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Nach Polizeigewalt: Mobilisierungen in Thessaloniki und Athen

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Angriff auf Musiker aus Guinea in Monastiraki

Der bislang ungeklärte Vorfall vom vergangenen Samstag, als ein 16 jähriger in Exarchia unversehrt in die Hände der Polizei geriet und kurz darauf schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wurde, hat zu scharfen Reaktionen geführt. Sollte die Version der Bullen stimmen, wäre der Jugendliche der erste Gefangene, der durch den Vordereingang von der Alexandras Straße aus in die Polizeizentrale gebracht wird, in der Regel werden Gefangene vom Parkplatz hinter dem Gebäude ins GADA eingeliefert.

 

Unglaubwürdig erscheint auch die Möglichkeit trotz Fesselung den Beamten weglaufen zu können. Nach einigen Tagen im Koma ist der Jugendliche aber wohl außer Lebensgefahr, sein Anwalt konnte angeblich Schlagstock Spuren im Gesicht feststellen. Gegen die Anweisung der Ärzte haben Bullen auch im Krankenhaus die Regie übernommen.

 Jedenfalls hat dieses Thema die anarchistischen Spektren der Gesellschaft in der vergangenen Woche bewegt und vielleicht kam es deshalb auch im Norden wieder zu einer Episode, die von Politikern regelmäßig als Missbrauch des universitären Asyls bezeichnet wird.

 Gestern (23/09/2017) früh gegen 3 Uhr wurde gegenüber dem Uni Campus in Thessaloniki ein Fahrzeug der Metro in Brand gesteckt. Kurz darauf wurde die MAT Einheit, die das in der Nähe befindliche türkische Konsulat bewacht mit Molotovs angegriffen.

 

 Video der folgenden Auseinandersetzung:

 https://www.youtube.com/watch?v=uq0O4rTM81w

 

In Exarchia, dem Ort der Verhaftung des 16 jährigen, fand eine Kiezdemo von Anwohner*innen statt, nicht nur gegen die aktuelle Polizeigewalt sondern auch gegen diesen dauerhaften Zustand staatlichen Terrors. Aufruf Text auf englisch https://athens.indymedia.org/post/1578121/

So eindeutig scheinen aber die Verhältnisse im Viertel nicht zu sein. Während ungefähr 300 Menschen an der Demo teilnahmen und andere ihre Sympathie bekundeten, verhielt sich das Publikum der Erlebnisgastronomie teilweise apathisch, einige politischen Zusammenhänge standen mit versteinerten Gesichtern vor ihren Treffpunkten und drückte damit ihren Wunsch nach einem befriedetem Kiez aus.

Trotzdem geriet die Demo, die aus vielen vermummten Gruppen, Jugendlichen, Refugees und einigen älteren Leuten bestand, schnell mit dem uniformierten Abfall aneinander, gleichzeitig wurden die Polizeistation und der Belagerungsring an anderen Stellen angegriffen. Die Bullen gingen schneller als üblich zur chemischen Kriegsführung über und wie so oft standen einige Straßenzüge in Flammen. Sieben Menschen wurden kurzfristig festgenommen aber wieder frei gelassen.

Sollte es der Regierung gelingen das Viertel zu befrieden und gleichzeitig für eine wirtschaftliche Konsolidierung zu sorgen, wird die Gentrifizierung mit voller Wucht herein brechen. Ein bestimmtes Publikum findet es jetzt schon schick in der Atmosphäre häufiger Krawalle zu speisen.

Die Gewalt der Repressionskräfte richtet sich in Athen nicht nur gegen politische Gegner des Regimes, sondern kommt immer auch als rassistische Säuberung von Plätzen daher. Zwei Tage nach den ungeklärten Verletzungen des 16 jährigen waren zufällig Zeugen dabei, als uniformierter Abfall der Omonia Wache einen Straßenmusiker aus Guinea auf dem zentralen Monastiraki Platz überfiel und mißhandelte. Auch dieser war bereits gefesselt als ihn Schläge der Bullen trafen, :  https://racistcrimeswatch.wordpress.com/2017/09/19/1-402/

 

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