Deutschland: Rechte versuchen Walrettung
Ein aktualisierter Text, der bei Bedarf weiter ergänzt wird. Unabhängig von der Sinnhaftigkeit der Rettung des Wales, die hier nicht diskutiert werden soll, darf es nicht egal sein, wer sich an vorderster Front, am Rettungsversuch beteiligt. Wer organisiert die Proteste?
Antifaschist*innen sollte es interessieren, wie es rechten Kreisen gelungen ist, sich ein emotionales Thema anzueignen und erfolgreich zu instrumentalisieren. Aber verwundert das wirklich? Die Geschichte um den Wal, bedient ihre Narrative weitreichend. Vorab, es ist legitim, sachlich Kritik zu üben, wenn sie berechtigt ist und sie von Menschen kommt, die durch ihre Expertise wirklich etwas zum Thema beitragen können. Kritik an schlampig erstellten Gutachten und der Unkenntnis über praktische Walrettung darf geäußert werden. Auch unserer Verantwortung für Natur und Umwelt müssen wir gerecht werden. Relevante Lösungsansätze für ökologische Katastrophen bieten Rechte nicht . Gegen ihre Einstellung, alles, was nicht in ihr Weltbild passt, auszugrenzen, es zu erniedrigen und existentiell zu gefährden (bis hin zur Auslöschung) kann es nur Widerstand, niemals Zusammenarbeit geben. Dieser Beitrag beschäftigt sich deshalb mit der Instrumentalisierung eines Wales durch rechte Kreise und ihre erfolgreiche Organisierung vor Ort.
Vieles erinnert und an die unerträglichen Corona Proteste.
Wissenschaftsfeindlichkeit sowie Verachtung staatlicher Strukturen (die zu schwach und korrupt seien) und ihre Vertreter*innen, die das „Deutsche Volk“ (im Wal versinnbildlicht) nicht schützen. Befeuert durch einen nicht endenden Sturm voller Schwurbelei, schlägt Ablehnung und Überhöhung ihrer einzigen Wahrheit schnell in kollektivem Hass um. Die bekannten Narrative werden hier vollkommen bedient. Die Lösung ist es auf die Straße zu gehen, mit der Vorstellung die Macht den „Eliten“ zu entreißen, Rachefantasien inklusive. Ihre rechten, alternativen Medien, bestärken sie in ihren Überzeugungen. Bleibt ihr Wirken ohne Widerspruch, wird eine Hegemonie geschaffen.
Vorstellung der Beteiligten:
Zur Person Walter Gunz
Dass sich hier rechte Kreise erfolgreich zusammenschließen, und zum Protest mobilisieren hat gute Gründe. Eine der beiden Geldgeber*innen ist bekanntermaßen der Mitbegründer der Mediamarkt-Kette Walter Gunz. Er stehe in enger Verbindung zur rechten "Epoch Times".
Tausende folgen ihrem Live-Stream. Sie wurde direkt in die Planung der Rettung einbezogen wurde. Ihr Mikrofon ist bei Interviews oft zu erkennen. Viele dürften über den Hintergrund dieses Medium wenig wissen. Laut Wikipedia wird die deutschsprachige Ausgabe, dem „rechtspopulistischen bis rechtsextremistischen Diskurs"„ zugeordnet. Die amerikanische Ausgabe "wird der Gruppierung Falun Gong und der Neuen Rechten in den Vereinigten Staaten" zugerechnet und übernahm Verschwörungstheorien von Donald Trump.
https://de.wikipedia.org/wiki/Epoch_Times
Die Zeitung schreibt selbst.: „Der erneute Rettungsversuch begann mit der Ankündigung von Gunz in der Epoch Times, eine solche Aktion zu finanzieren. Zahlreiche Konzepte wurden unserer Redaktion zugeschickt und von einem Team ausgewertet. Nach anfänglicher Ablehnung meldete sich Minister Backhaus persönlich bei Gunz. Nach zahlreichen Gesprächen gab er nun grünes Licht für die neue Rettung.
Es kommt nicht von ungefähr, dass die Epoch Times hier mitmischt. Dass Gunz sie einbezieht, erleichtert sicherlich den Auftritt rechtsextremer Kreise.
https://www.facebook.com/reel/1307340987975071
https://www.epochtimes.de/gesellschaft/telefonat-mit-umweltminister-kehrtwende-bei-rettung-von-buckelwal-timmy-a5456264.html
Die Initiative gegen Rechtsextremismus „Endstation Rechts“ schreibt über Walter Gunz, dass er "keine Probleme damit zu haben scheint, rechte Akteure mit Null-Wal-Profession finanziell zu unterstützen. Denn ebenso wie dir Liebe zum Wal scheint sie der Vorzug zur AfD zu verbinden. Gunz spendete laut interner Parteiliste mehrfach an die rechtsextreme Partei. Einmal waren es dementsprechend der Liste 1.750 Euro, dann 500 Euro und im Jahr 2017 mehrfach 250 Euro."
https://www.endstation-rechts.de/news/wal-qual-und-quote
Jens Schulz, der Organisator
Ganz vorne dabei, als Koordinator und Initiator des Rettungseinsatzes, und dennoch kein Gesicht für die Öffentlichkeit ist Jens Schulz. Auf Facebook gibt es nur ein Interview mit ihm, dass News 5, eine Nachrichtenagentur geführt hat. Auf seinem, inzwischen abgeschalteten, Facebook Account postete er in der letzten Zeit eher sachlich gehaltene Walberichterstattung eines Insiders. Interessant ist die Gegendarstellung der Walrettungsinitiative, die er in federführender Position angehört. Sie verwehren sich gegen Vorwürfe und verweisen darauf, dass Jens Schulz nicht der AFD angehöre. Radikalismus in jegliche Richtung würde weder unterstützt noch genutzt. Sie halten sich rechtliche Schritte gegen Verleumdung vor.
Doch Interessierte, die auf seinem Account etwas weiter nach unten gescrollt haben, ist es möglich gewesen, sich sehr schnell eine Bild von seiner wahren Gesinnung zu machen. Der geteilte Slogan: „Wenn das Volk aufsteht, wird die Macht nervös“ ist hier schon eine interessante Überleitung, zu den widerwärtigen Ergüssen, die danach folgen. Hier einige kurze Auszüge:
„Diese linken Hetzer machen immer weiter ! Und wir bezahlen diesen ganzen ZDF / ARD Dreck !“ „Euch total verblödeten Westdeutschen müssen sie wirklich ins Gehirn geschissen haben. Was muss noch alles passieren damit ihr Speichellecker endlich aufwacht ?“ „.Ja Herr Merz , nicht jedes Land lässt sich durch die Ukraine eine Pipeline zerstören und zahlt trotzdem weiter. Es gibt auch Länder in denen nicht das eigene Volk verraten wird. Sie sind eine Schande.“ (…)Egal ob sie einen Genozid begehen , fremde Länder überfallen , Privatpersonen im Ausland töten oder ob Siedler fremdes Land besetzen . Die Israelis brauchen sich nicht wundern, dass fast die ganze Welt sie ablehnt. Es wird Zeit das Ihr Treiben Konsequenzen hat.“ „Ich hoffe so sehr das Putin diesen ukrainischen Verbrecher endlich aus dem Verkehr zieht.“ Mehrmals hetzt rassistisch und zutiefst verächtlich über P.O.C. die nichts in der Werbung verloren, haben, weil die Deutschland nicht vertreten können. Und mehrmals äußert er eindeutig, dass er ein Anhänger der AFD ist, indem er z.B. eine Grafik mit der Aufschrift teil, dass er mit 12 Millionen zur AFD gehört und dazu steht.
Das sollte dann mehr als ausreichen, um sich ein Bild über Jens Schulz machen zu können.
Diese Inhalte sammelten sich über mehrere Jahre auf seinem Account an.
Auf Facebook behauptet Jens Schulz am 22.April, sein Facebook Account wäre gehackt worden. Es geht u.a. um einen zutiefst walverachtenden Post aus dem Jahre 2025, der ihn vollkommen diskreditieren würde. Laut eigener Aussage hat er ihn gleich zur Anzeige gebracht und vermutet, dass "Pixelhelper" (Künstler*innenkollektiv aus der Ecke der Freimaurer -damit weder links noch rechts) dahinterstecken, die sich u.a. wegen seiner politischen Einstellung von der Walrettung zurückgezogen haben.
Der Organisator der Walrettung hat sich eindeutig positioniert. Es ist bekannt, wo er steht. Den Vorwurf, gehackt worden zu sein, was technisch in der Form kaum umzusetzen ist, bezog er den eigenen Aussagen auf Facebook entsprechend, vor allem auf einen früheren "walfeindlichen" Beitrag und ein paar verwirrende Inhalte, die seine Arbeit konterkarriereren. Es ist davon auszugehen, dass der ominöse Hackerangriff eine reine Schutzbehauptung ist.
Die menschenfeindliche Hetze und seine Bekenntnisse zu AFD haben sich bis zur Abschaltung auf seinem Account befunden. Dafür gibt es keine Ausreden.
Danny „First Class“ Hilse – ganz nah dran am Wal
Entlarvend ist dann auch, wer für die Koordination des Walprotestes in Wismar an 11. April verantwortlich ist. Aufgerufen dazu hat der ehemalige Hells Angel Danny Hilse ( „Danny First Classs“) aus dem Landkreis Cuxhaven . In der Vergangenheit organisierte er die GfD (Gemeinsam für Deutschland)-Demos in Niedersachsen. Hier seine Rede in Hannover vom 38.6.2025.
https://www.youtube.com/watch?v=pNUkZfzXnnY
Er verfügt über gute Kontakte zur AFD. Hier sein Aufruf zur Demo in Wismar, sich für die Walrettung einzusetzen.
https://www.youtube.com/shorts/0_g0uuzgim4
Danny Hilse ist inzwischen ganz nah dran am Wal. Sein Versprechen auf seinem Tic-Tock Kanal ist keine Worthülse.
https://www.tiktok.com/@danny.firstclass/video/7628827181812174113
Der Instagram Account von Danny First Class ist inzwischen vom Netz genommen.
Die inzwischen abgereiste Veterinärin Jenna Wallace (Hawaii) kritisiert in ihrem Statement seinen Auftritt beim letzten gescheiterten Rettungsversuch. Sie berichtet von seiner Ignoranz und seinen extremen Hang zur Selbstdarstellung, die eine erfolgreiche Walrettung verhindert haben. Hier ist ihr Statement zu finden: https://www.facebook.com/jenna.wallace.193939?locale=de_DE
Danny Hilse ist in Poel sichtbar und durch seine Gesichtstätowierung fällt der ehemalige Hells Angle auf. Es wäre verharmlosend, die hier recherchierte Problematik nur auf ihn zu projizieren. Wie im Text belegt, ist er der besonders sichtbare Teil eines rechten Netzwerkes.
Im Netz existieren Gerüchte über eine Beziehung zur Rechtsanwältin Constanze von der Meden. Ein Bild, dass beide gemeinsam in Berlin vor wenigen Jahren auf Facebook zeigen soll, reicht aber nicht aus, um die Behauptung zu verifizieren. Festzustellen ist, dass weder die Kritik an Handlungen in Poel noch sein politischer Grund Anlass, sind, ihn aus dem Team zu entfernen. Auch die beiden Personen, die den gesamten Walrettungsversuch finanzieren, Walter Gunz und die Pferdesport-Unternehmerin Karin Walter-Mommert greifen hie nicht ein, trotz breiter Kritik in der Öffentlichkeit ist er immer noch das Gesicht dieser Rettung. Hier zeigt sich, dass die Verantwortlichen keineswegs daran intereressiert sind, etwas gegen den Einfluss rechter Kreise zu übernehmen. Danny Hilse wäre hier dann aber auch eher ein "Bauernopfer", inzwischen scheint er rehabilitiert.
Feuerwehrmann „Jürgen“ der Lautsprecher
Sich inszenieren musste sich dann auch ein pensionierter Feuerwehrmann aus Itzehoe, der zu Massenprotesten vor Ort aufgerufen hat. Er bezeichnet sich selbst als Patriot, sei aber kein Nazi. Sein Youtube - Account macht es nicht schwer, ihn politisch richtig einzuordnen. Hierzu ein Bericht der Antifagruppe Izehoe vom 8.Februar 2025.
https://antifaschistischegruppe-iz.org/kruder-protest-querdenker-versucht-omas-gegen-rechts-zu-diffamieren/
Entschuldigt hat er sich dafür, dass er am 18. April das Interview mit einer Tierärztin massiv gestört hat. Die inzwischen lebensgefährlich erkrankte Frau hat sich sehr für die Rettung des Wales engagiert. Im Nachgang berichtet er, „von Backhaus persönlich angezeigt worden sein“. Gesichert ist, dass er ein Gefährdetenschreiben der Polizei ausgehändigt bekam.
Inhaltlich soll nach Ansicht rechter Kreise, der Feuerwehrmann hier „Klartext“ geredet haben und auch als Opfer einer zutiefst als ungerechte empfundenen Repression ist er ein geschätzter Gesprächspartner auf verschiedenen Youtube-Kanälen. Als Beispiele seien hier die beiden Formate „Jens fragt nach“ (Schwarck Media) und „Hallo Meinung“ (verantwortlich Peter Weber) genannt werden. „Hallo Meinung“ versteht sich als redaktionelles Netzwerk, mit dem sich das Online-Magazin für Medienkritik "Übermedien" bereits näher beschäftigt hat und das von ihnen zwischen Werteunion und Rechtsextremismus angesiedelt wird.
Text von Übermedien über "Hallo Meinung":
https://uebermedien.de/46802/hallo-wutbuerger-ein-neues-medium-fuer-den-...
Videos eines Interviews von Hallo Meinung mit „Jürgen“
https://www.youtube.com/watch?v=dOWzfry-DDM
Die Initiative „Save the Ocean“:
Die Gründer der Privatinitiative "Save the Ocean" Jörn Kriebel , hat Jürgen Elsessers rechten Hetzblatt "Compact" eine Stellungnahme, im Namen seiner Organisation, zugeschickt. (ab 15:11)
https://www.youtube.com/watch?v=EkfsIq_jMFo
Sie bewerben die Demonstration von Danny Hilse und ihr Mitglied Anja ist Live vor Ort. In einer Sendung von „Hallo Meinung“, ist sie live zugeschaltet und berichtet Peter Weber über die neue Entwicklung. (ab 2:53)
https://www.youtube.com/watch?v=o_EH0jRUfSc
Ihr eingerichteter Livestream musste aufgrund fehlender Genehmigung abgebrochen werden und auch ihr Versuche dicht an den Wal heranzukommen, um „die großen Lügen der Verantwortlichen“ aufzudecken, scheiterten kläglich.
Klaus Kraft
Der Leiter der Tierrettung Mecklenburg-Vorpommern. Mitglied des Walrettungsteams, steht zuletzt auch der Presse Rede und Antwort. Er hat auf keinen Fall Berührungsängste zur AFD. Auf seinem Facebook Account fallen die ersten seiner "Alle gefällt mir Angaben" auf. Von ihm ausgewählt wurden: Hannig Recht (Frank Hannig, rechter ehemaliger Anwalt), Manuel Osterman (rechter Influencer und Bundesvorsitzender der DPolG), Ulrich Siegmund (Vorsitzender der AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt), sowie die AFD Fraktion Vorpommern-Greifswald, AFD Sachsen
Die AfD Kreistagsfraktion Vorpommern-Greifswald hat im Spätsommer 2025 eine Drohne an Klaus Kraft übergeben. Es wurden Spenden gesammelt und in Absprache mit dem Walrettungsteammitglied das Luftfahrzeug erworben.
Rechtsextreme und rechtsoffene Berichterstattung:
Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Medien bei der Berichterstattung weitgehend ausgeklammert werden. Etwas besser informiert zeigt sich die Bild. Favorisiert werden aber eindeutig Formate, wie "Jens fragt nach", (Jens Schwarck) weil hier ausgeschlossen ist, dass kritisch über die Zusammensetzung des Teams und auch über fehlende fachliche Expertise berichtet wird. Sie sind mittendrin dabei. So wird hier Hofberichterstattung betrieben und entsprechend mit "Experten, direkt am Wal, betitelt" , was aus einer sachlichen Betrachtung, einfach nicht stimmt.
Ostsee Wal: Die Walretter am Wal! | ganz nah
Im Internet gibt es inzwischen sehr viel Belege, wie sehr Rechtsextreme den gestrandeten Wal für ihre Agenda instrumentalisieren. und wie leicht es ihnen gemacht wird. Compact TV oder Hallo Meinung wurden bereits benannt. Neben zahlreichen anderen rechten Influencern meldet sich auch die AFD-Bundestagsfraktion zum Thema.
Das Schicksal von Wal Timmy/Hope! - Interview mit Nicole Hess - AfD-Fraktion im Bundestag
Wie positioniert sich eigentlich Dr. Till Backhaus? Was macht die Mitte?
Über den Fall der Brandmauer!
Am 22. April ging Till Backhaus, Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt von Mecklenburg-Vorpommern auf einer Pressekonferenz auf die drohende Gefahr der Vereinnahmung von Links oder Rechts ein, die er in Poel sieht. Explizit auf den politischen Hintergrund von Danny Hilse angesprochen, wollte er Einzelpersonen nicht besprechen und betone, dass es ihm allein um die Rettung des Wales gehen würde.
Die festzustellende Entideologisierung und Entpolitisierung, die durch das gemeinsame Ziel, einer Walrettung, zur Zusammenarbeit mit rechten Personen und Strukturen einlädt, ist schlichtweg eine Katastrophe. Antifaschistischer Widerstand, der in diesem Zusammenhang höchstens in knappen Kommentaren in Sozialen Medien präsent ist, wird zum störenden Element. Diese Haltung fördert eine gesellschaftliche Entwicklung, in der rechte Politik und ihre Auswirkungen immer mehr zur Normalität werden. Hier einmal klar und deutlich: Rassismus, bedeutet immer Ausgrenzung. Es ist nicht einmal nötig, als Beleg, sich mit den menschenfeindlichen Äußerungen des Organisators dieser Walrettung, Jens Schulz auseinanderzusetzen. Es geht hier nicht um den Einzelfall. Das Verfolgen rechter Alternativmedien und Influencer, die diese Walrettung begleiten, zeigt sehr gut, worum es Rechtsextremist*innen in ihrer gemeinsamen Agenda geht.
Creative Commons by-sa: Weitergabe unter gleichen Bedingungen
Ergänzungen
Ausdrückliche Warnung vor "Save the Ocean"!
Hier einmal die deutliche Warnung vor "Save the Ocean", die in einem Statement auf Instagram behaupten, die an der Walrettung am Timmendorfer Strand beteiligte "Driver Bibi" (aus der Sendung D-Max Doku- "Asphalt Cowboys" bekannt), hätte ihnen eine E-Mail geschickt, dass ihre Firma, das Lohnunternehmen Hoffmann, sich jetzt doch am aktuellen Walrettungsversuch beteiligen darf. Praktischen Nutzen hat das eher nicht, das Unternehmen, kurz vor der geplanten Abholung des Wales, doch noch für ein paar Stunden mit einzubeziehen. Vor vier Tagen noch, hat sich "Driver Bibi" auf Youtube bitter beklagt, dass sie selbst und das Unternehmen, für dass sie tätig ist, bei dem aktuellen Walrettungsversuch unerwünscht sind. Sollte der E-Mail Austausch stattgefunden haben, bedeutet das nicht, dass Kenntnisse über den politischen Hintergrund von "Save the Ocen" vorhanden sein müssen. Die Gefahr einer Instrumentalisierung besteht grundsätzlich, wenn rechten Gruppierungen Spielraum gegeben wird. "Save the Ocaen" schafft ihr Einsatz in Poel jedenfalls einen deutlich höheren Bekanntheitsgrad und Gewinn an Reichweite. Ihr Internetauftritt lässt bei ihnen nicht direkt eine rechte Gruppierung erkennen. Aber schon alleine der Compact ein Interview zu geben, lässt keine Zweifel zu.
Statement von "Save the Ocean"
https://www.instagram.com/p/DXn0crBkjcv/0
Ergänzung
Dennis „Original 4“
Auf Tik-Tok begleitet auch Dennis „Original 4“, der sich selbst als Video-Creator bezeichnet, die Walrettung. Er war selbst mehrere Tage auf Poel und hat von dort auch live berichtet.
https://www.tiktok.com/@dasoriginal4
In der Vergangenheit hat er gemeinsam mit Danny „Firstclass“ Hilse zu GfD (Gemeinsam für Deutschland) Protesten aufgerufen.
https://www.tiktok.com/@dasoriginal4/video/7551058949903093014
Auf seinem Kanal spricht er über ihre gemeinsamen Verbindung. Bei Demobesuchen würden sie Gespräche führen, hätten inzwischen die Telefonnummern ausgetauscht und würden über WhatsApp kommunizieren. Dementsprechend verteidigt er seinen politischen Mitstreiter gegen die heftige Kritik, der er zuletzt ausgesetzt war. Er wäre ständig im Wasser, direkt am Wal, sei hilfsbereit, und sei ein wirklicher Macher. Er beschreibt ihn als dominanten Anführer, dessen Projekte immer „Hand und Fuß“ gehabt hätten. Alles sei nur eine ungerechte Hetzkampagne von Leuten, die ihn nicht mögen.
Explizit nennt er den im Text bereits vorgestellten „Feuerwehrmann Jürgen“, der ebenfalls scharfe Kritik an Danny Hilse auf seinem YouTube- Kanal geäußert hat. Ihm begegnet er mit einer Ansage. Er wirft dem pensionierten Feuerwehrmann vor, im letzten Jahr, zusammen mit seinem Freund Markus „Speedy“ Werner „Gemeinsam für Deutschland“ Demos für Schleswig-Holstein geplant zu haben, die dann nie stattfanden. „First Class“ dagegen, hätte erfolgreich mobilisiert. Jetzt beim Walprotest hat „Speedy“ zuerst zu einer 28-stündigen Mahnwache auf Poel aufgerufen. Im Nachgang hätte dann Danny Hilse die Mobilisierung, durch einen eigenen Protestaufruf an sich gerissen. Dennis „Original 4“ argumentiert dagegen, dass „Firstclass“ über viel mehr Reichweite verfüge und die Demo erst zu einem Erfolg gebracht hätte.
Bei solch internen Streitigkeiten in der rechten Szene, geht es eindeutig um ihre politische Agenda, und nicht, wie immer behauptet wird, nur um die gemeinsame Rettung eines Wales. Sie ziehen bewusst ihr bestimmtes Klientel an.
Einordnung der eingesetzten DLRG und der neu ins Team aufgenommene Tierärztin.
Der an der Rettung beteiligte DLRG-Leiter erklärte in einem Interview am 28.4, dass der bereits vorgestellte, Klaus Kraft (Tierrettung Vorpommern-Greifswald), den eingesetzten DLRG Stamm, durch persönliche Kontakte, für die Walrettung gewonnen hätte. Über die politische Einstellung des Rettungsleiters ist nichts bekannt, weshalb er auch nicht mit Namen genannt wird. Klaus Kraft jedenfalls, der sich offen zur AFD bekennt, scheint lokal recht gut vernetzt zu sein.
Ebenfalls ohne Namensnennung, bleibt eine aus gegebenen Umständen spät in die Walrettung einbezogene Tierärztin, die zuletzt regelmäßig nach bestem Gewissen, über ihre Einschätzung zum Gesundheitszustand des Wales informiert hat. Als der Wal in der Barge war, hat sie sich in einem Interview sehr positiv über den Einsatz von Danny „Firstclass““ geäußert, so wie sie ihn erlebt hat. Sein politischer Hintergrund war auch bei ihr kein Thema. Alles wurde erneut dem gemeinsamen Ziel den Wal zu retten, untergeordnet. Dass sie ihn vollständig rehabilitiert, trägt dazu bei, dass alle beteiligten Walretter*innen regelrecht Heldenstatus verliehen wird. Jegliche Kritik an rechten politischen Einstellungen gilt als Nestbeschmutzung.