversammlung gegen Preiserhöhungen 17.09.2022

Event Datum: 
Samstag, September 17, 2022 - 14:00
Stadt/Region: 
Am #k1709 startet um 14h die erste Vollversammlung "Wir zahlen nicht mehr!" gegen #Preiserhöhungen in #Köln-Ostheim (Ecke Frankfurterstr./Rösratherstr.). https://wirzahlennichtmehr.wordpress.com

Wir zahlen nicht mehr!

Kölner Vollversammlung gegen Preiserhöhungen

Die Energiekosten steigen im Herbst massiv. Viele von uns werden die
ab Oktober steigenden Preise insbesondere für Strom und Gas, aber
auch für Öl, Holz und Kohle nicht bezahlen können. Die Energiekrise
trifft uns dabei doppelt, denn zusätzlich steigen damit auch die Preise
für Produkte des täglichen Bedarfs und Dienstleistungen – es wird ein
Anstieg der Teuerungsrate auf über zehn Prozent erwartet.

Insbesondere Menschen, die sowieso an den Rand der Gesellschaft
gedrückt werden, Ältere mit einer kleinen Rente, alleinerziehende
Mütter, Menschen die als„ behindert“ diskriminiert werden sowie
Menschen die durch den Rassismus in schlechteren Wohnungen
leben, trifft die Explosion der Kosten des Alltäglichen Lebens besonders hart und gerade sie verdienen unsere Solidarität.

Und während wir uns fragen sollen, wo wir sparen und ein bisschen
mehr frieren können, streichen die Energieversorger und die
Rüstungsindustrie als Gewinner der Ukraine-Krise milliardenschwere
Zusatzgewinne ein – ohne zur Finanzierung der explodierenden
Energiekosten herangezogen zu werden. Im Gegenteil: gleich mehrere
der Energieunternehmen, die weiter an den gestiegenen Preisen
verdienen und hervorragende Bilanzen aufweisen, beanspruchen nun
den „Rettungsschirm“ der Gasumlage, der uns ab Oktober zusätzlich
zu den weiter steigenden Energiekosten aufgedrückt wird. Geht’s
noch?

Die Preistreiber sind unter anderem genau jene fossilen
Energieunternehmen, die jahrzehntelang ihre Profite mit russischem
Gas statt erneuerbaren Energien gemacht haben und auch jetzt statt
Klimaschutz und sozialer Preisgestaltung mit dem Anwerfen von
Kohlekraftwerken und dem Bau neuer Gasinfrastrukur die
Klimakatastrophe weiter eskalieren. Eine Katastrophe, die schon jetzt
die Lebensgrundlage von Menschen im globalen Süden zerstört und in
Europa für immer mehr Hitzetote verantwortlich ist.

Unsere Armut kotzt uns an!
Kölns größter Energieversorger Rheinenergie will trotz deutlicher
Warnungen von Armutsforschern an Gas- und Stromsperren festhalten:
Wer nicht zahlen kann, soll frieren! Eine gefährliche Ansage, denn
selbstgebaute, offene Feuerstellen bedeuten Rauchvergiftungen und
Wohnungsbrände. Die schon jetzt hohe Zahl an Zwangsräumungen derer,
die ihre Miete nicht mehr zahlen können, wird weiter steigen.
Wollen wir das einfach so hinnehmen, oder sehen wir eine Chance, uns
gemeinsam in solidarischer Nachbarschaftshilfe gegen diese eklatant
unsoziale Politik zu wehren?

Wir wollen mit Euch zusammen politischen Druck machen gegen unsere
Verarmung und für ein würdevolles Leben – und zwar für alle, egal
welcher Herkunft! Damit schon mal klar ist, dass wir mit rechten
Verschwörern nichts am Hut haben!

Lasst uns zusammenkommen, uns kennenlernen bei einem
gemeinsamen, offenen Essen. Lasst uns gemeinsam diskutieren über
solidarische Hilfe bei drohender Zwangsräumung, Strom-, oder
Gassperren. Über einen Zahlungsboykott der Energiemehrkosten. Über
die soziale Frage „Warum geht’s den einen gut und vielen an- deren
schlecht?“ Über Möglichkeiten, Druck aufzubauen – für eine soziale
Klimagerechtigkeit!

Holen wir uns die Zukunft zurück!
Wir machen unsere erste Offene Versammlung bewusst in Köln-Ostheim,
denn hier wurde im August der Musiker und russische
Militärdienstverweigerer Louzef B. bei seiner Zwangsräumung von der
Polizei erschossen. Verzweifelt und durch die Pandemie in die
Zahlungsunfähigkeit gerutscht erhielt er statt dringend benötigter Hilfe die
Räumungsaufforderung von seinem Vermieter (LEG).
Ein Gerichtsvollzieher der Stadt Köln hat diese zusammen mit der Polizei
‚konsequent‘ durchgesetzt: Erneut ein Toter, der statt der Polizei, Hilfe
gebraucht hätte.

Offene Versammlung
Samstag 17.9. ab 14 Uhr
Ecke Frankfurter Str. / Rösrather Str. Köln- Ostheim

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