Grube aus und alles steht still

Am Morgen des 8.10. haben wir die Kabel der Trafostation des Kohletagebaus Vereinigtes Schleenhain nähe Pödelwitz in Flammen aufgehen lassen. In Folge dessen gingen die Lichter in der Grube aus und alles steht still.

Die Coronakrise hat gezeigt, dass es möglich ist drastische Maßnahmen durchzusetzen, wenn Menschen sterben. Auf die viel weitreichendere Klimakrise wird nicht reagiert, weil sie erst die nächste Generation drastisch treffen wird.

Dabei sterben schon jetzt auf Grund des Klimawandels Tausende von Menschen, sei es durch Ernteausfälle, Naturkatastrophen oder auf der Flucht davor. Nur sind diese Tode nicht bei uns.

Da spielt das Geld der weißen alten Männer dann eben doch die größere Rolle. An Dinosauriertechnik kann nur so lange festgehalten werden, wie der Staat sie subventioniert. Andere Kämpfe haben gezeigt, dass sich nur dann etwas bewegt, wenn der Widerstand groß genug ist. Jeder Angriff gegen die Kohlelobby ist auch ein Angriff gegen den Staat.

Kohleausstieg hin oder her - er ist zu langsam und zu lau. Kohleabbau und -verbrennung ist überholt und unnötig und eine riesige Quelle von CO2 Ausstoß. Wir haben dafür gesorgt, dass die Grube jetzt schon still steht.

Pödelwitz bleibt.
Alle Dörfer bleiben.

The next generation

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Ergänzungen

Ein mutmaßlicher Anschlag hat das jüngste Abbaufeld des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain bei Neukieritzsch lahm gelegt. Jetzt ermittelt die Landeskriminalamt mit der Soko LInX.

Möglicherweise hat ein Anschlag in der Nacht zum Donnerstag das Abbaufeld Peres des der Mibrag gehörenden Braunkohletagebaus Vereinigtes Schleenhain lahm gelegt. Das Landeskriminalamt (LKA) geht von einem Anschlag aus. „Aufgrund der Tatumstände und der bisherigen Ermittlungen besteht der Verdacht, dass dieser Brand vorsätzlich gelegt worden ist“, heißt es in einer am Nachmittag verbreiteten Erklärung des LKA. Während der Nachtschicht hatte ein Hochspannungskabel vor einer Energieverteileranlage Feuer gefangen. Lichtbögen sollen weit im Gelände des Tagebaus zu sehen gewesen sein, berichteten Mitarbeiter. Die Umspannstation verteilt elektrischen Strom auf mehrere Tagebaugroßgeräte. Die konnten daraufhin nicht mehr arbeiten. Feuer wurde gegen 4 Uhr morgens entdeckt: Nach Informationen der Mibrag war das Feuer gegen 4 Uhr morgens entdeckt worden. Die Werkfeuerwehr löschte den Brand innerhalb einer Stunde. „Brandursache und Schadenshöhe sind noch unklar“, sagte Mibrag-Sprecher Maik Simon der LVZ. Personen seien nicht zu Schaden gekommen. Die Sachschäden seien aber „erheblich“. Am Morgen durchkämmten zahlreiche Polizisten Teile des Tagebaus, auch ein Hubschrauber kam zum Einsatz und kreiste über dem Gelände. Die Kriminalpolizei war vor Ort. Die ohnehin gesperrte Zufahrt zum Tagebau wurde gesichert. Belieferung des Kraftwerkes Lippendorf nicht gefährdet: Mibrag-Sprecher Simon versicherte, dass die Belieferung des Kraftwerkes Lippendorf mit Kohle durch den vorübergehenden Stillstand nicht gefährdet sei. Man habe Kohle für mehrere Tage vorrätig. Der Kraftwerksbetreiber wolle nach Abschluss der Untersuchungen mit der Reparatur beginnen. Der Betrieb im Abbaufeld Peres soll voraussichtlich zur Frühschicht am Freitag wieder aufgenommen werden. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen an die Sonderkommission Linksextremismus (Soko LinX) übertragen, „da eine politische Motivation für diese Tat nicht ausgeschlossen werden kann“, wie es in der Erklärung heißt. Polizei sucht nach Zeugen: Zur Aufklärung der Straftat bitten die Ermittlungsbehörden die Bevölkerung um Mithilfe. Gesucht werden Zeugen gesucht, welche in der Nacht zum 8. Oktober „im Bereich des Tagebaus Schleenhain sowie in der näheren Umgebung verdächtige Personen und Fahrzeuge gesehen oder sonstige relevante Feststellungen getätigt haben“. Sachdienliche Hinweise nehmen die Kriminalpolizei (Dimitroffstraße 1 in 04107 Leipzig, Telefon: 0341/966 4 6666) oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. 2014 wurde neues Abbaugebiet erschlossen: Die Mibrag hatte Anfang 2014 begonnen, das Abbaufeld Peres aufzuschließen, welches sich nördlich der eigens dafür verlegten Bundesstraße 176 zwischen Neukieritzsch und Groitzsch befindet. Rund drei Jahre später wurde die erste Kohle gefördert. Zum Tagebau Vereinigtes Schleenhain gehören außerdem die Abbaufelder Schleenhain und Groitzscher Dreieck. Die Mibrag fördert dort nach eigenen Angaben jährlich bis zu elf Millionen Tonnen Braunkohle und bewegt 30 bis 38 Millionen Kubikmeter Abraum. Von André Neumann

Leipziger Volkszeitung 16:11 08.10.2020 https://www.lvz.de/Region/Polizeiticker/Vermuteter-Anschlag-Kabelbrand-l...