Zunächst auch Danke für Eure Veröffentlichung, weil es wirklich das Grundübel von Solidaritätskampagnen ist, die inneren Widersprüche so weit zu deckeln, dass die Geschlossenheit am Ende zur leeren Farce wird.
Aber: Was Euch wie Meduza völlig entgeht, ist, was für ein Bombenerfolg das für den FSB ist. Anstatt dass er, wie der Kampagnenslogan lautete, als der wirkliche Terrorist auf der Anklagebank säße, ist jetzt nur noch die Rede von sexuellen Übergriffen, Morden und Drogenhändlern. Es stellt sich zumindest die Frage oder sollte sich Euch auch stellen, wie es denn sein kann, dass diese seit teils Jahren bekannten Anschuldigen ausgerechnet zum Zeitpunkt der Urteilsverkündigung in die Öffentlichkeit kommen, also, warum ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, wo der russische Staat eine Haufen junger Männer, die alle brutalst gefoltert wurden, für nichts und wieder nichts für bis zu 18 Jahren wegsperrt. Wenn es schon keine Beweise für die zur Last gelegten Taten gibt, dann wenigstens eine öffentliche Stimmung, die sich um so kleinliche Dinge wie Beweise nicht weiter zu scheren braucht, weil sie sich schon längst in der schummrigen Phantasie von sexuellen Übergriffen, Drogenhandel und Mord verloren hat. Ihr wisst doch auch aus Literatur und Film, was die Hauptaufgabe eines Geheimdienstes ist: Desinformation.
Was auch immer stimmen mag, weder Ihr wisst es wirklich, noch ich, noch Meduza. Resultat ist aber: die eh schon kaum vorhandene internationale Solidarität mit den Gefangenen dürfte vollends versiegen, man ist mit Eurem Text zurück in seiner Bauchnabelschau. Es ist Euch ja noch nicht einmal eine Erwähnung wert, dass bspw. der Prozess um die Petersburger Gruppe immer noch läuft.
P.S.: Es ist als nicht des russischen Mächtige, was bei dem Namen vielleicht verwundern mag, sauschwer an vernünftige Informationen zu kommen. Wenn Ihr schon Kontakte habt, dann macht doch mal ein Interview mit den Leuten, anstatt immer nur aus der Ferne Urteile zu fällen und Eure Informationen auf Meduza zu stützen, die zwar nicht schlecht sind, aber als linksliberales Medium nun mal auch eine andere Agenda verfolgen. Und: "erschüttert", wie Ihr in der Einleitung schreibt, hat mich in erster Linie das Urteil des russischen Staates.
Tscheka, KGB, FSB
Zunächst auch Danke für Eure Veröffentlichung, weil es wirklich das Grundübel von Solidaritätskampagnen ist, die inneren Widersprüche so weit zu deckeln, dass die Geschlossenheit am Ende zur leeren Farce wird.
Aber: Was Euch wie Meduza völlig entgeht, ist, was für ein Bombenerfolg das für den FSB ist. Anstatt dass er, wie der Kampagnenslogan lautete, als der wirkliche Terrorist auf der Anklagebank säße, ist jetzt nur noch die Rede von sexuellen Übergriffen, Morden und Drogenhändlern. Es stellt sich zumindest die Frage oder sollte sich Euch auch stellen, wie es denn sein kann, dass diese seit teils Jahren bekannten Anschuldigen ausgerechnet zum Zeitpunkt der Urteilsverkündigung in die Öffentlichkeit kommen, also, warum ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, wo der russische Staat eine Haufen junger Männer, die alle brutalst gefoltert wurden, für nichts und wieder nichts für bis zu 18 Jahren wegsperrt. Wenn es schon keine Beweise für die zur Last gelegten Taten gibt, dann wenigstens eine öffentliche Stimmung, die sich um so kleinliche Dinge wie Beweise nicht weiter zu scheren braucht, weil sie sich schon längst in der schummrigen Phantasie von sexuellen Übergriffen, Drogenhandel und Mord verloren hat. Ihr wisst doch auch aus Literatur und Film, was die Hauptaufgabe eines Geheimdienstes ist: Desinformation.
Was auch immer stimmen mag, weder Ihr wisst es wirklich, noch ich, noch Meduza. Resultat ist aber: die eh schon kaum vorhandene internationale Solidarität mit den Gefangenen dürfte vollends versiegen, man ist mit Eurem Text zurück in seiner Bauchnabelschau. Es ist Euch ja noch nicht einmal eine Erwähnung wert, dass bspw. der Prozess um die Petersburger Gruppe immer noch läuft.
P.S.: Es ist als nicht des russischen Mächtige, was bei dem Namen vielleicht verwundern mag, sauschwer an vernünftige Informationen zu kommen. Wenn Ihr schon Kontakte habt, dann macht doch mal ein Interview mit den Leuten, anstatt immer nur aus der Ferne Urteile zu fällen und Eure Informationen auf Meduza zu stützen, die zwar nicht schlecht sind, aber als linksliberales Medium nun mal auch eine andere Agenda verfolgen. Und: "erschüttert", wie Ihr in der Einleitung schreibt, hat mich in erster Linie das Urteil des russischen Staates.