HH|13.07.14|unangemeldete Demo gegen Nationalismus

Event Datum: 
Sonntag, Juli 13, 2014 - 20:00
Stadt/Region: 
Gegen die WM und ihren Nationalismus!

 

Die WM – nur Fußball?

 

Wenn sich die besten Fußballer im Balltreten gegeneinander bewähren wollen, dann scheint daran nichts schlimm zu sein: Fußball halt. Für Menschen, die das interessant finden also eine tolle Gelegenheit sich die Ballkunst auf hohem Niveau anzuschauen. Nur ist der internationale Fußballwettkampf der Nationen nicht einfach ein Fest des Sports. Er dient den Mitgliedern der Nationen als Beweis für ihre tolle Gemeinschaft: „Wir sind schwarz-rot-gold“. Das feiern die Bürger_Innen. Das ist nicht nur ein Fehler. Die Parteinahme für die Nation hat auch eine brutale Praxis zur Folge.

 

„Schwarz-rot-Gold – Wir stehen auf deiner Seite“

Die Bürger_Innen feiern ihre Gemeinsamkeit in der Nation. Gemeinsam steht man in Reih und Glied zum Anfeuern „unserer Jungs“ gegen „die“ Italiener oder Franzosen. Da man sich selbst als „zwölften Mann“ wähnt, fiebert man auch so richtig mit: Immerhin steht auch das eigene Ansehen auf dem Spiel. Wie der sportliche Erfolg von ein paar Berufsballtretern mit der eigenen Existenz zusammenhängt, bleibt rätselhaft. Der Gedanke funktioniert nur dann, wenn man unterstellt es gäbe eine Gemeinsamkeit, die ein Wesen aller deutschen Bürger_Innen ausmachen würde. Die Begründung des „Wir“ fällt je nach der konkreten nationalen Gesinnung unterschiedlich aus: Mal ist es die Rasse, mal die Kultur, mal die Sprache, mal das Bekenntnis zur Verfassung. So oder so, alle diese Gründe sind nichts als Rechtfertigungen dafür, dass ein Staat sagt:“Dein Arsch gehört mir!“

 

Kapitalismus? Immer noch Scheisse.

In der Nation stehen sich die Menschen als Konkurrent_Innen gegenüber. Sie konkurrieren um Geld oder Arbeitsplätze. Immerzu suchen sie im Interesse des eigenen Vorteils den Schaden der anderen, da er Bedingung ihres Erfolgs ist. Dieser notwendige Schaden, den jede_r Konkurrent_In erlebt, ist nicht etwa die Folge gieriger Triebe oder schlechter Gesinnung: Der Schaden, den diese Gesellschaft ihren Insassen antut, ist Folge der Art und Weise, wie der Staat diese Gesellschaft organisiert. Der Staat herrscht mit seiner Verfassung seinen Bürger_Innen den Kapitalismus als die Form auf, in der sie sich um ihr Überleben kümmern müssen.

 

Vom guten Staat und den bösen Anderen

Die Nation ist also ein Zwangskollektiv von Bürger_Innen, die zueinander in Konkurrenz stehen und sich damit gegenseitig schädigen. Das ist die Realität der bürgerlichen Gesellschaft. Wer das feiert als ein großes „WIR“, der stellt sich positiv zu Herrschaft und Ausbeutung. Wer das tut, der macht auch lauter weitere Fehler. Anstatt die Konkurrenz als das zu nehmen was sie ist: Ein von Menschen gemachtes und deswegen überwindbares Produktionsverhältnis; erklären sie den Schaden, den sie in der Konkurrenz erleiden zum Resultat der Abweichung von der Norm oder als böse Tat „der Ausländer“, die die Harmonie des Volkes stören. So verfolgen die „guten Deutschen“ dann Linke, Arbeitslose, LGBTI und Migrant_Innen. Und das tun sie nicht nur verbal: Übergriffe gegen die Anderen sind an der Tagesordnung.

 

Nationalismus oder Patriotismus. Das Wort ist egal. Die schwarz-rot-geile Fußballparty ist Ausdruck eines brutalen Bewusstseins guter Staatsbürger_Innen.

 

Wer eine Kritik an dieser Gesellschaft hat, der tut gut daran seine Fahne zu verbrennen und stattdessen mit uns zu demonstrieren:

 

13.07.14 – 20Uhr - Neuer Pferdemarkt

Seid pünktlich und passt auf Euch auf!

Staat. Kapital. Nation. Scheisse!

 

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