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Halle(Saale) Hausprojekt im Streit - Besetzer_innen gegen baldige Besitzer_innen
Besetzer_innen gegen baldige Besitzer_innen
Gestern Nacht um kurz nach 23 Uhr kam es zu einem internen Räumungsversuch auf dem Gelände der Reilstr 78. Eine Gruppe Mieter_innen der Reil 78 die das Gesamte Gelände gern kaufen möchten, und dafür, wie jeder (zukünftige) Hausbesitzer erst mal auf Verdrängungskurs mit den, nicht als lukrativ oder Kooperationswillig genug, eingestuften Nutzer_innen gehen, denn die Nutzerinnen bezahlen zu wenig Geld, „die Kommunikation mit ihnen verlief nicht nach unseren Vorstellungen.“ Außerdem gibt es schon andere Pläne; das Kollektiv der Reil 78 möchte aus den Nebengebäude, dem Kultur und Kunst aber auch Techno-Club Chaiselounge http://www.chaise.de/index.php, einem...Technoclub und Veranstaltungsraum zu machen???
Bietet sich ja auch wunderbar an, dieser ist ja schon da, es soll aber Renoviert werden. Deshalb, oder aus schnöder Antipartie, legitimierte sich das Reil78 Kollektiv im internen Plenums-prozess, wohlgemerkt ohne Rechtliche Grundlage, die Nutzer_innen, unter ihnen, ursprüngliche Besetzer_innen der Reil78, welche seit über 18 Jahren die Chaise als linken, kollektiven und unkommerziellen Veranstaltungsort aufgebaut haben, nun mit allen Mitteln der Repression (Wasser und Stromabstellen, Verleumdung, Schilderung falscher oder verdrehter Tatsachen, oder wie gestern Nacht, subtile Androhung von Gewalt und einschließen auf dem Gelände) aus dem Kulturraum den sie auf gebaut haben herauszudrängen. Und erklärten allen Nutzer_innen der Chaise „Hausverbot“
Tatsache ist, das die Chaise seit der ersten illegitimen informellen “Räumungsandrohung“ auf einen konkreten Forderungs-Katalog, in dem Probleme und Bedingungen mal konkret formuliert werden, des Reile-Kollektivs wartet.
Seitdem ist Chaise immer wieder auf Reil78 zu getreten, hat alle Rückstände bezahlt, bat um Gespräche mit Mediation, um die Möglichkeit, die in losen Gruppenprozessen langsam anlaufende Awareness für den Ernst der Lage, jetzt Umsetzten zu können, in Konzepte die ein Zusammen aller Beteiligten ermöglichen und eine gemeinsame Nutzung zu ermöglichen. Die andere Partei blockte immer wieder ab, obwohl sich die Individuen,Größtenteils, nicht einmal gegenseitig kennen.
Tatsache ist, das es keine offenen Schulden gibt. Tatsache ist, dass von der Chaise stets das Angebot bestand auch als Veranstaltungsort für Reilepartys genutzt zu werden. Tatsache ist das es durchaus in der Chaise, awarness, Interesse und Verständnis für die Sicht der Reil78ger und die Probleme der letzten Jahre und einsicht über Verbesserungs und Veränderungsbedarf giebt. Es besteht die herzliche Einladung an das Kollektiv Reile, eigene Inputs Veränderungen und Arbeitskraft in das Nebengebäude zu stecken, aber ohne alleinigen Besitzanspruch, der alle anderen Nutzer_innen ausschließenden will. eben nach den Organisationsparametern einer Loseren, anarchistisch orientierten linken Kollektivs ohne strenge Dogmen, für eine kulturelle offene Gesellschaft wohlgemerkt mit ganz klarem Ausschluss von Menschenverachtung, die das Reile Kollektiv gerne als selbst Legitimation verwendet, ja soweit geht, die ehemaligen Besetzerinnen u. A den Menschen die Halle Anfang der Zweitausender so “Nazi-frei“ kämpften, das es überhaupt zum Entstehen von Freiräumen kommen konnte, und die diesen Freiraum nach wie vor offen unkommerziell und kollektiv betreiben, denen das Gelände entziehen zu wollen, um danach die Gleiche Nutzung anzustreben und ihnen sogar vorzuwerfen sie wären nicht links und sollten sich „schämen“, ist für mich ein Verkennen der eigenen Rolle.
Ich halte es für wichtig, das sich möglichst viele links denkende Menschen, für diesen problematischen Konflikt sensibilisieren. Und sich viel Diskurs entwickelt z.Bsp über,
Verwertungs- ideologische Privatinteressen, die Gruppendynamiken ergreifen und Entscheidungsprozesse beeinflussen, vor allem in Linken Kontexten. Oder
Generationen Vermittlung in einer Szene, in der sich an die Erfolge und Opfer, die Individuen und Kollektive für Projekte und gemeinsame ideologische Ziele erbringen, oft niemand im im Plenum erinnern kann, und auf diese Art und Weise Unangemessenheit, Unrecht und Ungerechtigkeit innerhalb der Gruppenentscheidungsfindungen sehr leicht passiert, wenn nicht die Intension besteht transparent und demokratisch unbürokratisch aber ganz klar Bedürfnisse formuliert und dem Anderen zugesteht schlicht menschlich, Nutzung so auszuloten, das möglichst viele Menschen integriert bleiben und man sich als heterogenes, wachsendes Gemeinsames begreift das aufeinander Aufbaut. Verdrängung, Abschiebung und Räumung ist und bleibt keine Lösung.
Die Chaise ist bis auf weiteres von den Nutzer_innen besetzt und sollte von allen gehalten werden, die die bisherige Nutzung unterstützen und für eine transparente Klärung des Konflikts ohne Bedrohungssituation für die Nutzer_innen und Initiator_innen der Chaise und ohne Inner-linke Repression wünschen.
PS dass die Polizei gerufen wurden fanden viele Anwesende und Chaiseleute auch schlimm und negativ, aber es gab Individuen bei denen Repressionen und subtile Gewaltandrohung über Wochen große Angst ausgelöst haben und die glaubten so zu deeskalieren.
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