Über 40 Fundamentalist*innen demonstrieren vor Pro Familia gegen Abtreibungen

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Mehr als 40 Fundamentalist*innen haben am Samstag, den 24. März 2018 in München gegen Abtreibungen demonstriert. Die Abtreibungsgegner*innen zogen von der St. Paulskirche im Westend zu der Beratungsstelle von Pro Familia in der Türkenstraße, wo sie eine Kundgebung abhielten. Sie beendeten ihre Veranstaltung vor der Ludwig Maximilians Universität.

Einmal im Monat ziehen die Fundamentalist*innen des Vereins "Helfer für Gottes kostbare Kinder e.V." durch München, um gegen Abtreibungen mit einem ihrer Vigilien (Gebetsmärsche) zu demonstrieren. Dabei halten Sie jedes Mal auch eine Kundgebung vor der Beratungsstelle von Pro Familia in der Türkenstraße ab. Unter anderem dort, aber auch an anderen Beratungsstellen sowie vor dem medicare Gesundheitszentrum in Freiham lauern diese Fundamentalist*innen regelmäßig auch (vermeintlich) schwangeren Menschen, die eines der Beratungsangebote wahrnehmen oder einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen wollen, auf, um diese in Form von selbst so genannten "Gehsteigberatungen" psychisch unter Druck zu setzen.

 

Das Vigil vom 24. März wurde zumindest teilweise live über den Radiosender "Radio Horeb" übertragen – insbesondere die vorangehende Messe in der St. Paulskirche. Glaubt mensch dem Programmhinweis der Sendung, handelte es sich dabei um das 250. Vigil der Fundamentalist*innen um ihren Münchner Anführer Wolfgang Hering.

 

Vor der Beratungsstelle von Pro Familia wurden die Fundamentalist*innen von einigen Gegner*innen empfangen. MIt Transparenten, die Aufschriften wie "My Body My Choice", "We can't believe we still have to protest this shit", "Make Feminism a threat – Fundis zum Teufel jagen" und "Ich geb dir gleich Genderwahn" trugen, versuchten rund 15 Gegendemonstrant*innen die Kundgebung der Fundamentalist*innen zu stören. Die Polizei setzte diese jedoch auch mit Gewalt durch und so konnte die Kundgebung der Fundamentalist*innen zwar nicht verhindert, wenigstens jedoch weitestgehend übertönt werden.

 

Für uns bleiben jedoch nach dieser Veranstaltung viele Fragen offen: Während bisher nicht davon auszugehen war, dass die Proteste der Fundamentalist*innen von der St. Paulskirche aus unterstützt werden, stellt sich für uns nun, da die Messe in der St. Paulskirche von Radio Horeb unter der Überschrift "S. - Hl. Messe mit Taufe, Gebetsvigil für das Leben" live übertragen wurde, die Frage nach der Rolle der Kirche für die Proteste der fundamentalistischen Abtreibungsgegner*innen.

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