Haus öffnen. Zukunft teilen – ein Mehrgenerationen-Pilotprojekt aus Schleswig Holstein
Veranstalter:in: Mehrgenerationen Haushalt Schleswig Holstein, Andrea Noack Heidi Noack
Haus öffnen. Zukunft teilen. Öffnen statt allein sanieren – ein Mehrgenerationen-Pilotprojekt aus Schleswig Holstein
Ich heiße Andrea Noack. Ich lebe mit meiner Mutter in einem Haus von 1938 im schönen Schleswig Holstein, am Rand der Stadt. Vorstädtisch ruhig – und doch offen zur Welt. Viele Jahre habe ich in Hamburg gelebt, urban, politisch, nah an ökologischen und sozialen Fragen, an neuen Lebensmodellen, an der Suche nach anderen Wegen. Dieses Denken habe ich mitgenommen. Und wir haben es hierher getragen – in unser Zusammenleben als Mutter und Tochter, als kleine Familie mit Kindern im Wechselmodell.
Familie ist nicht immer leicht. Nähe reibt sich. Geschichten wirken nach. Wir sprechen viel, arbeiten mit Aufstellungen, lernen immer wieder neu, wie Zusammenleben gelingen kann: sich einlassen, sich abgrenzen, sich zumuten und sich Raum lassen. Genau das verstehen wir als Zuhause. Und genau deshalb öffnen wir es.
Auf unserem Grundstück gibt es einen kleinen Garagenanbau mit eigenem Zugang, Gartenanschluss, Wasser und Wärme. Dort kannst du für dich wohnen – und bist trotzdem eingebettet. Unser Garten ist ein Schutzraum. Ein alter Apfelbaum bewegt die Luft an heißen Tagen. Abends leuchten Lichterketten, und wenn es regnet, hört man die Tropfen auf dem Flachdach. Es ist ein Ort zum Ankommen, Durchatmen, Dasein.
Wir bieten kostenlosen Wohnraum gegen Mithilfe im Haus und im Garten, etwa sechs bis zehn Stunden pro Woche. Ich bringe Erfahrungen aus vielen Lebensfeldern mit: als Friseurin, Bürokauffrau, Köchin, Heilerin und Ernährungsberaterin. Meine Mutter war Einzelhandelskauffrau, Meine Tochter steckt im Abitur, unser Jüngster geht in den Kindergarten. Mittlerweile arbeite ich in der Bildung.
Vor allem aber bringen wir uns als Menschen ein. Wir sind offen für unterschiedliche Kulturen, Geschlechter und Lebensentwürfe – auch für zwei Menschen, die wenig Raum brauchen. Rückzug ist genauso möglich wie Nähe.
Dieses Projekt ist ein Versuch, Beziehung über Besitz zu stellen. Gegen die Angst vor dem, was kommt. Gegen Vereinzelung, gegen Abriss – von Häusern und von Zusammenhalt. Wir wissen nicht, wie sich Energieversorgung, Politik oder Eigentum entwickeln werden. Aber wir wissen: Teilen macht widerstandsfähig. Familie kann größer sein. Häuser können bleiben, wenn man sie öffnet. Wir suchen Verbindung. Und Menschen, die spüren: So können wir es oder könnten, wir es, auch machen.
Wir suchen vor dem Festival und dem dazugehörigem Pitch auf diesem interessierte, die uns unterstützen wollen um diese Idee umsetzbar zu machen. Leben für Hilfe. UND das Angebot steht. Hilfe für kostenlosen Wohnraum. Meldet euch! Melde Dich!
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