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Video: Capture the Flag 2018 - NBG

Die Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland ist Geschichte. Nach dem historischen Ausscheiden als Gruppenletzter zerlegen sich die Spieler und Funktionäre der deutschen Nationalmannschaft öffentlich mit gegenseitigen Schuldzuweisungen. Die deutsche Volksseele ist am Boden zerstört – so schön kann Fußball sein!

 

Die desaströse sportliche Leistung und das vorzeitige Aus der DFB-Mannschaft machten sich auch im Straßenbild bemerkbar: 2018 waren im Vergleich zu den den letzen beiden Turnieren in den Jahren 2010 und 2014 deutlich weniger Deutschlandfahnen an Autos, Fenstern oder Balkonen zu sehen. Der Hype, der 2006 erstmals den als Partypatriotismus getarnten Nationalismus wieder salonfähig machte, scheint einem Abwärtstrend zu unterliegen. Zu denken, der Nationalismus in Deutschland sei deshalb am Ende, erweist sich mit Blick auf die Tagespolitik und den Rechtsruck innerhalb der Gesellschaft jedoch als Trugschluss.

 

Nichtsdestotrotz gab es für die teilnehmenden Teams des diesjährigen Capture the Flag-Wettbewerbs allerhand zu tun. Das Starterfeld war überschaubarer als bei vergangenen WMs, dafür waren einzelne Teams umso motivierter (was vielleicht auch an den ausgelobten Preisen für die Gewinner_innen lag). Angestachelt durch das mediale Echo auf den Fahnenklau-Aufruf der linksjugend [’solid] und die daraus resultierenden hitzigen Diskussionen in den sozialen Netzwerken, legten die Teams in Nürnberg, Fürth und Erlangen so richtig los.

 

Vier Wochen lang sammelten die Teams fleißig alle Fahnen, die ihnen ins Blickfeld gerieten. Mit Voranschreiten der WM und insbesondere mit dem Ausscheiden der Deutschen nahm die Herausforderung zu: Um einen wirklich guten Schnapp zu machen, mussten sich die Teams immer wieder aus ihren Vierteln und Comfortzones herausbewegen. So wurden beispielsweise Kriegerdenkmäler in den umliegenden Dörfern um ihre stolzen Fahnen erleichtert. Einige Teams entdeckten ungeahnte Ingenieurfähigkeiten und bastelten raffinierte Werkzeugkonstruktionen, um auch an scheinbar unerreichbare Punkte zu gelangen, die in einiger Höhe warteten. Besonders viel Freude machten die unverbesserlichen Fahnenbesitzer_innen, die ihre Verluste stets nachrüsteten und so gleich mehrfach abgezogen werden konnten. Die Liste der riskanten Coups und spektakulären Aktionen ist dieses Jahr besonders lang. Und dennoch, und das ist das wichtigste, wurde niemand erwischt.

 

Es waren vier sommerliche Wochen voller nächtlicher Radtouren und Spaziergänge, Entdeckungen bisher völlig unbekannter Straßen und Nervenkitzel beim Erbeuten besonders gut gesicherter Exemplare.

 

Die Fußballweltmeisterschaft ist vorbei, der Nationalismus bleibt aber weiterhin ein fester Bestandteil deutscher „Leitkultur“. Kein Frieden mit den Verhältnissen - NO LOVE FOR A NATION!

 

Wir sehen uns in vier Jahren!

 


 

Den feierlichen Abschluss des diesjährigen Capture the Flag-Wettbewerbs begingen die Teams aus Nürnberg, Fürth und Erlangen in den Überresten deutscher Naziarchitektur. Die über 600 im Wettbewerb erbeuteten Fahnen und Fanartikel wurden zu einem 5x70 Meter großen Abschlussbild arrangiert. Davon wurde ein kleines Erinnerungsfoto aus der Vogelperspektive geschossen. Anschließend wurde der gesammelte Müll fachgerecht entsorgt. Die Aktion gibt es im Video anzuschauen:

 

YouTube: https://youtu.be/eGli3Ognmkk

Vimeo: https://vimeo.com/280784096

Internetseite: www.patridiotenschreck.blogsport.eu

 

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