Hungerrevolte und Ernährungskrise

Wal Buchenberg 18.04.2008 13:52 Themen: Biopolitik Globalisierung Soziale Kämpfe Weltweit
Die weltweite Krise des Kapitalismus hat einen zweiten Namen: Zur Kreditkrise gesellt sich die Ernährungskrise. Über Widerstand und Protestaktionen gegen die Kreditkrise in den wohlhabenderen Ländern ist bisher nichts bekannt. Auf die Ernährungs- und Lebensmittelkrise reagieren die Menschen in vielen Ländern der Welt mit Unruhen, Protestbewegungen und Streiks. Über diese Protestaktionen soll hier berichtet werden.

Mehr: Biosprit - Verbrechen gegen die Menschheit (17.04.)
Update: 11. Mai 2008





1. Protestorte (alfabetisch)

Ägypten


Asma Rushdi, eine Mutter von vier Kindern, klagt im Armenviertel von Kairo: "Seit sechs Uhr heute Morgen stehe ich an für Brot. Jetzt ist es neun, und ich habe für meine Familie noch nichts zu essen!" Frau Rushdi wartet in einer langen Schlange vor einer staatlichen Bäckerei, wo rationiertes Brot mit subventioniertem Getreide gebacken wird.

Die Bewohner von Ägypten sind weltweit die größten Esser von Weißbrot. Sie essen davon 400 Gramm am Tag, die Franzosen nur rund 130 Gramm. Ägypten importiert die Hälfte seines Getreideverbrauches, und die Regierung subventioniert die Brotversorgung der städtischen Armen. Als aber das Importgetreide immer teurer wurde, wuchs die Differenz zwischen dem staatlich subventionierten Getreide und dem Marktgetreide. Ein Sack mit 100 kg subventioniertem Mehl kostete für Staatsbäcker in Kairo nur 2 Euro. Auf dem Schwarzmarkt bekam man um die Jahreswende für den gleichen Sack 250 Euro. Kein Wunder, dass immer mehr Mehl aus den Staatsläden verschwand und auf dem Schwarzmarkt verkauft wurde. Landesweit wurden 12.000 Menschen festgenommen, die auf dem Schwarzmarkt Mehl kaufen oder verkaufen wollten.

Das Mehlangebot nahm nicht ab, es wurde aber im Preis unerschwinglich für die Armen. Die Warteschlangen vor den Staatsbäckereien wurden länger, und die Menschen dort ungeduldiger. In den Warteschlangen kämpften Arme gegen Arme um Brotrationen. In solchen Kämpfen sollen allein in Kairo 11 Menschen ums Leben gekommen sein.
Auf einem Flugblatt vom 6. April 2008 hieß es: "Mubarak verschwinde! Wir riskieren unser Leben beim Anstehen für Brot."
Die staatliche Brotausgabe wird nun von Soldaten überwacht.

Seit Dezember letzten Jahres richtete sich der Hass und Ärger auch gegen die Polizei und gegen Händler. In spontanen Protestaktionen wurden Läden leergeräumt. In den folgenden Auseinandersetzungen mit der Polizei kamen nach Polizeiangaben sieben Jugendliche ums Leben.
Um höhere Löhne durchzusetzen wurde von einzelnen Gewerkschaften Anfang April ein eintägiger "Generalstreik" ausgerufen. Dabei kam es nicht zu breiten Arbeitsniederlegungen, aber zu heftigen Demonstrationen und Straßenschlachten mit der Polizei. Bei diesen Aktionen wurden landesweit 500 Personen festgenommen und mindestens 50 Demonstranten verletzt. Streiks und Demonstrationen sind in Ägypten seit langem verboten. Ein erneuter "Generalstreik" ist für den 4. März angekündigt.

Argentinien

Als der argentinische Landwirtschaftsminister Martin Lousteau die Exportabgaben auf Soja und Getreide Anfang des Jahres um knapp zehn Prozent auf 45 Prozent erhöhte, riefen die vier großen Bauernverbände dagegen zu Streiks und Protesten auf. Landesweit demonstrierten Bauern und errichteten Blockaden auf den Fernstraßen. Durch die Straßensperren kam es zu Engpässen bei der Lebensmittelversorgung in den großen Städten. Nach 16 Tagen brachen die Bauern ihre Aktionen ab und begannen Gespräche mit der Regierung Kirchner.
Siehe dazu den Indymedia-Bericht Soja-Konflikt in Argentinien. (Allerdings: Argentinische Landwirte, die Soja oder Weizen für den Export produzieren, sind in der Mehrzahl keine kleinen Campesinos, wie dieser Bericht unterstellt.)

Burkina Faso

Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Ein Großteil der Bevölkerung lebt noch von Subsistenzwirtschaft und außerhalb kapitalistischer Märkte. Die Subsistenzwirtschaft reicht vielleicht notdürftig für den eigenen Lebensunterhalt, aber nicht für die Versorgung der städtischen Bevölkerung. Deren Lebensmittel müssen importiert werden.
Anfang Februar hatte die Regierung zwar sinkende Importzölle, aber gleichzeitig steigende Preise für Lebensmittel und für Benzin bekannt gegeben. Gegen steigende Preise brachen immer wieder spontane Protestaktionen mit Demonstrationen, Blockaden und Plünderungen von Geschäften aus. Jugendliche bauten im Kampf mit der Polizei Straßensperren und zündeten Autoreifen an.

Daraufhin riefen am 20. Februar verschiedene Gewerkschaften und soziale Verbände zu einem zweitägigen Generalstreik am 8. und 9. April 2008 auf. In allen Städten fanden Demonstrationen statt. Transportarbeiter und Taxifahrer blockierten tagelang den Verkehr in der Hauptstadt Ouagadougou. Die Polizei sprach von 264 Verhaftungen. Soldaten marschierten auf, um den Regierungspalast zu bewachen.
Bettina Engels berichtete bei Labournet Germany: „Seit einer Woche protestiert die Bevölkerung im westafrikanischen Burkina Faso gegen die drastisch steigenden Lebensmittelpreise. Heute versammeln sich die DemonstrantInnen in der Hauptstadt Ouagadougou. In der letzten Woche fanden zeitgleich Proteste in Bobo-Dioulasso, der zweitgrößten Stadt des Landes, der drittgrößten Stadt Ouhigouya im Norden und der Provinzhauptstadt Banfora im Südwesten statt. In Bobo-Dioulasso greifen die DemonstrantInnen Regierungsgebäude an, setzen Geschäfte, Autos und Tankstellen in Brand. Eine Delegation der Regierung wird mit Steinwürfen empfangen. 100 DemonstrantInnen werden festgenommen. Die Proteste setzen sich am nächsten Tag fort. Auch Händler und Geschäftsleute beteiligen sich. Die Proteste richten sich gegen die beständig steigenden Preise von Basisgütern wie Reis, Speiseöl und Seife im zweitärmsten Land der Welt. Nach Angaben der Regierung sind die Preise zwischen 10 und 65 Prozent gestiegen. ... Die Regierung hat Maßnahmen zur Preiskontrolle angekündigt…“

Elfenbeinküste

Die Elfenbeinküste importiert mehr als die Hälfte ihres jährlichen Reisbedarfs. Gegen die steigenden Lebensmittelpreise hatte es an verschiedenen Orten spontane Aktionen gegeben.
In einer organisierten Demonstration zogen dann Anfang April rund 1500 Frauen aus den Armenvierteln durch das Viertel der Reichen in Abidjan, der früheren Hauptstadt der Elfenbeinküste, mit den Rufen: "Wir haben Hunger!" und "Eure Preise bringen uns um!" Die Polizei griff die Demonstration an und verletzte mindestens 12 Personen, darunter auch JournalistInnen.
Als Reaktion auf die Proteste schaffte die Regierung die Importsteuer für Reis, Seife, Speiseöl und Milch zeitweise ab und halbierte die Mehrwertsteuer auf diese Produkte von 18 auf neun Prozent.

Haiti



Aus einer spontanen Hunger-Revolte wurden in Haiti bald organisierte politische Proteste gegen die Regierung und deren internationale Helfer. In Haiti, dem ärmsten Staat Amerikas, hatten sich die Reispreise in den letzten Monaten verdoppelt, auch Bohnen und Brot wurden immer teurer. Zunächst gab es immer wieder spontane Protestaktionen auf den Straßen der Hauptstadt Port-au-Prince, Supermärkte wurden gestürmt. Jugendliche lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Mindestens fünf Menschen kamen dabei ums Leben. Oppositionsparteien begannen die Proteste zu unterstützen und zogen vor den Präsidentenpalast von Rene Preval. UNO-Soldaten schützten den Palast mit Panzern und gingen gewaltsam gegen Demonstranten am Flughafen der Stadt vor. Sechs Menschen sollen bei den Kämpfen ums Leben gekommen sein, darunter ein bei der UNO beschäftigter Polizist. Nach offiziellen Angaben wurden 200 Personen verletzt. Der Präsident entließ seinen Premierminister.

Honduras

Aus Honduras werden die jüngsten Protestaktionen gemeldet. Zehntausende Demonstranten errichteten am 17.04.2008 (?) Straßensperren in der Hauptstadt Tegucigalpa und anderen Städten des Landes. Die Regierung setzte die Armee ein. Es gab Verletzte.

Indien

Indien war lange Jahre landwirtschaftliches Exportland und begann erst vor zwei Jahren Weizen zu importieren. Im Laufe des letzten Jahres wurden Grundnahrungsmittel wie Hülsenfrüchte, Reis, Mehl und Öl immer teurer. Indien hat inzwischen ein Exportverbot für Reis erlassen, um den wachsenden eigenen Bedarf zu decken.
Die allgemeine Preissteigerungsrate liegt bei sieben Prozent, aber Lebensmittel sind um 20 Prozent und mehr im Preis gestiegen. Die Lebensmittelteuerung ist das Hauptgesprächsthema in Indien, auf der Straße, in den Zeitungen, in den Parlamenten. Die "Times of India" schreibt: "Ein Gang zum nächsten Gemüsehändler um die Ecke fühlt sich an wie ein Besuch in einem der modernen, schicken Einkaufszentren Delhis. Man kann sich die Auslagen anschauen, aber bezahlen kann man nichts."

Indonesien

Anfang Januar zogen 10.000 Demonstranten vor den Präsidentenpalast der indonesischen Hauptstadt Jakarta, weil sich die Preise für Sojabohnen in einem Jahr verdoppelt hatten. Um die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln zu gewährleisten, wurden vorläufig sämtliche Reisexporte eingestellt und die Importzölle gesenkt. Indonesien ist der drittgrößte Reis-Produzent der Welt, muss aber gleichzeitig einen Gutteil dieses Grundnahrungsmittels importieren.

Jemen

Die Jemeniten haben im Schnitt etwas mehr als einen Euro pro Tag zur Verfügung – sie gehören zu den Ärmsten der Welt. Der Weizenpreis hatte sich im Jemen verdoppelt, Grundnahrungsmittel wie Reis und Speiseöl sind ebenfalls um ein Vielfaches teurer geworden. Tausende Jemeniten sind seit Ende März auf die Straße gegangen, um dagegen zu protestieren. Genauere Informationen über Ablauf und Hergang der Proteste habe ich nicht gefunden.

Kamerun

In Kamerun kam es zu mehrtägigen Massendemonstrationen wegen der hohen Benzin- und Lebensmittelpreise sowie zu Protesten gegen Präsident Biya, der in dem Land seit 1982 regiert und seine Amtszeit bis 2011 verlängern lassen will. Mindestens sechs Menschen wurden bei Unruhen allein in der Hauptstadt Jaundé getötet, die Gesamtzahl der Toten dürfte deutlich höher liegen.
Angefangen hat alles am 23. Februar mit einer spontanen Demonstration von mehreren hundert Menschen in Newtown, einem armen Vorort von Douala. Die Polizei griff die Demonstranten mit Wasserwerfern und Tränengas an, die wehrten sich mit Steinwürfen. Bei dieser Auseinandersetzung sollen zwei Menschen ums Leben gekommen sein.
Am 24. Februar riefen die Taxifahrer Doualas zu einem Streik gegen die hohen Benzinpreise auf. Seit diesem Tag kam es in allen Städten des Landes zu Protestaktionen, obwohl die Taxifahrer ihren Streik nach zwei Tagen abbrachen, um sich von dem "jugendlichem Vandalismus" zu distanzieren. Überall im Land zogen Jugendliche durch die Städte, plünderten Geschäfte, bauten Barrikaden und zündeten Autos an - die Symbole des Wohlstands. Der öffentliche und private Verkehr kam zum Stillstand. In den Straßen von Douala lagen Leichen. (IRIN, 27.2.2008). Insgesamt sollen 40 Menschen bei den Protesten ihr Leben gelassen haben. Andere Medien melden über 100 Tote. Ein in die Enge getriebener Polizist soll von der Menge gelyncht worden sein.
Wenige Tage nach Beginn der Protestbewegung trafen Vertreter der Weltbank, des IWF und der Afrikanischen Entwicklungsbank zu Geheimgesprächen mit Regierungsvertretern von Kamerun zusammen. (Camerun Tribune, 25.2.2008).

Marokko

In Marokko wurde die erste Brotdemonstration am 23. September 2007 gegen eine staatlich verordnete Preiserhöhung mit einigen tausend Teilnehmern in Sefrou organisiert. Die Demonstration wurde von Polizei und Armee angegriffen. Es gab mindestens 50 Verletzte. Dem folgte eine Straßenblockade in der Hauptstadt Rabat. Nach mehreren Demonstrationen wurde die Preiserhöhung zurückgenommen.



Bericht mit Kommentar von Bernhard Schmid auf Labournet.

Mauretanien

Das Land Mauretanien importiert 70 Prozent der im Land verbrauchten Lebensmittel. Im November 2007 protestierten in der Hauptstadt Nouakchott rund 1000 Menschen gegen die gestiegenen Mehlpreise. Bei der Niederschlagung der Demonstration durch die Polizei kam sechs Menschen ums Leben. Andere Meldungen sprechen von einem Toten und 13 Verletzten.

Mexiko


Tortillas, das Brot der Mexikaner, wird aus Maismehl gefertigt. Seit dem Freihandelsabkommen mit den USA aus dem Jahr 1994 wurde zunehmend billiger Mais von dort importiert. Die mexikanischen Landwirte mussten auf andere Produkte ausweichen. Inzwischen wurde amerikanischer Mais immer teurer, nicht zuletzt wegen der Produktion von Bioethanol.
Am 1. Februar 2008 gingen in Mexiko City und anderen Städten 75.000 Menschen gingen auf die Straße, um dagegen zu demonstrieren. Dieser Protest ging als "Tortilla-Krise" durch die Medien. Siehe den kommentierenden Bericht von Ralf Streck auf Indymedia.

Mosambik

Fast der gesamte Weizenverbrauch des Landes muss importiert werden. Wegen einer Missernte im Land ist auch der Mais knapp. Die Preise steigen im Land. Die blutigen Proteste Anfang Februar in der Hauptstadt Maputo entzündeten sich an Preissteigerungen für Fahrpreise und für Benzin. Bei diesen Unruhen tötete die Polizei einen Demonstranten und verletzte 63 mit scharfer Munition. Siehe den Bericht von Labournet.

Peru

Am 20. Februar 2008 endete ein zweitägiger Bauernprotest mit Demonstrationen, Blockaden und Besetzungen im ganzen Land gegen ein anstehendes Freihandelsabkommen für landwirtschaftliche Produkte mit den USA. Präsident Alan Garcia rief den Notstand aus. Seine Polizei tötete einen der Demonstranten. Siehe den Bericht von Labournet

Senegal

In Dakar, der Hauptstadt des Senegal, hatte eine Vereinigung der Senegalesischen Verbraucher (ASCOSEN) trotz Verbot zu einer Demonstration gegen die Lebensmittelteuerung aufgerufen. Die Polizei griff die Demonstranten mit Tränengas und Schlagstöcken an. Später besetzte die Polizei eine private TV-Station, um die Berichterstattung über die Proteste zu verhindern.
Der Demonstration war ein Konflikt der Regierung mit den Straßenhändlern vorausgegangen. Um seine Hauptstadt für die Konferenz der 57 islamischen Staaten zu "verschönern" hatte Präsident Wade den Straßenhandel in der Stadt verboten. Daraufhin bekämpften Jugendlich Polizisten, die das Verbot durchsetzen wollten, verwüsteten Luxushotels und Regierungsgebäude. Das war ihre Antwort auf die präsidiale "Stadtverschönerung".

2. Die Teilnehmer der Proteste

An den Hungerrevolten und Protestaktionen gegen die Lebensmittelkrise beteiligen sich zwei große Bevölkerungsgruppen mit mehreren Unterteilungen: Auf der einen Seite die Bauern, auf der anderen Seite die Städter.

2.1. Kleinbauern


Die Bauern sind von der Lebensmittelkrise zweifach betroffen. Soweit sie nur für den eigenen Lebensunterhalt und für lokale Märkte produzieren, wird ihre Lage durch die Globalisierung der Landwirtschaft immer prekärer. In Südamerika sind es oft indigene Bevölkerungsteile. Kleine Bauern zählen weltweit zu den Verlieren der Globalisierung. Sie haben keine ökonomischen Druckmittel und können sich nur Gehör verschaffen durch gewaltsame und spektakuläre Aktionen (Blockaden, Zerstörungsaktionen u.ä.). Sie müssen immer damit rechnen, dass gegen ihren Protest die Armee eingesetzt wird. In Mexiko, Peru und Indonesien haben sich Kleinbauern in größerer Zahl an den Aktionen beteiligt.

2.2. Weltmarktbauern

Die Zukunftsaussichten der Bauern, die für den Weltmarkt produzieren, sind gut. Sie zählen zu den Gewinnern der Globalisierung. Sie spielen - wie in Argentinien - eine wichtige Rolle für die Volkswirtschaft und die Staatsfinanzen. Sie können ihre Regierung unter Druck setzen und tun das auch, sobald sie ihre Interessen gefährdet sehen. Sie erreichen ihre Ziele (Abkommen mit der Regierung) oft schon mit symbolischem Protest, der nicht wirklich schmerzt. Die Exportbauern organisierten die Proteste in Argentinien, allerdings mit einem sehr "schmerzenden Protest", mit Blockaden der Zufahrtsstraßen der großen Städte.

2.3. Die Städter


Die Bewohner der Städte in aller Welt produzieren keine Lebensmittel, sondern müssen ihre Lebensmittel kaufen. Sie sind direkt von Preissteigerungen betroffen, und je ärmer sie sind, desto härter trifft es sie.
Die Zahl der Städter wächst viel rascher als die Gesamtzahl der Weltbevölkerung. Es ist also nicht die Zunahme der Weltbevölkerung, die eine schnell wachsende Nachfrage für Lebensmittel verursacht, sondern es ist besonders die Zunahme der Stadtbevölkerung in aller Welt. Das Jahr 2008 ist da ein historischer Wendepunkt: Zum erstenmal seitdem es die Menschheit gibt, leben mehr Städter auf der Erde als Landbevölkerung.
Siehe dazu auf der Übersichtskarte die mittlere Grafik "Stadt- und Landbevölkerung der Welt".

Triebfeder der anwachsenden Stadtbevölkerung ist die kapitalistische Industrialisierung und Globalisierung. Durch Einbeziehung von immer mehr Ländern und Gebieten in die Geldwirtschaft des Weltmarkts werden die selbständigen, kleinen Produzenten ruiniert und als arbeitssuchende Massen in die Städte gespült.
Die große Masse der weltweiten Stadtbevölkerung, in China wie in Europa oder Afrika, stellen einerseits Lohnarbeiter und andererseits Subproletarier ohne Einkommen oder ohne festes Einkommen.
Soweit Städter wohlhabend sind, können sie eine Lebensmittelteuerung verkraften. Von den Konsumausgaben der Wohlhabenden machen Lebensmittel nur 10 bis höchstens 25 Prozent.
Ärmere geben bis zu 90 Prozent ihres Geldes für Lebensmittel aus. Da ist kein Puffer. Steigen die Lebensmittelpreise, dann fehlt ihnen das Geld um Essen zu kaufen. Sie hungern. So kommt es, dass Menschen an Hunger leiden und an Hunger sterben, obwohl in der Welt genug Lebensmittel produziert werden, um alle Menschen satt zu machen.

An den Protesten gegen die Lebensmittelteuerung in diesem Jahr beteiligten sich in der Anfangsphase meist nur das städtische Subproletariat, die Arbeitslosen, die Jugendlichen, die Marginalisierten.

Als ungeplante, spontane Aktion der marginalisierten Städter entstanden die Hungerproteste in Ägypten, Burkina Faso, Haiti, Jemen, Kamerun, Mosambik, im Senegal.
Als geplanter und organisierter Protest begannen die Aktionen in Argentinien, in der Elfenbeinküste, in Honduras, Indonesien, Marokko, Mauretanien, Mexiko und Peru.
Auf unorganisierten Protest blieb nur die Bewegung in Jemen (?) beschränkt.

Das städtische Subproletariat hat meist keine Organisationen, keine Vertreter, keine Stimme, die gehört wird, es hat keine wirtschaftlichen Druckmittel, um Forderungen durchzusetzen. Um sich Respekt oder einfach nur Aufmerksamkeit zu verschaffen, bleiben den Marginalisierten nur Zerstörungsakte oder Verkehrsblockaden. Zerstörungsakte richten sich entweder gegen Symbole der Macht (Regierungsgebäude, Polizei- und Armeefahrzeuge) oder gegen Symbole des Reichtums (Autos, Luxushotels). Politischer Druck konnte damit nicht aufgebaut werden, wenn sich andere gesellschaftliche Gruppen von diesem "Vandalismus" distanzieren, weil es ihnen schwer fällt, Aktionen der Marginalisierten in ihre eigene politische Strategie zu integrieren.
Dennoch schlossen sich in verschiedenen Ländern nach einigen Tagen oder Wochen organisierte Kräfte (soziale Verbände, Gewerkschaften, Parteien) dem unorganisierten Protest in folgenden Ländern an: Ägypten, Burkina Faso, Haiti, Kamerun, Mexiko.
Durch die gemeinsamen Aktionen von Organisierten mit Unorganisierten wurde die Konfliktlage in einem Land entschärft und befriedet (Kamerun, auch Senegal?), aber in vier Ländern wurde der Protest dadurch intensiviert und verstärkt: In Ägypten, Burkina Faso, Haiti und Mexiko.

Auf hauptsächlich organisierten Protest stützten sich die Bewegungen in Argentinien, in der Elfenbeinküste, in Indien und Indonesien. Als Folge dieser geplanten und organisierten Aktionen waren in diesen Ländern keine Toten und nur wenige Verletzte zu beklagen.

3. Die Protestaktionen

Die Aktionen spielten sich meist in den Städten und dort auf den Straßen ab.
Organisierter Protest begann meist in der Hauptstadt. Unorganisierte und spontane Aktionen startete auch in anderen Städten und sprang dann auf die Hauptstadt über.

Es gab Selbsthilfeaktionen wie Plünderungen von Geschäften (Ägypten, Burkina Faso, Haiti, Kamerun)
Es gab aktive Zerstörungshandlungen wie Verwüstung von Luxushotels und Abfackeln von Autos in Haiti und im Senegal.

Sehr häufig wurden die Straßen mit Barrikaden blockiert, teils um wirtschaftlichen Druck auszuüben (Argentinien, Peru, Mexiko, Burkina Faso, Marokko, Mosambik, Peru), teils um die bewaffnete Staatsmacht in ihrem Eingreifen zu behindern (Haiti, Honduras).

Wo bewaffnete Kräfte der Staatsmacht (Polizei, Armee) die Protestbewegung bekämpfte, wurde ihr gewaltsamer Widerstand, aber ohne tödliche Waffen, entgegengesetzt. Insgesamt sind bei der Protestbewegung mindestens 64 Menschen ums Leben gebracht worden (nach anderer Zählung waren es 131), davon zwei Vertreter der Staatsmacht. 325 Menschen wurden mit Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert.
Daneben gab es "klassische" Protestformen wie Streiks und Demonstrationen in Ägypten, Burkina Faso, Argentinien, Elfenbeinküste, Indonesien, Kamerun.
Über 12.000 Menschen wurden bisher im Zusammenhang mit der Lebensmittelkrise verhaftet und eingesperrt.
Als Reaktion auf die Proteste haben einige Regierungen mit Steuernachlässen auf Lebensmittel und mit Exportbeschränkungen ihrer heimischen Lebensmittelproduktion reagiert. Aber nirgends sind die Probleme aus der Welt geschafft. Mit weiteren Protesten in diesen und in weiteren Ländern ist zu rechnen.

4. Zu den Ursachen

Als Ursache der Lebensmittelkrise wird meist auf die Angebotspalette der weltweiten Landwirtschaft hingewiesen: aufwändige Fleisch- statt resourcenschonende Pflanzenkost, Mais für Benzin statt für Nahrung, teurer Weizen und Reis statt billige Kartoffeln, gesunde Biofood versus manipulierte Genfood usw.
In dieser Argumentation wird jedoch der Agrarweltmarkt als Faktum vorausgesetzt und akzeptiert.Denn bevor sich irgendwelche Preissteigerungen zum Beispiel durch amerikanische Biosprit- oder südamerikanische Fleischproduktion auf die Lebensmittelpreise in Afrika, Mittelamerika oder Asien auswirken können, mussten diese Länder erst einmal in das Netz des landwirtschaftlichen Weltmarkts hineingezogen werden.

Über Haitis Probleme schreibt Alexander King : "Haiti ist ein klassisches Opfer westlicher 'Politikberatung'. Es waren Weltbank und die US-amerikanische Entwicklungshilfeagentur USAID, die dem Karibikstaat in den 80er Jahren eine streng neoliberale Handels- und Wirtschaftspolitik aufgezwungen haben. .... 1986 Jahr trat ein neues Handelsrecht in Kraft, das die Importsteuern auf Nahrungsmittel und andere Güter des täglichen Bedarfs drastisch senkte. Nach Ansicht der Weltbank wurde den Haitianerinnen und Haitianern so ein besserer Zugang zu günstigeren Nahrungsmitteln ermöglicht: Die Nahrungsmittelimporte sollten ansteigen, das Angebot vergrößert werden. Zugleich war klar, dass die massenhafte Einfuhr von preiswerten Waren, etwa Reis und Geflügel aus den USA, lokale Landwirtschaftsproduzenten verdrängen würde."

Über Indonesien schreibt ein attac-Newsletter : "Als Folge der asiatischen Finanzkrise von 1997 verfügte der internationale Währungsfonds (IWF) weit reichende Handelsliberalisierungen als Bedingung für einen Kredit über mehrere Milliarden Dollar an Indonesien. Diese Bedingungen hießen, Zollsenkungen und das Ende der Regulierungen durch das BULOG, der staatlichen Nahrungsmittel-Ankaufs- und Verteilungs-Agentur. Indonesien senkte die Einfuhrzölle unter 5%, auch für Grundnahrungsmittel aus eigener Produktion. Der Zoll für Sojabohnen und Reis wurde auf Null gesenkt, für Mais auf 5%. Die Folgen dieser Liberalisierung waren dramatisch. Importe überfluteten das Land. Über Nacht verdreifachten sich die Reis-Importe und stehen nun bei 3,5 Mio. Tonnen pro Jahr. Die Zuckerimporte schnellten von 20% des Inlandsverbrauchs auf 50% empor. Der Sojabohnenimport erreicht mindestens 50% des Inlandsverbrauchs. Am deutlichsten spürt man die Auswirkungen auf die Beschäftigung im ländlichen Bereich bei Soja. Gab es 1996 noch 5 Millionen heimische Soja-Produzenten waren es 2001 nur mehr 2,5 Millionen."

Auch wenn es nicht so geplant war, die Agenten der Globalisierung haben immer mehr Agrarländer nach dem Rezept der Drogenhändler in den Weltagrarmarkt gezogen.
Man lockt zunächst mit billigem "Stoff", und wenn die Konsumenten daran gewöhnt sind und keine anderen Bezugsquellen mehr haben, dann müssen sie kräftig löhnen. Das ist das Stadium, das jetzt auf dem Weltmarkt für Lebensmittel erreicht ist.

Aus der Grafik rechts auf der Übersichtskarte ("Weltmarktpreise 1991-2007) ist ablesbar, dass zwischen 1991 und 2001 die Weltmarktpreise für wichtige Lebensmittel stagnierten oder gar sanken. Erst seit 2005 beginnt der rasante Preisanstieg.
Man sieht auf der Länderliste "Teure Importe von Lebensmitteln" wie viel mehr arme Länder für Lebensmittelimporte bezahlen müssen.

5. Was hat die Revolte bewirkt? (Update vom11.05.2008)


In fast 30 Ländern der Welt führtenstark steigende Lebensmittelpreise zu heftigenProtestbewegungen. Entgegen anfänglichen Befürchtungen vonpolitischen Beobachtern stürzte nur die Regierung von Haitiüber die Protestbewegung. Abgesehen von fortgesetzten Demonstrationen und Streiks in Ägypten, Marokko undJordanien ist die Protestbewegung nun nach zwei, drei Wochen abgeflaut. In den meisten Fällen konnten die Regierungendie Protestbewegungen beruhigen, indem sie auf Probleme undForderungen der Protestbewegung eingingen.

DieRegierungen von Ägypten und von Pakistan haben verbilligteBrotmarken an die städtische Armutsbevölkerung ausgegeben,die am stärksten unter den gestiegenen Lebensmittelpreisenzu leiden haben. Die Regierung von Indonesien hat dieSubventionen für Reis um 60 Prozent erhöht. EinigeRegierungen haben Exportbeschränkungen fürGrundnahrungsmittel erlassen, um das Angebot im eigenenLand zu steigern. In mehreren arabischen Ländern wurdenLöhne angehoben. Syrien hob die Löhne für Lohnarbeiter imStaatsdienst um 25 Prozent an, Ägypten hob diese Löhne sogarum 30 Prozent an.

Aus den internationalenSofort-Programmen, die Weltbank und IWF vollmundigangefordert hatten, ist - wie erwartet - nichts geworden.Die weltweite Lebensmittelkrise ist aus den Schlagzeilenverschwunden. Das scheint die neue Medienmasche zu sein: Daes in aller Welt wenig zu berichten gibt vonstaatsmännischen Erfolgen, Glücksgefühlen und politischenHelden, da konzentrieren sich Politiker und Medien auf immerneue weltweite Bösewichter in China/Tibet, Myanmar (Burma),im Iran, in Zimbabwe oder auch auf österreichischePatriarchen mit Privatverliesen. Die neue Medien-Botschaftlautet: Schlimmer als bei uns ist es (fast) überall!

Die Grundproblematik, dass immer mehr Menschen,die bisher recht und schlecht Lebensmittel selberproduzieren konnten, durch den globalisierten Kapitalismusproletarisiert werden und dann Lebensmittel kaufen müssen,schwelt aber weiter und wird sich in den nächsten Jahreverschlimmern. Nicht das absolute Bevölkerungswachstumschafft eine steigende Nachfrage, sondern das schnelleWachstum von Bevölkerungsteilen, die für den Zugang zu ihrertagtäglichen Ernährung erst Zugang zu Geldeinkommenbenötigen.


Wal Buchenberg für Indymedia, 18.04.2008
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Ergänzungen

abgesehen davon . . . .

blablabla 18.04.2008 - 14:56
. . . dass die Schweiz das Mehl für ihr tägliches Brot aus Indien bezieht . . .

. . . sind für die Welternährungskrise noch eine ganze Menge anderer Faktoren verantwortlich zu machen. Die Produktion von Fleisch für den reichlich gedeckten Tisch der Reichen. Die Produktion von Bio-Treibstoff aus Nahrungsmitteln. Die Genmanipulierung und Monopolisierung von Saatgut. Die Landenteignung kleiner selbstversorgender Bauern weltweit.

zur spezifischen Situation in Indien

Entdinglichung 18.04.2008 - 15:51
gibt es einen lesenswerten Themenschwerpunkt in der aktuellen Ausgabe des indischen Nachrichtenmagazins Frontline: * VENKITESH RAMAKRISHNAN: Paying the price * C.P. CHANDRASEKHAR: Gone with winds of liberalisation * Slipping on oil * JAYATI GHOSH: Global trends * V. VENKATESAN: Hoarder’s delight * Interview with Utsa Patnaik: ‘No mechanism to protect the poor’

Weltweite Lebensmittelkrise

Attac 18.04.2008 - 15:56
Lebensmittelkrise: IWF und Weltbank an Zynismus kaum zu überbieten
Attac fordert Abkehr von neoliberaler Handels- und Agrarpolitik

Mit scharfer Kritik hat das globalisierungskritische Netzwerk Attac auf die
gemeinsame Erklärung des Internationalen Währungsfonds, IWF und der
Weltbank zum Abschluss ihrer Frühjahrstagung reagiert. "Es ist an Zynismus
kaum zu überbieten, wie sich hier zwei Sensenmänner über das gefallene
Gras wundern und die gestiegenen Lebensmittelpreise bedauern," sagte Pia
Eberhardt vom Attac-Agranetz.

IWF und Weltbank stünden seit Jahrzehnten für eine systematische Vernichtung
kleinbäuerlicher Existenzen. So habe der IWF die Entwicklungsländer mit
Strukturanpassungsmaßnahmen gezwungen, ihre gesamte Landwirtschaft auf den
Export auszurichten und für billige Importe zu öffnen. Großflächige
Monokulturen verdrängten den Anbau für den Eigenbedarf sowie lokale
Märkte. Billigimporte taten ihr Übriges, um den Landwirten im Süden ihre
Existenz zu rauben.

"Einen Sonderpreis für Doppelzüngigkeit verdient Weltbankpräsident Robert
Zoellick, wenn er darüber klagt, dass die Lebensmittelpreise wegen des
Klimawandels und der damit einhergehenden Dürren steigen", ergänzte Jutta
Sundermann vom Attac-Koordinierungskreis. Die Weltbank trage selbst zum
Klimachaos bei, indem sie ein gigantisches Kohlekraftwerk in Indien
finanziert, das die Atmosphäre mit insgesamt 700 Millionen Tonnen CO2
belasten wird.

Auch für die aktuelle Finanzkrise, die die Lebensmittelkrise noch
verschärfe, seien IWF und Weltbank mitverantwortlich. Jutta Sundermann:
"Bereits jetzt zeigt sich: Seit sich mit Aktien kein großer Profit mehr
machen lässt, spekulieren professionelle Anleger verstärkt mit
Agrarrohstoffen. Den Preis zahlen die Armen."

Attac kritisierte zudem die Energiepolitik der Industrieländer. Notwendig
sei ein sofortiger Stopp des Agrosprit-Booms und die Abkehr von dem von
IWF und Weltbank Jahrzehnte lang forcierten Wirtschaftsmodell, das
natürliche Ressourcen rücksichtslos ausbeutet und das Thema
Verteilungsgerechtigkeit ausklammert.

Angesichts der drohenden weltweiten Hungerkrise sind die 500 Millionen
Dollar, die IWF und Weltbank als Soforthilfe versprochen haben, Attac
zufolge höchstens ein Tropfen auf den heißen Stein. Statt Sonntagsreden
fordern die Globalisierungskritiker eine grundlegende Veränderung der
internationalen Handels- und Agrarpolitik. Pia Eberhardt: "Ein Weltmarkt
von Lebensmitteln, auf dem nur die Lidls und Nestlés dieser Welt bestehen
können, wird niemals die Hungerkrise lösen können. Wir brauchen einen
Paradigmenwechsel in Richtung Ernährungssouveränität - und zwar jetzt."

Attac fordert im Einzelnen:

- Der Entwicklung regionaler Märkte in den Ländern des Südens und der
Versorgung der heimischen Bevölkerung muss endlich Vorrang eingeräumt
werden.

- Es darf keine - auch keine versteckten - Export-Subventionen für
landwirtschaftliche Produkte vor allem aus dem EU-Raum und den USA in
Länder des Südens mehr geben.

- Internationale Abkommen müssen Entwicklungsländern die Möglichkeit
geben, die eigenen Agrarmärkte zu schützen. Attac fordert einen Stopp der
Verhandlungen über weit reichende Freihandelsabkommen zwischen der EU und
Ländern des Südens.

- Die EU muss sofort von ihrem Ziel abrücken, den Agrosprit-Anteil auf
zehn Prozent zu steigern. Subventionen und Förderungen für Agrosprit
Pflanzenanbau müssen verschwinden.

- Den Energieverbrauch zu reduzieren, muss vorrangiges Ziel werden: Die
Förderung energiesparender Technologien ist ebenso notwendig wie strenge
Begrenzungen für den Spritverbrauch von Kraftfahrtzeugen.

KAMPF UMS BROT

antifa.sozialbetrug 18.04.2008 - 17:54
„Das Schlimmste liegt noch vor uns“
IWF sieht Kriegsgefahr wegen Hungerkrise

Die Menschen richteten sich in Hungerrevolten gegen ihre Staatsführungen, sie brächten demokratisch gewählte Regierungen zu Fall wie jüngst auf Haiti. „Wenn die Spannungen über die Anzweifelung der Demokratien hinaus steigen, besteht die Gefahr von Kriegen“, warnte Strauss-Kahn.

 http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A38...n~Scontent.html

und

 http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/456/169961/

IWF-Chef Strauss-Kahn befürchtet Kriege wegen Hunger

 http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,548285,00.html

 http://antifasozialbetrug.siteboard.de/antifasozialbetrug-about339.html

Weiterführende Artikel

VerLinker 20.04.2008 - 17:44

Noch ein Grund

keinname 21.04.2008 - 13:34
Welche Erklärung gibt es eigentlich dafür, das Ende 2007 die Nahrungsmittelpreise auf einmal exlosionsartig angestiegen sind? Wurde da auf einmal mehr “Biokraftstoff” benötigt, oder ist der Bedarf an Fleisch plötzlich gestiegen?
Ich glaube vielmehr, dass es damit zu tun hat, dass H5N1 und H1N1 sich in einem Antigenshift vereint haben (die Ärzte in unseren Krankenhäusern wissen es, die Regierungen und die Global Player sowieso). Deswegen füllen Regierungen und Spekulanten ihre Speicher auf, denn wenn die Weltwarenhandelkette zusammenbricht, werden Lebensmittel zum entscheidenden Gut. Wir sollten jetzt mit einem klaren Kopf und ohne Panik das Gleiche tun. Denn ein heute Vormittag veröffentlichter Artikel der Sifi News (Indien) beschreibt den Ursprung der zweiten Welle. Auch die zweite Welle der Spanischen Grippe wurde anfänglich als Meningitis verkauft. Die in dem Artikel angeführten Symptome sind keine Meningitis, sie sind vielmehr identisch die Symptome der zweiten Welle der Spanischen Grippe (inneres verbluten, Hautverfärbung). Jetzt ist es höchste Zeit, dass wir Strategien entwickeln, um mit dem Kommenden umgehen zu können. Die Regierungen in Europa (die USA bereitet die Menschen seit Monaten intensiv vor) haben uns Menschen im Stich gelassen, um die Wirtschaft zu schützen. Die Ärzte (in den Krankenhäusern) haben mitgemacht, weil sie Angst vor einer Panik haben, die schon bei der ersten Welle einen medizinischen Notstand ausgelöst hätte. Mir haben das mehrere Ärzte bestätigt.

Meningitis crisis grips Meghalaya
Monday, 21 April , 2008, 10:30
Shillong:A burst of a deadly strain of meningitis has swept the hills of Meghalaya, infecting hundreds, and officials say they are “keeping their fingers crossed” because the situation has reached a critical point with efforts on to check its advance.


Twenty-nine deaths, either of confirmed or suspected cases of meningitis, have been reported from the East Khasi Hills, Jaintia Hills, Ri Bhoi, East Garo Hills and West Garo Hills districts, says a top health official. A total of 239 cases have been reported from five of the state's seven districts.

The disease is transmitted by oral transmission or merely inhaling the breath of an infected person.
However, the total number of casualties, including those infected, could be much higher - many cases were unreported because people were unaware of the disease, say health staff in the districts.
A central medical team from the National Institute for Communicable Diseases visited the affected districts, took samples and has reported to the Health Ministry in Delhi.
The State Government, although in full operational mode now to battle the crisis, says that a number of factors slowed initial action. This included the slowing of government machinery as a result of campaigning and voting for last month's legislative elections and subsequent intensive government formation efforts.
The latter saw the administration virtually grind to a halt. There was much tension as Congress' desperate efforts to install its government failed in the wake of an anti-Congress verdict, which brought in a regional coalition mentored by Purno Sangma, the Nationalist Congress Party leader and former Lok Sabha speaker.
“We broke the story and the Director of Health Services was on the defensive and claimed that it was malaria and not meningococcemia,” said Patricia Mukhim, Editor of The Shillong Times, the state's largest English-language newspaper.
The infection has symptoms like sore throat, high fever and even bleeding from organs that can lead to a rapid and painful death. It is often described as brain fever with flu-like symptoms. Meningococcemia is also characterised by skin rashes that can result in skin haemorrhages. Diagnosis is possible by examining the cerebro-spinal fluid, blood culture and samples from skin lesions.
Barely 500 doses of the preventive vaccine for health workers and medical staff have been distributed, reaching only a fraction of those who are at most risk since they come into daily contact with meningitis victims. The state government says more kits are being dispatched and that there are now enough stocks of medicines to treat the disease.
Surveillance reports from districts are received every day from the state headquarters in Shillong and officials say that the next days will be crucial.
Doctors are taking elementary precautions on their own while treating patients, such as wearing masks and stopping home clinics.
Health officials say the current Director of Health Services had cautioned government doctors against speaking out about the disease because he did not want to cause “panic.”

@Kopierer

besserwisserischer Geschichtsbewusstler 25.04.2008 - 00:54
Yasser Arrafat wurde nicht "ermordet"!!!!!!

Die Nahrungsmittelkrise verschärft sich

Euronews 25.04.2008 - 14:15
Südamerikanische Regierungen wie Venezuela, Kuba, Bolivien und Nicaragua haben gemeinsame Maßnahmen gegen die Lebensmittelknappheit beschlossen. Brasilien hat seinen Reisexport zeitweilig gestoppt, um für die heimische Bevölkerung genügend Nahrungsmittel vorzuhalten.

Agrarminister Reinhold Stephanes sagte: " Brasiliens Hauptsorge ist, daß wir künftig Reis einführen müssen. Auch wenn wir noch außreichend davon haben. Aus diesem Grund versuchen wir unser internes Vorratslager aufzubauen."

Brasilien hat noch mehr als eineinhalb Millionen Tonnen Reis auf Lager. Das reicht nur für Wochen und die Preise steigen stetig, die Verbraucher können sie nicht mehr zahlen. Eine Kundin sagte: " Die Preise sind zu hoch, unbezahlbar."

Die amerikanische Wal-Markt-Tochter, Sam`s Club, hat nach einem Käuferansturm damit begonnen, ihr Reisangebot zu rationieren. US-Finanzminister Henry Paulson aber meinte:
" Bei uns sehe ich keine Lebensmittelengpässe. Wir haben genug zu essen in den USA. Der Preis für Lebensmittel ist gestiegen, aber das ist für den Durchschnittsamerikaner nicht so entscheident, wie die Höhe des Benzinpreises."

Nach Ansicht des Deutschen Bauernverbandes werden sich die Getreidepreise weltweit bald entspannen.

Tote bei Ausschreitungen in Somalia

http://www.euronews.net 05.05.2008 - 20:01
In der somalischen Hauptstadt Mogadischu ist es zu gewaltsamen Protesten gegen die gestiegenen Lebensmittelpreise gekommen. Mindestens fünf Menschen wurden getötet, mehrere wurden bei Ausschreitungen auf einem Markt verletzt.

Der Ärger richtete sich auch gegen Händler auf dem Markt, die statt der somalischen Währung nur noch US-Dollars annehmen wollen. Aus Furcht vor Plünderungen wurden viele Läden und Restaurants in Mogadischu geschlossen.

Krieg, Dürre und weltweit angestiegene Nahrungsmittelpreise ließen nach Aussagen von Hilfsorganisationen die humanitäre Notlage in Somalia ins Unerträgliche wachsen.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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jo, — drup

Naja — Kopierer

@ Kopierer — Hans

was macht kant — auf indymedia?

Äh hallo ?! — Aufrührer