U-Haft für Pussy Riot verlängert

Paula 24.04.2012 08:34 Themen: Antifa Kultur Repression Soziale Kämpfe Weltweit
Die russischen Punkerinnen von Pussy Riot hatten am 19.4. einen Haftprüfungstermin. Bei einer Solikundgebung kam es zu Massenfestnahmen.
Im Taganer Bezirksgericht in Moskau fand am 19. April ein Haftprüfungstermin für Nadeshda Tolokonnikowa, Marija Alechina und Jekaterina Samuzewitsch statt, denen vorgeworfen wird, sich am Auftritt der Frauen-Punkband "Pussy Riot" in der Moskauer Erlöserkathedrale beteiligt zu haben, bei dem die Gottesmutter angerufen wurde, sie möge Putin vertreiben.

Vor dem Gericht kam es zu Solidaritätsbekundungen, an denen sich über 100 Leute (teils mit Gesang und Musik) beteiligten. Die Polizei nahm über 30 grundlose Festnahmen vor.

(IKD/indymedia Russland)
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Ergänzungen

U-Haft verlängert

Paula 24.04.2012 - 08:58
ups, vergessen:

Die Soli-Kundgebung hat leider nichts gebracht, die U-Haft wurde bis 24. Juni verlängert. Ihr Anwalt hatte argumentiert, dass die U-Haft für die Ermittlungen absolut überflüssig sei, denn in den bisher acht Wochen Haft gab es keinerlei Befragungen, Verhöre, Gegenüberstellungen... weshalb sich die Frage stellt, was die drei da eigentlich sollen.

Aber das Gebet in der Anti-Putin-Andacht ist ja bisher auch nicht erhört worden.

Argumente des Gerichts?

keksekakaokommunismus 24.04.2012 - 10:56
Muss das Gericht dort nicht begruenden,
warum die U-Haft nicht aufgehoben wird usw. ?
Mich wuerden diese Argumente interessieren, weil dazu steht irgendwie gar nichts im Artikel bzw. im Nachwort!?
Mit antifaschistischen Grueszen

Begründung

Paula 25.04.2012 - 06:35
Nee, über die Begründung hab ich bis jetzt auch nichts gelesen. Aber die offizielle Anklage gegen die Pussys lautet auf Hooliganismus, Strafrahmen bis sieben Jahre Knast, da kommt man nicht so einfach aus der U-Haft. Solche Haftprüfungstermine finden auch oft in sehr kleinen Gerichtssälen statt, d. h. die Öffentlichkeit ist zwar nicht formal, aber praktisch ausgeschlossen. Oft wird die Urteilsbegründung auch gar nicht verkündet, es heißt einfach, der Entlassungsantrag ist abgelehnt, weil unbegründet, Punkt. Selbst die VerteidigerInnen müssen der schriftlichen Urteilsbegründung dann oft wochenlang hinterherrennen, um überhaupt mal Widerspruch einlegen zu können. Da kommen schnell mal ein paar Monate U-Haft zusammen, was gerade im politischen Bereich auch gern als Ersatzbestrafung für eigentlich kaum zu kriminalisierende Aktionen eingesetzt wird.

Infos auf deutsch

Peter 25.04.2012 - 12:42
Infos auf deutsch gibt es u.a. unter www.raw.at, www.anarchismus.at/anarchistischer-blog/7053-neues-zur-repression-gegen-pussy-riot und natürlich auf freepussyriot.org