Newswire

KURZSCHLUSS Nr. 3

Große philosophische Fragen schießen einer dieser Tage durch den Kopf, etwa „Was ist der Mensch, wenn er nur noch in Abgeschiedenheit, Isolation, in der eigenen Wohnung oder dem Digitalen – also ein Mensch ohne Welt ist?“ Aber wo ist sie hin, die große weite Welt? Weggesperrt. Gleich hinter der eigenen Wohnungstüre.

Mobi Video Rigaer94

Solidarität mit der Rigaer 94

 

 

Die neuen Angriffe durch Innensenator Andreas Geisel erinnern uns an die illegale polizeiliche Belagerung

im Juni 2016 durch den CDU Innensenator a.d. Frank Henkel.

Möge ein neues Vietnam für den Berliner Senat entstehen. Wir bleiben stabil!

 

Wir schicken Liebe und Grüße an unsere Freunde und Freundinnen indem wir ein Soli Video gemacht haben,

welches wir hiermit mit euch teilen.

 

 

https://vimeo.com/526618297

 

http://xup.in/dl,74856299

Bericht und Fotos zur Demo gegen Repression, Polizeigewalt und Knast in Berlin am 19.03.2021

Am 19.03.2021 sind in Berlin über 300 Menschen unter dem Motto „Gegen Repression, Polizeigewalt und Knast“ auf die Straße gegangen. Die Demonstration fand anlässlich des Internationalen Tages gegen Polizeigewalt dem 15. März und des Internationalen Tages der politischen Gefangenen dem 18. März statt. Der Auftakt war beim U Turmstraße in Berlin-Moabit. Die Demo zog laut durch den Kiez in Moabit und endete am Knast Moabit.

Update zur Demo am 23.03. Wir sind unregierbar - Meuterei & Rigaer 94 verteidigen!

Zwei Tage vor dem Räumungstermin der Kiezkneipe Meuterei treffen wir uns 18 Uhr vor genau dieser und werden gemeinsam nach Friedrichshain laufen. Die Demo ist angemeldet und wird ohne Lauti stattfinden. Es liegt an uns die Inhalte über unser aller Stimmen und Aktionen zu vermitteln. Wir selbst entschieden, wieviel Wut und Leidenschaft durch diese Demonstration zum Ausdruck gebracht wird und es liegt bei uns, uns dementsprechend vorzubereiten.

 

RUMMELSBURGER BUCHT FÜR ALLE!

Seit Jahren kämpfen verschiedene Menschen für den Erhalt der letzten Wohn-, Kultur- und Freiräume an der Rummelsburger Bucht. Doch statt einer gemeinwohlorientierten Stadtentwicklungspolitik werden nur die Interessen von Großinvestorinnen wie Padovicz, Investa, Groth Gruppe und Streletzki durchgesetzt. Am 14. März beteiligten sich rund 500 Menschen am jüngst geräumten Camp der Obdachlosen an einer Demonstration für eine Bucht für alle. 

Adbustings vor dem Knast Moabit: Erst verprügeln sie dich, dann lügen sie vor gericht

Am Vormittag des 19.03. hing die Gruppe „Bust Repression“ zwölf Poster in Moabit auf, die Polizei und Gericht kritisieren und zur solidarischen Prozessbegleitung aufrufen. Die Poster wurden entlang der Demoroute der Kampagne „Gemeinschaftlicher Widerstand“ aufgehängt, welche in den Abendstunden gegen Repression, Polizeigewalt und Knast auf die Straße ging. Sie rufen zur solidarischen Begleitung eines Gerichtsprozesses im Zusammenhang mit einer Demo für die Rigaer94 in 2016 auf.

Wer steckt hinter clientearth?

Dies ist ein Auszug aus einem Vortrag in unserer Fridays for Future Ortsgruppe. Uns war aufgefallen, dass ein uns unbekannter Anwaltsverein von Berlin aus massiv mit seinen angeblichen Verbindungen zu Fridays for Future wirbt.

clientearth ist eine amerikanisch-britische Anwaltskanzlei.Sie hat keine organisatorische Verbindung zu den Umwelt- und Klimaschutzbewegungen, versuchen aber, sich dort positiv zu platzieren und den Anschein zu erwecken, sie seien „Die Anwälte der Umweltbewegung“. Auch wenn sie manchmal erfolgreich die richtigen verklagen (Z.B. Ölfirmen) bleiben sie doch am Ende vor allem ein cleveres Geschäftsmodell.

Weiße Flecken auf weißer Weste

Wir sagen ja immer: 'Reißt ihr unsere Häuser nieder, sehn wir uns in euren wieder'. Um zu zeigen, dass wir das auch Ernst meinen, haben wir in vergangener Nacht Gabriele Thöne ein Hausbesuch abgestattet.

Buttersäure Angriff auf Querdenken Kundgebung in Kassel

Buttersäure Angriff auf Querdenken Kundgebung in Kassel

[LE] Mercedes von Leipziger AfD-Politikerin abgefackelt

In der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag haben wir einen Mercedes Benz, den Privatwagen der AfD-Politikerin Dr. Tatjana Klinger, vollkommen zerstört.

 

Griechische Mohnblumen - Gedicht von Irma Leites für Dimitris Koufontinasb

Logos des MLN Tupamaros und der Revolutionären Organisation 17. November

Dieses Gedicht reiste mehr als 12.000 kilometer und zeigt und die Wichtigkeit und Leidenschaft für eine internationalistische Politik. Irma war eine der ersten Personen, die uns schrieb, nachdem Dimitris seinen Hungerstreik beendete. Ihre Freude ist unsere Freude, vielen Dank Compañera!

Irma Leites ist eine Aktivistin, ehemalige politische Gefangene und ehemaliges Mitlied des Movimiento de Liberación Nacional (TUPAMAROS).

Este poema viajo más de 12.000 kilómetros, y llegó a nosotros para mostrarnos las importancia y el amor por políticas internacionalistas. Irma fue una de las primeras personas en escribirnos cuando Dimitris paró su huelga de hambre. Su alegría, es nuestra alegría ¡Gracias Compañera!

Irma Leites, MILITANTE social ex presa política del MLN (TUPAMAROS)

Griechische Mohnblumen.

(Für die Freiheit von Dimitris Koufodinas, den ich kannte, bevor ich ihn im Gefängnis in Athen umarmte. Denn die Aktionen des Guerilleros von RON17, die 1973 das Gewaltmonopol und den Horror des griechischen Staates herausforderte,haben uns erreicht. Wir wussten um seinen Mut, seinen Kampf für soziale Gerechtigkeit und seine Verurteilung.

Aus diesem Grund und weil Solidarität die Zärtlichkeit zwischen den Völkern ist: Freiheit für Dimitris und die Genossen im Hungerstreik).

Wir sind wütend!

Kein Bock mehr auf Belästigungen!

[S] Feuerwerk und Grüße an JVA am 18. März

 

Wir haben uns in den Abendstunden des Tages der politischen Gefangenen nochmal nach Stammheim aufgemacht um dort unsere inhaftierten Genossen und die sozialen Gefangenen zu grüßen. In der JVA Stammheim sitzen aktuell die Genossen Veysel und Agit mit dem Vorwurf der PKK Mitgliedschaft, Martin aus dem MIETZE Verfahren und seit gestern auch wieder der frisch nach Stammheim zurück verlegte Antifaschist Dy.

 

Wir konnten unsere Aktion selbstbestimmt ohne Anwesenheit der Bullen durchführen und danach wieder verschwinden.

 

Per Megafon gab es eine kurze, direkte Ansprache an die Gefangenen und es wurde Feuerwerk über die Knastmauern hinweg gezündet.

 

(FFM) Deutsche Bank Filiale mit Farbe angegriffen – Fight for Rojava!

Wir haben in der Nacht vom 17.3 auf den 18.3 die Fassade einer Filiale der deutschen Bank großflächig mit roter Farbe attackiert und den Schriftzug „Blut an euren Händen“ hinterlassen.

 

Fight4Rojava!

Fotos: Rummelsburger Bucht für alle!

Seit Jahren kämpfen verschiedene Menschen für den Erhalt der letzten Wohn-, Kultur- und Freiräume an der Rummelsburger Bucht. Doch statt einer gemeinwohlorientierten Stadtentwicklungspolitik werden nur die Interessen von Großinvestorinnen wie Padovicz, Investa, Groth Gruppe und Streletzki durchgesetzt. Am 14. März beteiligten sich rund 500 Menschen am jüngst geräumten Camp der Obdachlosen an einer Demonstration für eine Bucht für alle.
Fotos: https://umbruch-bildarchiv.org/eine-bucht-fuer-alle/

Fotos: Räumungstermin für die Meuterei

Nachdem letztes Jahr im August die Kiezkneipe Syndikat und im Oktober das Hausprojekt Liebig34 geräumt wurden, gibt es nun für den 25. März um 8 Uhr auch einen Räumungstermin für die Kiezkneipe Meuterei in der Reichenberger Straße in Kreuzberg. Am Sonntag Nachmittag versammelten sich mehrere hundert Unterstützer*innen zu einer Kundgebung vor der Meuterei mit vielen solidarischen Beiträgen aus der Nachbarschaft & Live-Musik und machten klar, dass sie die Räumung nicht tatenlos hinnehmen.
Fotos: https://umbruch-bildarchiv.org/raeumungstermin-fuer-die-meuterei/

Zum Tod einer G-Klasse im Kampf um die Stadt und für unsere Ideen

Super Auto

Die staatlichen Angriffe auf unkommerzielle Kultur und widerständige Strukturen in Berlin kommen die Verantwortlichen teuer zu stehen. Nicht nur Politiker_Innen halten ihren Kopf hin sondern auch ihre Wahlklientel. Diejenigen, die Viel haben, müssen wieder vermehrt um ihr Eigentum bangen. Die angekündigten Sirenengewitter folgen auf Blitzen und Knallen von gebratenen Seitenairbags unglaublich teurer motorisierter Spielzeuge. Die Pyrotechniker_innen sind längst über alle Berge und alles was zurück bleibt sind Haufen von Schrott.

3 Jahre nach dem Rückzug aus Afrin – Auswertung von #FightforAfrin und Ausblick

Heute vor drei Jahren haben sich YPJ und YPG aus Afrin zurückgezogen. Die Kampagne „Fight4Afrin“ hat damals massiven Widerstand in den kapitalistischen Metropolen geleistet. Es wurden Angriffe auf die Infrastruktur des türkischen Faschismus, die Rüstungsindustrie und andere Komplizen und Profiteure des türkischen Staates durchgeführt. Wir wollen den Jahrestag des Rückzugs nutzen, um eine Auswertung vorzunehmen und zu analysieren, welche Schlüsse wir daraus ziehen können.

Corona und linke Kritik(un)fähigkeit, Teil 11

Diesmal  diskutieren wir zum Thema: „Corona-Regelbefolgung durch Angsterzeugung?“ mit Detlef Georgia Schulze und Michael Kronawitter, einem Mitglied des Praxiskollektivs Reichenberger Straße

25.03.: Räumung der Meuterei verhindern – Hände weg von unserer Homebase

Am 25.03.2021 um 8 Uhr soll die Meuterei in der Reichenberger Straße 58 geräumt werden. Die Meuterei ist Kneipe, sozialer Treffpunkt, ein Ort für politische Veranstaltung und Vernetzung. Seit vielen Jahren finden hier unsere monatlichen offenen Treffen statt. Hier haben wir dutzende antimilitaristische Veranstaltungen konzipiert und durchgeführt, Aktionen vorbereitet und uns nach den Treffen bei gekühlten Getränken ausgetauscht. Wir von NoWar Berlin werden uns unsere Homebase nicht nehmen lassen!

 

Kommt zu den Aktionen gegen die Räumung – Meute bleibt!

 

Kämpferisch Sponti am 18.03.2021 in Augsburg!

 

Am 18.03., dem Tag der politischen Gefangenen nahmen sich kämpferische Aktivist*innen die Straße und veranstalteten eine Sponti!

 

 

Kommune von Kronstadt

Zu der Textreihe von Kronstadt hier die Ausgrabung des Textes von Ida Mett zum Aufstand und zur Kommune von Kronstadt

Emma Goldman: Trotzki protestiert zu viel

Hier ein Text von Emma Goldman zu der Thematik Kronstadt und Leon Trotzki was noch - denken wir zumindest - nicht ins Deutsche übersetzt wurde.

Kronstadt Journal XVIII

Hier unser letzter Text zu der Reihe zum Aufstand von Kronstadt

şehid namirin - martyrs never die!

Today we remembered the internationalist comrades who died defending the Revolution in Rojava.

We did so on the anniversary of death of Lorenzo Orsetti, Tekoser Piling, who died two years ago in Baghuz, in northeast Syria, and few days after the death of Anna Campbell, Hêlîn Qereçox, on March 15th, 2018 in Afrin.

[HRO] Tag der politischen Gefangenen!

 

Heute, am 18.03., dem internationalen Tag der politischen Gefangenen, versammelten sich in Rostock über 100 Menschen zu einer Kundgebung am Brink/Doberaner Platz.

 

 

[KA] Kundgebung zum Tag der politischen Gefangenen

 

Am heutigen 18. März, dem Tag der politischen Gefangenen, kamen 80 Personen auf den Karlsruher Friedrichsplatz zusammen, um ihre Solidarität mit den von Repression Betroffenen auszudrücken.

Der 18. März als Tag der politischen Gefangenen ist ein Teil der Geschichte des Kampfes für eine befreite und klassenlose Gesellschaft. Und dieser Kampf hält bis heute an. Immer noch kämpfen wir für eine Welt ohne Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung. Denn die kapitalistischen Verhältnisse produzieren Armut, Krieg, Ausbeutung, Unterdrückung und Entfremdung – und das am laufenden Band. Die Methoden haben sich verändert, die Herrschenden haben sich geändert und doch ist die Systematik die selbe geblieben: Die Ausbeutung des Großteils der Bevölkerung, die den Reichtum einer Minderheit produzieren. Wer sich gegen dieses System auflehnt und für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und ein Leben in Solidarität, im Einklang mit unserem Planeten kämpft, bekommt früher oder später die Repression des Staates zu spüren.

 

Soliblog [https://www.129antifa.net/] für verfolgte Antifaschist*Innen aus Leipzig, Berlin und Weimar

 

Heute zum 18.März, dem Tag der politischen Gefangenen veröffentlichen wir unsere Plattform in Solidarität mit den von Soko Linx und Generalbundesanwalt verfolgten Antifaschistinnen aus Berlin, Weimar und Leipzig. Wir fühlen uns diesem Kampftag aus verschiedenen Gründen verbunden. Lina sitzt seit November 2020 in Untersuchungshaft und auch andere Antifaschistinnen wie Dy1 sind inhaftiert, weil ihnen ein konsequenter Antifaschismus vorgeworfen wird. Auch in anderen Themenfeldern der radikalen Linken drohen derzeit Inhaftierungen oder sind bereits vollzogen. Wir möchten uns an dieser Stelle mit allen Gefangenen unserer Bewegung solidarisieren und den Kampf für eine Gesellschaft einfordern, die keine Gefängnisse mehr braucht.

 

 

Demokratischer Nachhilfeunterricht für den Olympiastützpunkt Frankfurt (Oder)

 

Wir nutzen die letzte Nacht um den Veranstaltungsort des
Landesparteitages der AfD Brandenburg farblich zu markieren. Die
Brandenburghalle ist Teil des landeseigenen Sportstützpunktes und steht
unter der Verwaltung des "Eigenbetriebsleiter Sport Frankfurt (Oder):
Wilfried Lausch".

 

Stellungnahme Zerstörung von Ticketautomaten in Halle (Saale)

 

Stellungnahme zur Zerstörung dutzender Ticketautomaten in Halle (Saale) und Umland

 

 

 

In der Vornacht zum Tag der politischen Gefangenen kam es in Halle und Umgebung zu gezielten Sabotagen von Ticketautomaten im zweistelligen Bereich. Diese Tat war gezielt und darf nun als Anpfiff für direkte Aktionen gegen öffentlichen, aber immer noch kostenpflichtigen Personenverkehr verstanden werden.

 

 

 

Wir wollen einen fahrscheinfreien öffentlichen Bus-/Tram-/Bahnverkehr für alle Menschen. Eigentlich überall, aber etwas kurzfristiger wollen wir dieses Ziel vor allem in Halle und der näheren Region erreichen. Dabei wollen wir keinen Pflichtbeitrag aller Menschen in der Region, keine neue Steuer und keine anderen direkten Kosten für die Menschen, die den ÖPV nutzen. Stattdessen wollen wir, dass der öffentliche Personenverkehr, der auch im Moment bereits staatlich subventioniert und getragen wird, vollständig aus staatlichen Geldern finanziert wird. (Wie das im Detail abläuft, dafür gibt es unterschiedliche Lösungen. Das ist keine realitätsferne Träumerei!) Um dies sicher zu stellen, könnten beispielsweise die Kosten, die bei einer vermehrten Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel und dem daraus resultierenden Rückgang des Individualverkehrsmittelaufkommens im Straßenbau eingespart werden können, dazu verwendet werden, einen fahrscheinfreien öffentlichen Personenverkehr zu realisieren. Zudem wird die örtliche Straßenbahn bereits zu 90 Prozent mit Fördermitteln für den Öffentlichen Personennahverkehr von Bund und Land gefördert [1], was die Ticketkosten nicht nur fast komplett überflüssig macht, sondern auch Frust über die Kostenintensivität zu Gunsten des Privatunternehmens HAVAG aufkommen lässt.

 

Unabhängig davon jedoch, wie fahrscheinfreier ÖPV finanziert wird, ist für uns klar, dass endlich Schluss sein muss, mit den diskriminierenden Fahrpreisen, die zahlreiche Menschen willkürlich in ihrer Mobilität einschränken. Wer sich nämlich keinen Fahrschein leisten kann und womöglich außerhalb der Zentrumsregionen wohnt oder Alternativen wie Fahrradfahren aus anderen Gründen nicht nutzen kann oder will, der*die wird vom öffentlichen Leben strukturell ausgeschlossen.

 

Wir haben weder Lust, uns durch gesellschaftliche Normen in unserer Entfaltung einschränken zu lassen, noch sehen wir ein, warum eine Diskriminierung von Menschen durch Fahrscheine notwendig sein soll, außer wenn sie der gezielten Unterdrückung von Menschen mit geringen oder keinen finanziellen Möglichkeiten dient. Dies wird noch einmal deutlicher, wenn man sich die Anzahl der Personen, die in Deutschland eine sogenannte Ersatzfreiheitsstrafe absitzen, ansieht. Ersatzfreiheitsstrafen werden dann vollzogen, wenn eine Person eine von einem Gericht verhängte, strafrechtliche Geldstrafe ganz oder teilweise nicht bezahlen kann. Anstelle der Geldstrafe muss diese Person dann in Haft. Laut Verband Deutscher Verkehrsunternehmen verbüßten deutschlandweit zuletzt etwa 7.000 von 230.000 angezeigten Schwarzfahrern eine Ersatzfreiheitsstrafe. Allein in Berlin laufen pro Jahr etwa 40.000 Ermittlungsverfahren wegen Beförderungserschleichung [(§ 265a StGB („Erschleichen von Leistungen“)]. In der Justizvollzugsanstalt Plötzensee saß zeitweise ein Drittel der Insassen Ersatzfreiheitsstrafen ab, meist wegen Schwarzfahrens. Typischerweise ist also ein großer Teil dieser Inhaftierten aufgrund unbeglichener Strafzahlungen wegen fahrscheinfreien Fahrens in einer der Strafanstalten. Zusätzlich gibt es natürlich auch Urteile, bei denen Menschen vor allem wegen wiederholten fahrscheinfreien Fahrens direkt zu Haftstrafen verurteilt werden. Die Bestrafung des fahrscheinfreien Fahrens kann dabei als ein Repressionsmittel gegen arme Menschen angesehen werden.

 

Anlässlich des Tages der politischen Gefangen möchten wir mit unserer Aktion auf diesen Sachverhalt hinweisen. Armut ist immer politisch! Diese Aktion wird niemandem direkt helfen, das wissen wir. Dennoch hoffen wir hiermit ein Umdenken bei Verantwortlichen bei der HAVAG und des halleschen Stadtrates beizuführen. Bis dahin ist jeder Automat, egal ob in der Bahn oder außerhalb, innerorts oder im Umland im Visier. Für eine kostenlosen Personenverkehr. Für eine Zukunft ohne Armut. Reichtum für alle!

 

 

 

[1] https://havag.com/Stadtbahn/Stadtbahn/Finanzierung

 

 

 

 

Seiten

Newswire abonnieren