Gründungserklärung: Antifaschistischer Aufbau Duisburg

Regionen: 
Antifa Duisburg

 

Wir arbeiten seit Ende 2019 daran, die Antifaschistische Aktion Stück für Stück in der Theorie und Praxis aufzubauen und befinden uns immer noch im Aubauprozess. Im Folgenden fassen wir einige wesentliche Aspekte unserer Grundungserklärung kurz und knapp zusammen. Die darin angesprochenen theoretischen und praktischen Aspekte unserer Arbeit wollen wir im Laufe der nächsten Jahre weiterentwickeln und durch zukünftige Veröffentlichungen ergänzen.

 

 

Wir sind aktive Antifaschist:innen aus Duisburg und Umgebung und greifen auf mehrjährige gemeinsame Erfahrungen aus unserer Praxis gegen Nazis und die Rechtsentwicklung der Gesellschaft zurück. Diese haben wir nun mit der Zeit durch umfassende inhaltliche Diskussionen ergänzt und sehen in der stetigen Verknüpfung aus Theorie und Praxis das Fundament unserer antifaschistischen Aufbauarbeit.

In unserer Stadt gibt es bereits verschiedene Gruppen, Initiativen und Bündnisse die aktiv gegen Rechts und Rassismus arbeiten und das teilweise schon seit vielen Jahren. Trotzdem erkennen eine gewisse Stagnation in der Entwicklung des antifaschistischen Widerstands in unserer Region und wollen langfristig einen Beitrag zum Aufbau zielführender antifaschistischer Organisierung leisten. In Teilen gehen wir hierbei bewusst einen anderen Weg als die meisten Gruppen und sehen den Aufbau der Antifaschistischen Aktion nicht als ein politisch beliebiges oder kurzfristiges Projekt an. Unser Verständnis von Antifaschismus als Abwehrkampf gegen Faschismus ist untrennbar mit dem Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital verbunden. Daraus folgt, dass wir uns als Teil des Klassenkampfes begreifen und die Überwindung der herrschenden, kapitalistischen Gesellschaftsordnung auch mit dem antifaschistischen Kampf verbunden sein muss. Dieser Verlangt ebenso eine revolutionäre Organisierung wie eine kämpfende und organisierte Antifaschistische Aktion. Unsere praktische Arbeit sehen wir dabei als Ergänzung zu der revolutionärer Politik und streben ein Kampf gegen Rechte Kräfte und Faschismus an.

 

 

 

Wir haben ein ganz konkretes Ziel, nämlich der antifaschistischer Aufbau und eine überregionale Organisierung. Nicht zuletzt da der politische Gegner auf allen Ebenen präsent ist – vom Parlament über die Straße bis hin zu verdeckten bewaffneten Netzwerken – müssen auch wir eine Strategie und Praxis entwickeln, die nicht davor zurückschreckt das Gesagte auch in der Tat umzusetzen. Wie eine entschlossene und kämpferische Praxis am Ende aussehen kann lässt sich nicht am Reißbrett planen – viel mehr sehen wir daher die konkrete Konfrontation als den Ort der stetigen Entwicklung. In dieser Hinsicht ist in den vergangenen Jahren bereits viel passiert und es liegt an engagierten Antifaschist:innen, die antifaschistische Praxis weiter zu entwickeln und sich nicht wegen staatlichen Repressionsschlägen zurück ziehen.

Ein realistischer Blick auf die Werktätigen in Deutschland zeigt, dass wir nicht von einem antifaschistischen Konsens in unserer Klasse, der lohnabhängigen Klasse, ausgehen können. Überhaupt ein Klassenbewusstsein und die Solidarität untereinander aufzubauen ist eine zentrale Aufgabe der revolutionären Linken. Unser Beitrag als Antifaschistinnen und Antifaschisten muss dabei eine kontinuierliche Verknüpfung unserer Arbeit gegen Rechts mit den Interessen der Arbeiterinnen und Arbeiter sein. Ohne die Überwindung der Klassengesellschaft an sich werden wir unser Ziel einer Gesellschaft ohne Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung nicht erreichen können.

 

 

 

Antifaschistischer Aufbau Duisburg

 

Mai 2022

 

Bilder: 
webadresse: 
Lizenz des Artikels und aller eingebetteten Medien: 
Creative Commons by-sa: Weitergabe unter gleichen Bedingungen