Das Rote Kreuz steht zurecht in der Kritik. In den 1990ern hat es in der BRD die unsäglichen Lager für Geflüchtete betrieben. Und wir kennen noch die Klagen: Unsere Demosanis dürfen kein Symbol mit sich führen, das ein rotes Kreuz beinhaltet.
Aber auch die Geschichte des Roten Kreuz' ist unsäglich. Der spätere Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka schrieb nach einem Besuch des Roten Kreuzen im Knast in Nigeria 1968 auf, wie unprofessionell die Vertreter des Roten Kreuzes waren. Nachfolgend sind seine Worte dokumentiert.
Fußnote an die Adresse des Roten Kreuzes
Als Sie im Dezember 1967 die Gefängnisse inspizierten, beobachtete ich von meinem Fenster aus, wie Sie die gefangenen Ibo untersuchten, die man geheißen hatte, im Hof außerhalb des Traktes Aufstellung zu nehmen. Am Tag vor Ihrem Erscheinen hatte man ihre Zelle für eine Zeitdauer von mehr als zwei Stunden geöffnet; es war dies das erste Mal seit über einem Monat. Erst einen Monat vor diesem Zeitpunkt hatte der Gefängnisdirektor - der Komiker, den ich Generalissimo genannt habe - höchstpersönlich angeordnet, daß keine Seife mehr an sie ausgeteilt werden dürfe. Die Wärter hatten den Befehl, auch jeden angebrochenen Seifenrest aus den Zellen zu entfernen. Der Grund für diese Maßnahmen war, daß die Häftlinge eine Beschwerde eingereicht hatten, weil man ihnen die ihnen zustehende Menge an Seife vorenthielt. Das stimmte auch. Die Seife, die sie hätten bekommen sollen, wurde in Zusammenarbeit zwischen den Kalfaktoren und einigen Wärtern zurückgehalten. So erklärt es sich, daß sie seit einem Monat, genauer, bis gestern, keine Seife zu Gesicht bekommen haben.
Und gestern geschahen plötzlich Wunder; ihre Zellen wurden geöffnet, man gab ihnen Seife und erlaubte ihnen, ihre Kleidung und Decken zu waschen. Sie wurden an die Luft geführt, und für die, denen der Sinn nach einer neuen Frisur stand, wurden Friseure bestellt. Die Reihe Sauberkeit ausstrahlender Häftlinge, die Sie gesehen haben, hat also nichts gemein mit jenem Haufen menschlichen Schrotts, der monatelang ungewaschen und unter den unerträglichsten Bedingungen verkam. Natürlich hatte man sie im Freien vorgeführt, damit Sie nicht sehen konnten, wie überfüllt die Zellen waren. Sind Sie auf die Idee gekommen, eine Verbindung zu sehen zwischen den räumlichen Ausdehnungen des Untergeschosses unseres Trakts und der Anzahl der außen versammelten Häftlinge?
Und schließlich ist es unumgänglich, daß Sie darauf bestehen, mit den Gefangenen unter vier Augen zu sprechen. Ihr Standardverfahren, Häftlinge vor den Augen und Ohren ihrer Wärter über ihre Haftbedingungen zu befragen, war eine traurige Farce. Es dürfte Ihnen nicht unbekannt sein, daß bei bestimmten Antworten Repressalien zu erwarten sind. Wenn Sie schon nicht vorhaben, wirkliche „Untersuchungen" anzustellen, dann ersparen Sie sich und den politischen Gefangenen Ihren Besuch; er führt zu nichts als trügerischen Hoffnungen auf Seiten der Gefangenen.
Das DRK hat in Deutschland Lager betrieben u. Demosanis verklagt
Das Rote Kreuz steht zurecht in der Kritik. In den 1990ern hat es in der BRD die unsäglichen Lager für Geflüchtete betrieben. Und wir kennen noch die Klagen: Unsere Demosanis dürfen kein Symbol mit sich führen, das ein rotes Kreuz beinhaltet.
Aber auch die Geschichte des Roten Kreuz' ist unsäglich. Der spätere Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka schrieb nach einem Besuch des Roten Kreuzen im Knast in Nigeria 1968 auf, wie unprofessionell die Vertreter des Roten Kreuzes waren. Nachfolgend sind seine Worte dokumentiert.
Fußnote an die Adresse des Roten Kreuzes
Als Sie im Dezember 1967 die Gefängnisse inspizierten, beobachtete ich von meinem Fenster aus, wie Sie die gefangenen Ibo untersuchten, die man geheißen hatte, im Hof außerhalb des Traktes Aufstellung zu nehmen. Am Tag vor Ihrem Erscheinen hatte man ihre Zelle für eine Zeitdauer von mehr als zwei Stunden geöffnet; es war dies das erste Mal seit über einem Monat. Erst einen Monat vor diesem Zeitpunkt hatte der Gefängnisdirektor - der Komiker, den ich Generalissimo genannt habe - höchstpersönlich angeordnet, daß keine Seife mehr an sie ausgeteilt werden dürfe. Die Wärter hatten den Befehl, auch jeden angebrochenen Seifenrest aus den Zellen zu entfernen. Der Grund für diese Maßnahmen war, daß die Häftlinge eine Beschwerde eingereicht hatten, weil man ihnen die ihnen zustehende Menge an Seife vorenthielt. Das stimmte auch. Die Seife, die sie hätten bekommen sollen, wurde in Zusammenarbeit zwischen den Kalfaktoren und einigen Wärtern zurückgehalten. So erklärt es sich, daß sie seit einem Monat, genauer, bis gestern, keine Seife zu Gesicht bekommen haben.
Und gestern geschahen plötzlich Wunder; ihre Zellen wurden geöffnet, man gab ihnen Seife und erlaubte ihnen, ihre Kleidung und Decken zu waschen. Sie wurden an die Luft geführt, und für die, denen der Sinn nach einer neuen Frisur stand, wurden Friseure bestellt. Die Reihe Sauberkeit ausstrahlender Häftlinge, die Sie gesehen haben, hat also nichts gemein mit jenem Haufen menschlichen Schrotts, der monatelang ungewaschen und unter den unerträglichsten Bedingungen verkam. Natürlich hatte man sie im Freien vorgeführt, damit Sie nicht sehen konnten, wie überfüllt die Zellen waren. Sind Sie auf die Idee gekommen, eine Verbindung zu sehen zwischen den räumlichen Ausdehnungen des Untergeschosses unseres Trakts und der Anzahl der außen versammelten Häftlinge?
Und schließlich ist es unumgänglich, daß Sie darauf bestehen, mit den Gefangenen unter vier Augen zu sprechen. Ihr Standardverfahren, Häftlinge vor den Augen und Ohren ihrer Wärter über ihre Haftbedingungen zu befragen, war eine traurige Farce. Es dürfte Ihnen nicht unbekannt sein, daß bei bestimmten Antworten Repressalien zu erwarten sind. Wenn Sie schon nicht vorhaben, wirkliche „Untersuchungen" anzustellen, dann ersparen Sie sich und den politischen Gefangenen Ihren Besuch; er führt zu nichts als trügerischen Hoffnungen auf Seiten der Gefangenen.